Arbeitnehmerkammer-Statistik: Fachkräfte verdienen in Bremen besonders gut

Land der steigenden Löhne

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Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer, und Elke Heyduck, Geschäftsführerin.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Bremen ist aufgestiegen.“ Nein, Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer, spricht nicht vom Fußball. Er meint die Verdienste der Vollzeitbeschäftigten. Bei denen nämlich ist Bremen – so die Kammer – im Bundesländer-Ranking vom fünften auf den vierten Rang geklettert.

Denn die Löhne im Land Bremen sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Im Bundesländervergleich liegt Bremen mit einem monatlichen Durchschnittsverdienst von 3776 Euro brutto nun gleich hinter Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg an – eben – vierter Stelle. Das geht aus dem aktuellen „Kammer kompakt“ hervor, dass die Arbeitnehmerkammer gestern präsentiert hat. Auch die realen Löhne steigen.

3776 Euro, das ist der Durchschnittswert für Frauen und Männer. Vollzeitbeschäftigte Frauen allerdings verdienen deutlich weniger als vollzeitbeschäftigte Männer, zeigt die Betrachtung nach Geschlechtern – für die Frauen liegt der Wert bei 3175 Euro, die Männer bekommen im Durchschnitt 4011 Euro im Monat.

Ein gutes Licht wirft das Zahlenwerk auf den Industriestandort Bremen. Vor allem, wenn nicht isoliert auf die Umsatzzahlen geblickt wird, sondern auch auf Produktion und Beschäftigung. „Industriebetriebe ziehen die Verdienste nach oben“, sagt Schierenbeck. Vor allem, wenn es – wie in Bremen – einen hohen Anteil Tarifbeschäftigter in Großunternehmen gibt. Das Mercedes-Werk, die Stahlindustrie, die Luft- und Raumfahrt nennt Schierenbeck als Beispiele. In Bremerhaven kämen noch die Werften hinzu. „Bremens Position im Bundesländervergleich spiegelt ganz deutlich die industrielle Stärke wider.“

Besonders gut sehe es bei Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung aus, die in Bremen so viel verdienen wie in kaum einem anderen Bundesland. Hier liegt Bremen nach der Kammer-Statistik im Ländervergleich sogar auf dem zweiten Platz. Fachkräfte verdienen in Deutschland durchschnittlich 3003 Euro. Bremen liegt mit 3289 Euro brutto monatlich hinter Baden-Württemberg (3294 Euro). „Etwa 60 Prozent der Arbeitnehmer in Bremen haben eine abgeschlossene Berufsausbildung“, so Schierenbeck.

Ungelernte und angelernte Beschäftigte hingegen bekommen deutlich niedrigere Löhne. „Die Ergebnisse zeigen, dass sich eine gute Berufsausbildung auch heute noch rechnet und sich am Arbeitsmarkt bezahlt macht“, sagt der Kammer-Chef. Arbeitnehmer in leitender Stellung verdienen 6323 Euro und damit mehr als dreimal so viel wie ungelernte Arbeitnehmer, die im Schnitt 2079 Euro erzielen.

Noch immer verdienen die Beschäftigten in der Industrie spürbar mehr als im Dienstleistungsbereich. So liegt der Bruttomonatsverdienst für Fachkräfte im verarbeitenden Gewerbe bei 3889 Euro brutto – und damit etwa 25 Prozent über dem der Fachkräfte im gesamten Dienstleistungsbereich. Neben dem Fahrzeugbau liegt der Maschinenbau an der Spitze der Branchen, gefolgt von Dienstleistungsbereichen – Kommunikation, Verlagswesen, Finanzdienstleistungen.

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