Arbeitnehmerkammer: Betriebsräte sehen wirtschaftliche Lage skeptisch

Nachfolger der Leiharbeit

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Elke Heyduck

Bremen - Von Viviane Reineking. Betriebsräte in Bremen bewerten die aktuelle Lage ihrer Unternehmen insgesamt als stabil, sehen die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung aber skeptischer als noch vor einem Jahr. Optimistisch sind vor allem Arbeitnehmervertreter aus dem Baugewerbe, mit weniger Beschäftigten rechnen vor allem ihre Kollegen aus den Dienstleistungsbranchen.

Zum sechsten Mal befragte die Arbeitnehmerkammer Bremer Betriebsräte – im ersten Quartal dieses Jahres waren das 151 Vertreter aus allen Branchen. Sie vertreten mit rund 80000 Arbeitnehmern etwa ein Viertel der Beschäftigten im Land Bremen.

Insgesamt rechnen etwa ein Viertel der Befragten damit, dass die Zahl der Beschäftigten in ihrem Unternehmen in diesem Jahr abnehmen wird. Pessimistischer ist die Dienstleistungsbranche: In der Finanz- und Versicherungswirtschaft glaubt die Hälfte an eine sinkende Beschäftigung, im Handel und Verkehr sind es laut Kammer ein Drittel. Im Baugewerbe rechnet niemand mit weniger Jobs, mehr als die Hälfte sehen einen Stellenzuwachs. Knapp 70 Prozent gehen im Industriesektor von gleichen Beschäftigungszahlen aus.

Neben den Erwartungen der Interessenvertretungen präsentierte die Kammer auch ihren Statistischen Jahresbericht. Demnach ist die bremische Wirtschaft um 0,7 Prozent gewachsen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg um 5000. Trotz Beschäftigungswachstums sorgt sich die Kammer um Geschäftsführerin Elke Heyduck um zwei Entwicklungen: Zum einen verlief das Wachstum im Land Bremen im Bundesvergleich unterdurchschnittlich. Verluste gab es in der Finanz- und Versicherungsbranche (minus 242 Stellen) und im Verarbeitenden Gewerbe (minus 970).

Zum anderen steige die Zahl der Werkverträge als „Nachfolgemodell der Leiharbeit“ deutlich an. Bei vielen der „neuen“ Verträge handele es sich um Auslagerungen von Tätigkeiten wie der Logistik und Buchhaltung aus dem Kernbereich beispielsweise des Verarbeitenden Gerwerbes in den Dienstleistungsbereich – „ein Warnsignal“, so Heyduck. „Damit gehen oft niedrigere Löhne und schlechtere – weil tarifvertraglich nicht abgesicherte – Arbeitsbedingungen einher.“ Fast 1000 Euro beträgt dem Statistischen Jahresbericht nach zum Beispiel die Differenz zwischen den Verdiensten im Industrie- und im Dienstleistungsbereich.

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