Arbeit statt Urlaub: Das Landeszeltlager der Jugendfeuerwehr Bremen und seine Helfer

Butter schneiden und Kabel verlegen

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Der Bauhof fällt in den Verantwortungsbereich von Carsten Krüger. Von hier aus bekommt das Zeltlager unter anderem seinen Strom.

Bremen - Von Annika Grunert. 150 Kilogramm Nutella, 13 000 Brötchen, 700 Kilogramm Butter, 1,1 Tonnen Brot und 3 000 Liter Milch – das verbraucht in etwa das sechste Landeszeltlager der Jugendfeuerwehr Bremen in einer Woche. Doch die Lebensmittel kommen nicht von alleine an den Werdersee.

In der Küche ist Jörg Sager der Chef. Eineinhalb Jahre plante er für diese eine Woche. „Was gibt es zu essen“ und „wo bekommen wir die Lebensmittel her“, sind nur ein paar Fragen, die es vorab zu klären galt. Jetzt können Sager und sein Team sich auf den 150 Quadratmetern austoben. Hier werden Frühstück und Abendessen zubereitet. Das Mittagessen wird in einer Großküche in der Neustadt gekocht, weil die besser ausgestattet ist. Trotzdem gibt es in der Zeltküche genug zu tun.

Alles muss ordentlich aussehen, deshalb schneidet Küchenchef Jörg Sager auch die Butter für die Jugendlichen zurecht.

Mehr als 700 hungrige Mäuler müssen gestopft werden, und es soll auch noch schmecken. Dafür beginnt Sagers Tag bereits um 4 Uhr morgens. Etwa zweieinhalb Stunden verbringt der Küchenchef allein mit der Frühstückszubereitung: Unmengen Kakao anrühren, Obst sowie Gemüse waschen, die Butter schneiden, Wurst- und Käseplatten vorbereiten. Das Ganze mit viel Liebe. „Schließlich soll auch alles vernünftig aussehen und nicht einfach nur dahingeklatscht werden“, so Sager. Ab 7.30 Uhr kommen dann die ersten Frühstücksgruppen. Da das Zelt nur für 150 Personen Platz bietet, müssen die 40 Jugendfeuerwehren nach und nach zum Essen gehen. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt der Küchencrew nicht, denn die nächste Mahlzeit steht bereits vor der Tür.

Auch Carsten Krüger ist im Dauereinsatz. Der Leiter des Bauhofs ist für alles zuständig, was mit Technik zu tun hat. Strom und fließend Wasser inklusive. Vor Beginn des Zeltlagers haben Krüger und sein Team bereits 600 Meter Bauzaun aufgestellt, drei Kilometer Kabel und Wasserzuläufe verlegt. Jetzt heißt es, alles stets auf Funktion zu überprüfen und bei Bedarf zu reparieren. Vor vier Jahren hat der 28-Jährige bereits an dem Zeltlager teilgenommen, allerdings als Jugendwart. Dieses Jahr unterstützt er das Spektakel erstmals im Organisationsteam. „Als Teilnehmer ist es natürlich entspannter, aber das Ganze mit zu gestalten und zu sehen, dass alles einigermaßen so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat, ist schon toll.“ so Krüger.

Alle 90 Helfer sind ehrenamtlich dabei. Kein Geld, sondern Spaß an der Sache treibt sie an. Genau das ist es, was Lagerchef Christian Patzelt so schätzt: „Alle haben vorab so viel Zeit neben ihren Vollzeitjobs investiert und nehmen ihren Sommerurlaub, damit sie dabei sein können – das ist einfach der Hammer.“ Bis Sonnabend sind die Helfer rund um die Uhr im Einsatz. Danach geht es an den Abbau und später wieder zurück ins Arbeitsleben.

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