Kammern kämpfen gemeinsam

Gewerbeflächen: Bremen soll stärker mit Umland kooperieren

Fläche für die Wirtschaft: Blick auf den Gewerbepark Hansalinie.
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Fläche für die Wirtschaft: Blick auf den Gewerbepark Hansalinie.

Bremen – Gewerbeflächenpolitik bleibt ein Diskussionsthema in Bremen. Im vorigen Jahr griffen die Grünen die Logistik-Branche und deren Flächenbedarf an. Die Reaktion war scharfe Kritik von den Koalitionspartnern (SPD und Linke) sowie von der oppositionellen CDU. Nun gibt es ein neues Bündnis, das sich für Gewerbeflächen einsetzt – ein Bündnis von Handelskammer und Arbeitnehmerkammer.

Das Plenum der Handelskammer und der Vorstand der Arbeitnehmerkammer präsentieren ein gemeinsames Positionspapier zur Gewerbeflächenpolitik. Dabei legen sie nicht allein Wert auf die Weiterentwicklung von Gewerbeflächen, es geht ihnen auch um Ausbau: „Beide Kammern sehen in der qualitativen und quantitativen Weiterentwicklung der Gewerbegebiete eine wichtige Weichenstellung für die bremische Wirtschaftsstrukturpolitik“, heißt es.

Mit Blick auf die Aufstellung des Gewerbeflächenentwicklungsprogramms 2030 sei es beiden Kammern „ein Anliegen, die Diskussion über Gewerbeflächen zu versachlichen“.

Gebiet Bremer Kreuz/Achim-West gilt als Vorbild

„Die oberste Priorität des Senats sollte sein, zukunftsorientierte Rahmenbedingungen für Gewerbeansiedlungen zu schaffen, um auf diese Weise Arbeitsplätze und Unternehmen sowie letztlich die mit der Wertschöpfung verbundenen direkten und indirekten Steuereinnahmen für Bremen zu sichern“, so Handelskammer-Präses Janina Marahrens-Hashagen. Der Senat müsse bei der Gewerbeflächenentwicklung an einem Strang ziehen und sich für einen starken Wirtschaftsstandort mit sicheren Arbeitsplätzen einsetzen. Dazu gehöre auch eine gemeinsame strategische Flächenentwicklung mit dem niedersächsischen Umland.

„Für die Gewerbeflächenentwicklung bedarf es auch einer verstärkten gemeinsamen strategischen Flächenentwicklung mit dem niedersächsischen Umland, wie es derzeit zwischen der Stadt Achim und der Stadt Bremen angestoßen wird“, heißt es im Papier. „Das Projekt Bremer Kreuz/Achim-West könnte eine Anleitung für weitere Kooperationen sein.“

„Der Zwei-Städte-Staat Bremen muss effizient mit Flächen umgehen“, erklärte Peter Kruse, Präsident der Arbeitnehmerkammer. Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer: „Vielen bestehenden Gewerbegebieten mangelt es aufgrund ihrer planungsrechtlichen Struktur, Randlage und Historie an geeigneter Infrastruktur und ÖPNV-Angeboten für die Arbeitnehmer.“ Im Papier heißt es: „Arbeit braucht Fläche“. Und: „Die Stadt Bremen ist heute mit gut 48 000 Beschäftigten im Automobilbau, der Luft- und Raumfahrt, der Stahlbranche, der Lebensmittelwirtschaft und vielen weiteren Zweigen des verarbeitenden Gewerbes einer der größten Industriestandorte Deutschlands.“

Forderung: Manager für Gewerbegebiete

Zugleich seien die Flächenvorräte eines Stadtstaats aber endlich. Also: „Wo möglich und sinnvoll, sollte daher die Nachverdichtung von Bestandsgebieten Vorrang in der Gewerbeflächenpolitik haben.“ Aber nicht als Dogma, sondern eher als Ansporn zur Innovation. In ihrem Papier formulieren die beiden Kammern es so: „Ziel von Gewerbeflächenpolitik muss es sein, möglichst hohe Arbeitsplatzeffekte und Arbeitsplatzdichten anzustreben. Zwar hat beispielsweise die Logistik branchentypisch einen deutlich niedrigeren Arbeitsplätzebesatz als etwa ein Hightech-Standort wie der Technologiepark mit hoher Büronutzung. Dennoch sollten Politik und Verwaltung gemeinsam mit den Unternehmen Potenziale identifizieren und heben, um eine effizientere und innovative Bodennutzung – auch und gerade im Logistiksegment – zu erreichen.“

Insgesamt seien „die erschlossenen Flächen in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen“. Und: „Die Erschließung neuer Gewerbeflächen hält gegenwärtig nicht mit der Vermarktung der vorhandenen Gewerbeflächen Schritt.“ Folglich seien „in einem bestimmten Maß auch neue Gewerbeflächenausweisungen nötig“ – und das auch „über das Jahr 2030 hinaus“. Perspektivisch sollten Gewerbegebietsmanager für alle Gewerbegebiete eingeführt werden.

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