Tanz, Tricks und Vertrauen

„Apassionata“: Reiter und Pferde zeigen Höchstleistungen

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Jörg Pasternak zeigt im Sattel seines Quarter Horses, wie Westernreiten geht.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Auch Pferde können tanzen, sogar zu Flamenco. Carmen Villena ist eine Flamenco-Tänzerin, die ihre Kunst mit Mensch und Tier teilt. Davon profitiert auch Sebastián Fernández, dessen Pferd in der neuen Show „Gefährten des Lichts“ von „Apassionata“ mit Villena zusammen den Rhythmus aufs Parkett klopft.

Viermal gastiert die Pferdeshow wegen des Erfolgs in diesem Jahr in der Bremer Stadthalle (ÖVB-Arena) – einmal mehr als sonst. Rund 15 000 Zuschauer werden insgesamt erwartet. Am Dienstagnachmittag sehen etwa 3 700 Besucher, darunter viele Familien mit Kindern, die Show mit 60 Pferden und 90 zweibeinigen Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen. Sie bekommen Höchstleistungen von Mensch und Tier geboten.

Die eigentlichen Stars bei „Apassionata“ sind die Pferde. Friesen, Araber, spanische PRE, Azteken, Welshponys und mehr sind mit von der Partie. Als roter Faden dient eine kleine Geschichte. Die junge Alana besucht immer wieder eine alte Frau. In ihrer Gegenwart lernt sie die Tiere verstehen und lieben. Die alte Frau offenbart sich als „Gefährtin des Lichts“, als einer der wenigen Menschen, die noch aus dem Herzen strahlen. Doch sie stirbt, Alana soll ihre Nachfolgerin werden. Dafür muss sie weitere „Gefährten des Lichts“ finden. Mit einem magischen Amulett reist sie an verschiedene Orte.

Waghalsige Akrobatik im Galopp

In der arabischen Wüste tanzen Mädchen in prächtigen Kleidern. Männer lassen sich um sie herum an Pferden zur Seite hinab und strecken ihre Beine in die Höhe – waghalsige Akrobatik im Galopp mit den Trickreitern der Hasta Luego Academy. Dabei haben die Pferde keine Scheu, den Tänzerinnen und den hohen aus großen Schüsseln emporflackernden Flammen nahezukommen.

Spaßig ist die Begegnung mit einem anderen Vierbeiner. Bartolo Messina kommt mit dem süßen Esel „Nico“ auf die Bühne. Alana schleppt ein Podest an. Clown-Musik erklingt. Der Esel steigt mit den Vorderbeinen aufs Podest und geht, die Hinterbeine elegant bewegend, im Kreis. Nach gelungener Show legt er die Vorderbeine auf die Brust seines Herrchens und gibt ihm einen Kuss.

Reiter und Pferd scheinen zu schweben

Einen „Gefährten des Lichts“ findet Alana in einem Prinzen in Indien (ebenfalls Bartolo Messina). Er lehrt Alana den Wert des Mitgefühls. Eine wunderbare Basis, Messina und Pferd ergeben ein Traumteam. Im seichten Galopp streckt das Pferd immer wieder die Vorderbeine nach vorn und lässt sie für ein bis zwei Sekunden elegant in der Luft schweben. Etwas später hebt es mit allen vier Beinen ab. Reiter und Pferd scheinen für einen kurzen Augenblick zu schweben. Eine herrliche Kapriole!

Bartolo Messina und seine Pferde gehören in der Show „Gefährten des Lichts“ von „Apassionata“ zu den Höhepunkten. Am Dienstag waren gleich zwei Vorstellungen in der Bremer Stadthalle zu sehen, am Mittwoch folgen zwei weitere.

Nächstes Reiseziel ist der Wilde Westen. Dort ist Jörg Pasternak Sheriff und sitzt sicher im Sattel seines Quarter Horses „Dirty Harry“. Beide verstehen sich aufs Cutting, einer Western-Disziplin, bei der es darum geht, Viehherden zusammenzuhalten. Hier tauchen allerdings Indianer auf. Diese sind später auf ihren Pferden nicht zimperlich. Und sie beeindrucken das Publikum erneut mit ihrer Akrobatik auf und unter den Pferden. Die Reiter der Hasta Luego Academy springen im vollen Galopp auf die Erde, um mit dem gewonnenen Schwung über den Rücken des Pferdes auf die andere Seite zu kommen.

Publikum ist begeistert

Ein ruhiger, aber beeindruckender Höhepunkt ist die Freiheitsdressur von Sylvie Willms. Dafür kommen neben Arabern und Welshponys nach einem ersten Durchgang auch Friesen in die Arena. Immer wieder sucht sie die nahe Verständigung mit den vielen Pferden. Diese wirken tatsächlich so, als haben sie beim synchronen Laufen und den kleinen Kunststücken ihren Spaß. Der Showteil wirkt so locker und leicht, wie ein nettes Beisammensein – dazu gehört viel Vertrauen. Willms lenkt die Pferde allein durch Stimme und Körpersprache.

Das Publikum ist begeistert von der Show. Stefan Hohndorf, nicht zum ersten Mal bei „Apassionata“, ist aus Hamburg angereist. „Einfach gut. Eine absolut tolle Show“, sagt er. 

Weitere Vorstellungen sind Mittwoch ab 14 Uhr und ab 18.30 Uhr zu sehen. Tickets gibt es an der Kasse der ÖVB-Arena.

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