Falsche Polizisten wollen Senioren austricksen

Bei Anruf Betrug

Bremen - Bei Anruf Betrug, so hieß es am Donnerstag gleich mehrfach in Schwachhausen, wie die Polizei gestern berichtete. Wieder einmal versuchten falsche Polizisten, ältere Menschen auszutricksen – zum Teil mit Erfolg. Die echte Polizei bescheinigte den Betrügern eine „hohe krimineller Energie“.

Am Vormittag, so gestern Polizeisprecher Nils Matthiesen, klingelte das Telefon bei einem 89 Jahre alter Senior. Der Anrufer stellte sich als Kriminalbeamter vor und schilderte, dass bei einem Einbrecher eine Liste mit Wertgegenständen des Bremers gefunden worden sei. Um dies zu überprüfen, wolle man den 89-Jährigen aufsuchen. Der alte Herr jedoch war pfiffig, beendete das Gespräch und informierte über seinen Anwalt die richtige Polizei.

Am Nachmittag rief ein Mann bei einem 93-Jährigen an und gab sich ebenfalls als Polizist aus. Er berichtete dem Senior, dass dieser bald Opfer einer Straftat werden solle und man nun sein Geld überprüfen müsse. Kurze Zeit später stand ein „Mitarbeiter des Kriminallabors“ vor der Tür, der die Scheine vor Ort überprüfen wollte. Er breitete die Banknoten auf dem Herd des Bremers aus – angeblich, um sie zu fotografieren. Als der 93-Jährige seine Tochter informieren wollte, packte der Betrüger das Geld abrupt ein, durchtrennte das Telefonkabel und schloss den 93-Jährigen in seiner Wohnung ein. Dieser konnte dennoch in den Garten gelangen und Hilfe rufen.

Bei einem weiteren Fall in Schwachhausen erhielt eine 92-Jährige einen Anruf von einem angeblichen Kriminalbeamten. Der Betrüger, so der Polizeisprecher, berichtete, dass „Beamte“ in der Nacht zwei Einbrecher in der Nähe festgenommen hätten. Bei dem Duo, so schilderte Matthiesen den Betrug weiter, sei eine Namensliste gefunden worden. Auf dieser sei auch der Name der 92-Jährigen vermerkt. Dann fragte der Anrufer die Seniorin nach ihren Wertsachen.

Und es wird noch dreister: Als die Frau misstrauisch wurde und nachfragte, ob er denn wirklich von der Polizei sei, sollte sie nach drei Pieptönen die Notrufnummer 110 der Polizei wählen. Sie würde dann von der Einsatzzentrale eine Bestätigung erhalten. Das, so Matthiesen, tat die Bremerin, und es meldete sich eine Frau, die vorgab, von der Einsatzzentrale der Polizei zu sein. Als die 92-Jährige um die Verbindung zur Kriminalpolizei bat, war wieder ihr erster Gesprächspartner dran. Zudem waren weitere Stimmen zu hören, so dass die Bremerin den Eindruck hatte, tatsächlich mit der Kripo verbunden zu sein. Matthiesen: „Dennoch beendete sie richtigerweise das Gespräch und rief ihren Nachbarn zur Hilfe.“ Gemeinsam gingen sie zur Polizei.

Der Polizeisprecher sagte zu dieser gemeinen Masche: „Die Legendenbildung der Betrüger ist ausgesprochen variabel, phantasievoll und für Außenstehende plausibel.“ Alle Varianten hätten eins gemein: Falsche Polizisten wollten angeblich Geld und Wertsachen sichern. 

 gn

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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