Angeklagter räumt Zigarettenhandel ein

Vater legt Geständnis ab

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Der Angeklagte Tatul G., des illegalen Zigarettenverkaufs angeklagt, legte gestern ein Geständnis ab.

Bremen - Von Steffen Koller. Im Prozess gegen Tatul G. (52) und seinen Sohn Seroja G. (22) hat der Vater gestern ein Geständnis abgelegt. Die beiden Männer müssen sich seit März wegen gewerbsmäßiger Steuerhehlerei vor dem Landgericht verantworten. Sie sollen mit mehr als 32 000 Stangen Zigaretten illegal gehandelt haben, so dass ein Steuerschaden von knapp einer Million Euro entstand.

Er stimme der Anklageschrift zu „99 Prozent“ zu, lässt Tatul G. durch seine Dolmetscherin übersetzen, lediglich drei Fälle möchte er richtigstellen. „In allen anderen Fällen habe ich die Ware bekommen und weiterverkauft“, sagt er. Tatul muss mit maximal dreieinhalb Jahren Haft rechnen, sein Sohn mit einer Bewährungsstrafe, also höchstens zwei Jahren. Darauf hatten sich Richter, Staatsanwalt und Verteidiger bereits vor einer Woche geeinigt (wir berichteten). Voraussetzung für die ausgehandelten Strafen war jedoch, dass beide Angeklagten sich umfassend zu den insgesamt 44 vorgeworfenen Taten äußern sollten.

Angefangen hatte laut Tatul G. alles Ende 2012. Er lernt auf einem Flohmarkt in Bremerhaven polnische Zigarettenschmuggler kennen, die ihm anboten, eine Lieferung von 1500 Stangen Zigaretten weiterzuverkaufen. Bei diesem ersten Geschäft habe er 700 Euro Gewinn gemacht, sagt er gestern – Geld, das der gebürtige Armenier dringend für seine Familie brauchte. Seine damalige finanzielle Situation sei „schrecklich“ gewesen. „Ich konnte nicht mal das Mindeste für meine Kinder tun“, sagte er. „Jede Lieferung sollte die letzte sein. Manchmal wünschte ich mir, dass ich erwischt werde“, erklärte der 52-Jährige. Dass er einen so hohen Steuerschaden verursache, sei ihm nicht bewusst gewesen, übersetzte die Dolmetscherin.

Seroja G., wegen Tatbeteiligung in 25 Fällen angeklagt, soll zumeist beim Verladen der Ware geholfen haben. „Der Sohn ist nur Mitläufer gewesen“, sagte sein Verteidiger, der erklärte, dass es im Kulturkreis seines Mandanten üblich sei, dem Vater „absolut gehorsam“ zu sein.

Von Ende 2012 bis September 2014 machte Tatul G. nach eigenen Angaben rund 34 000 Euro Gewinn, 50 Cent bis einen Euro pro Stange. Namen von Lieferanten und Hintermännern nannte er nicht. Auf die Frage des Vorsitzenden, wovor er Angst habe, sagte er nur: „Ich habe drei kleine Kinder.“

Der Prozess wird am Dienstag, 28. April, fortgesetzt – möglicherweise wird dann schon das Urteil gegen Vater und Sohn verkündet, hieß es gestern.

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