Andreas Gabalier bringt die Stadthalle zum Brodeln

Volksfest mit Volldampf

+
Der steirische Bergbauernbub und Volks-Rock‘n‘Roller Andreas Gabalier begeisterte mehr als 9 000 Besucher in der Stadthalle und feierte mit ihnen ein fulminantes Volksfest.

Bremen - Von Jörg Esser. Wahnsinnstempo, Wahnsinnsstimmung: Ein Bergbauersohn aus der Steiermark hat am Donnerstagabend die Stadthalle (ÖVB-Arena) zum Brodeln gebracht. Andreas Gabalier, selbsternannter Volks-Rock‘n‘Roller, feierte mit mehr als 9000 Bremern und Buten-Bremern ein – ja Volksfest eben.

Eines mit Volldampf und sentimentalen Momenten. Die Halle skandierte nach zwei Stunden: „Oh, wie ist das schön.“ Mehr geht nicht.´Bremen trägt Rot-Weiß an diesem Abend. Steirisches Rot-Weiß. Kariert. Was heißt Bremen? Das weite Umland ist da – Leute aus Cuxhaven, Verden, Syke, Vechta, aus Ostfriesland und Hannover. Einige Herren tragen Lederhose, ganz viele Damen fesche Dirndl. Mit Schleifen rechts, links oder in der Mitte. Es sind mehr Dirndl zu sehen als Lederhosen. Soll heißen: Der Frauenanteil im Publikum liegt weit jenseits der 60 Prozent.

Die Arena will feiern. Die Vorfreude ist spürbar. Es dauert. Die Vorfreude weicht einer gewissen Unruhe. Doch dann geht es los. Mit gewaltigem Akkord. Gabalier und Band starten furios – „I sing a Liad für di“. Die Halle kocht schon nach wenigen Minuten. Gabalier ist eine Naturgewalt. 30 Jahre alt. Ein Muskelpaket in Lederhosen. Ein Macho. Ein Strahlemann mit Schmalzlocke und Sonnenbrille mit Hirschgeweih.

Symphatisch, charmant, erdig und ehrlich. „Ich bin ein Steirer, der sich nicht verbiegen lässt und mit eigener Meinung durchs Leben geht“, sagt Gabalier über Gabalier. Und singt es auch in „A Meinung haben“ von der aktuellen CD „Mountain Man“. Das kommt an bei den Fans. „Mir gefällt der Typ“, sagt eine junge Frau, die – ist ja klar – eine rot-weiß-karierte Bluse trägt. „Beim Text habe ich manchmal Probleme zu folgen.“ Das macht ja nichts. Die Bässe wummern, die Gitarren schlagen Riffs. Es wird laut. Und noch lauter. Gabalier erhöht immer die Schlagzahl. Das Fan-Volk macht mit, klatscht, hüpft, feiert den Abend und den „Andy“. Volks-Rock‘n‘Roller zu sein, sei „ein Lebensgefühl“, sagt er. Und das überträgt sich rasant auf die Arena. Besser gesagt: Es trifft den Nerv des Publikums.

Andreas Gabalier in Bremen

Der Grazer Alpenrocker liebt seine Heimat – Stammtisch, Sauerkraut, Kaiserschmarrn. Der „Mountain Man“ rettet das Edelweiß. Gabalier beherrscht auch die leisen Tönen. Die Stimme wird dann wunderbar rauchig. Das kribbelt unter der Haut. Und erzeugt so eine Art Gänsehautgefühl. Er singt ein Lied für Oma („Das kleine Haus“), ein Lied für ein kleines krebskrankes Mädchen („Der kleine Schmetterling“). Sentimentale Momente vor dem brachialen Endspurt. Der Steirer intoniert schon wieder „a Liad“ für die Halle. Und das Auditorium singt lautstark mit. Die „Madl“ sind textsicherer.

Gabelier spielt mit den Fans, flirtet. Und strahlt. Die Masse jubelt, stimmt eingangs zitiertes „Oh, wie ist das schön“ an. Das scheint den Bauernbub dann doch zu überraschen. Seine Augen leuchten. Er bedankt sich bei den Bremern für „wunderschöne Stunden“. Und dann gibt es die Zugabe – „Amoi seg’ ma uns wieder“, das Lied, das er seinem Vater und seiner kleinen Schwester gewidmet hat, die sich beide das Leben genommen haben. Handys leuchten. Der „Andy“ strahlt. Die Zuschauer sind glücklich.

Mehr zum Thema:

DHB-Team bei WM als Gruppensieger in K.o.-Runde

DHB-Team bei WM als Gruppensieger in K.o.-Runde

Amtseinführung von Donald Trump: Die Fotos vom Kapitol

Amtseinführung von Donald Trump: Die Fotos vom Kapitol

Werder-Abschlusstraining am Freitag

Werder-Abschlusstraining am Freitag

Korallen und Wesen aus der Tiefsee in Berlin zu sehen

Korallen und Wesen aus der Tiefsee in Berlin zu sehen

Meistgelesene Artikel

Bomben-Sprengung bei Mercedes

Bomben-Sprengung bei Mercedes

Polizeieinsatz gegen den Drogenhandel: Kontrolle in Spielothek

Polizeieinsatz gegen den Drogenhandel: Kontrolle in Spielothek

Prozess gegen Ferdi M.: Familie und Kollegen des Opfers berichten

Prozess gegen Ferdi M.: Familie und Kollegen des Opfers berichten

Unfall mit Schüler: Observationsbericht belastet 27-Jährigen

Unfall mit Schüler: Observationsbericht belastet 27-Jährigen

Kommentare