Schlangen vor Apotheken

Corona in Bremen: Ansturm auf Bremer Gratis-Masken

„Vergriffen“: Schild an einer Apotheke in der City.
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„Vergriffen“: Schild an einer Apotheke in der City.

Bremen – Kostenlose FFP2-Masken für Bremer Bürger, die 65 Jahre oder älter sind – das sorgte am Freitag zeitweilig für einen Ansturm auf Bremens Apotheken. Über sie nämlich werden die zunächst einmal 450 000 Masken verteilt. Erlaubt sind zehn pro Person und Monat – für Senioren mit Wohnsitz in Bremen. Viele von ihnen tauschten ihren Wohnsitz am Freitag zeitweilig gegen einen Platz in einer Warteschlange.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD): „Wir wussten, dass dieses Vorhaben aufgrund des extrem kurzen zeitlichen Vorlaufs eine ungemein herausfordernde Aktion sein würde.“

Senats-Masken vorerst vergriffen.“ Schilder wie diese hingen mancherorts schon etwa eine Stunde nach Ausgabebeginn in den Schaufenstern und Eingängen der Apotheken. Der große Andrang – ausgelöst womöglich auch durch umfangreiche Medienberichterstattung über das zwei Millionen Euro teure Verteilprojekt des rot-grün-roten Senats – soll einige Apotheker überrascht haben, hieß es. Andere gehen davon aus, dass der Andrang in den kommenden Tagen nachlässt. Für Nachschub sei jedenfalls gesorgt, weitere Masken würden ausgeliefert.

Bremer Gratis-Masken: Nachschub schon bestellt

„Es reicht für alle“, das hatte auch Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) bereits gesagt. Klaus Scholz, Präsident der Apothekerkammer: „Wir haben noch an diesem ersten Tag zusätzliche Auslieferungen veranlasst.“ 220 000 weitere Masken seien in der Auslieferung, dankenswerterweise helfe das Rote Kreuz. Zudem seien zusätzliche 500 000 Masken geordert, die ab Montag an die Apotheken verteilt würden – abholbereit dann ab Dienstag und Mittwoch.

Bremer Gratis-Masken: FDP spricht von „chaotischen Zuständen“

Vorübergehend vergriffen – damit kam wohl nicht jeder Interessent klar. Scholz rief dazu auf, dem Personal in den Apotheken „mit Respekt und Höflichkeit zu begegnen“. Wenig entspannt betrachtet auch die FDP die Verteilaktion. Sie sprach am Freitag von einem „organisatorischen Desaster“. Die Verteilung der Gratis-Masken habe für „chaotische Zustände“ gesorgt. Bettina Schiller, die stellvertretende Landesvorsitzende der Partei: „Der Senat hat die Apotheken mit einer derartig unorganisierten Aktion völlig überfordert.“ Hinzu komme noch, dass „die verteilten Masken offensichtlich ohne CE-Prüfsiegel oder ein sonstiges Zertifikat sind – Masken also, deren Verkauf in Apotheken kurz vorher aus Sicherheitsgründen noch untersagt war“, so die FDP-Politikerin weiter.

SPD-Fraktionschef Mustafa Güngör wies die FDP-Kritik scharf zurück. Von einem „Desaster“ zu sprechen, sei „völlig daneben“. Und: „Viel schlimmer aber ist, dass die FDP Zweifel am Schutz der Masken weckt und Ängste schürt.“

Auch Gesundheitssenatorin Bernhard reagierte klar und deutlich: „Die Masken wurden durch das Gewerbeaufsichtsamt geprüft und haben alle ein Zertifikat als KN95- oder FFP2-Maske. Die Aussagen der FDP sind dementsprechend unsachgerecht und entbehren jeder Grundlage.“ Die ausgegebenen Masken entsprächen entweder dem europäischen Standard VO (EU) 2016/425 und der zugehörigen Norm EN149 (FFP2) – oder dem chinesischen Standard GB 2626-2006 (KN 95), fügte ein Sprecher des Gesundheitsressorts hinzu. Die Masken nach chinesischem Standard dürften nur dann vertrieben werden, wenn der vergleichbare Infektionsschutz wie bei FFP2-Masken erreicht werde. Der Verkauf dieser Masken sei im Handel aktuell bis 31. März 2021 zugelassen.

Bremen und Corona: Ordnungsdienst bei Kontrollen bespuckt

Bei fast 150 Einsätzen haben Ordnungsdienst und Polizei in der Zeit von Montag bis Donnerstag die Einhaltung der Corona-Regeln kontrolliert. Das teilte das Innenressort am Freitag mit. In zwei Fällen wurden die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes bespuckt, sagte die Ressortsprecherin Rose Gerdts-Schiffler.

Eingeleitet wurde 811 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten gegen das Infektionsschutzgesetz, insbesondere wegen des Verstoßes gegen die Maskenpflicht und den Mindestabstand. In 719 Fällen gab es Aufklärungsgespräche. 709 Personen wurden ermahnt und aufgefordert werden, ihre Maske aufzusetzen oder Abstände einzuhalten. In 1 504 Fällen überprüften Teams des Ordnungsdienstes vor Ort die Einhaltung der Quarantäne-anordnungen, sagte die Sprecherin.

Bremen und Corona: 170 neue Fälle

Das Gesundheitsressort meldete am Freitagabend 170 neue Corona-Fälle für das Land, davon 154 in der Stadt Bremen. Hier sank der Inzidenzwert auf 178. Ein weiterer Mensch starb mit dem Virus, insgesamt bislang 94. Aktuell gibt es 2 363 bestätigte Corona-Infizierte. 170 Covid-19-Patienten liegen in Kliniken des Landes, davon 38 aus dem Umland. 33 der 170 Patienten befinden sich auf Intensivstationen, 22 werden beatmet, hieß es. gn

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