Amelie Fried referiert über den erfolgreichen Schulterschluss der Geschlechter

„Es gibt Barbie-Gene“

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Amelie Fried sprach in Bremen über Geschlechterrollen.

Bremen - Von Simone Westerhoff. „Männer, die Frauen nicht auf halbem Wege entgegengehen, werden das Opfer von Frauen, die ihnen auf halbem Wege entgegenkommen.“ Dieses Zitat des britischen Ökonomen Walter Bagehot, der im 19. Jahrhundert lebte, gab Amelie Fried am Dienstagabend zum Ende ihres Vortrags im Finanzzentrum der Sparkasse „Am Brill“ den anwesenden Männern mit auf den Heimweg.

Mehr als eine Stunde referierte die bekannte Autorin („Traumfrau mit Lachschäden“) und Moderatorin

(„3nach9“) in der 40. Veranstaltung der Reihe „Treffpunkt Beruf, Familie & ich“ der Sparkasse, deren Einladung 130 Gäste folgten. Ihr Thema: „Doppelt stark – Wie Männer und Frauen gemeinsam erfolgreicher

werden“.

Die vielen – in ungezählten Publikationen beschriebenen – Unterschiede zwischen Frauen und Männern sind natürlich auch der 57-jährigen Schriftstellerin nicht fremd, wie sie fröhlich an Beispielen aus ihrer eigenen Familie belegte. So habe sie gemeinsam mit ihrem Mann bei beiden Kindern (ein Sohn, eine Tochter) genau die gleichen Erziehungsansätze verfolgt – erfolglos: Als das Mädchen dann eine lilafarbene Strumpfhose wünschte und der Junge Plüschtiere auf den Grill warf, sei ihr klar geworden, „dass es Barbie- und Pistolen-Gene gibt“.

Zahlreiche Studien hätten bewiesen, dass die genetisch-biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht wegzudiskutieren seien. Dass sich diese Unterschiede aber vor allem am Gehaltsgefälle und Positionierungen in Unternehmen ablesen lasse, sei nicht akzeptabel und vor allem nicht notwendig: „Biologische Verschiedenheit darf kein Grund für Ungerechtigkeit sein.“

Fried unterstrich, dass es aus ihrer Sicht in privaten wie beruflichen Lebenslagen darauf ankomme, die unterschiedlichen Talente zusammenzuwerfen und quasi zu bündeln. „Doppelt stark“ bedeute allerdings auch, dass Frauen ihre Opferrolle ablegten und Männer ihre vermeintliche Männlichkeit anders definierten. „In Unternehmen muss man über eine komplett neue Aufteilung von Lebens- und Arbeitszeit nachdenken“, so Fried. Untersuchungen hätten bewiesen, dass Firmen, die sich auf veränderte Strukturen eingelassen hätten (Stichwort: Führen in Teilzeit) auch ökonomisch erhebliche Vorteile generierten.

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