Archäologen legen an zwei Stellen im Stephaniviertel Teile der Stadtmauer frei / Drei Meter dicke Mauern

Alter Fangturm unter Parkplatz entdeckt

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Ein Blick in den Brunnen, den Archäologen auf einer Baustelle am Wall freigelegt haben. ·

Bremen - Im Stephaniviertel haben Archäologen an zwei Stellen Teile der historischen Bremer Stadtmauer freigelegt, die bei Bauarbeiten entdeckt wurden. Aus dem 13. Jahrhundert stammt der Fangturm, der bei der Sanierung des gleichnamigen Platzes aufgetaucht ist.

Gewaltige drei Meter dick sind seine Mauern, außen Sandstein-Findlinge, innen große Backsteine in mittelalterlichem Klosterformat, wie Landesarchäologe Dieter Bischop gestern sagte. Ursprünglich war der Fund ein Befestigungsturm an der alten Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert und „von enormer Bedeutung zur Verteidigung Bremens“. Nachdem der mittelalterliche Stadtring auch auf das Stephaniviertel ausgedehnt wurde, diente der Turm ab 1305 als Gefangenenturm. „Das erklärt den Namen ‚Fangturm‘“, so Bischop.

15 Meter hoch soll er einmal gewesen sein. Bereits 1927 ist er schon einmal entdeckt worden, als an der damaligen Langenstraße 76 die städtische Pfandleihe errichtet wurde. Diese nutzte einen Teil des Turms aufgrund seiner drei Meter dicken Mauern als Tresor. Bis zum Bombenangriff am 6. Oktober 1944 existierte direkt daneben das Neue Kornhaus, ein Weserrenaissancespeicher, der einen Teil des Fangturms überdeckte. Heute befindet sich hier ein Parkplatz, bei dessen Sanierung der Fangturm also erneut ans Tageslicht kam. Bei der Neugestaltung sollen nach Angaben von Bischop die Ausmaße des großen Turms im Pflaster sichtbar gemacht werden.

Reste eines anderen Teils der Stadtmauer haben die Archäologen auf einer Baustelle Am Wall 86, wo ein Wohnhaus entstehen soll, entdeckt. Hier kam auch ein Sandsteinbrunnen zum Vorschein, den Bischop in das 18. oder frühe 19. Jahrhundert einordnet. Er führe sogar noch Wasser, werde aber nun verfüllt und später überbaut. · vr

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