Hindu-Gemeinde feiert Zeremonie

Altar für Glücksgott Ganesha

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Prasad Agilandam (l.), Priester der Hindu-Gemeinde Bremen, mit Srikumar Kurukkal, Priester der Hindu-Gemeinde Hannover, während der religiösen Zeremonie auf dem Gelände des Stiftungsdorfes Ellener Hof.

Bremen - Es war ein bewegender Tag für die etwa 60 Familien zählende Bremer Hindu-Gemeinde: In Osterholz, genauer auf dem Gelände des Stiftungsdorfes Ellener Hof der Bremer Heimstiftung, haben sich am Montag viele der Gemeindemitglieder mit ihren Gästen versammelt, um eine besondere Zeremonie zu feiern.

Wo derzeit noch eine unebene Wiese das Bild prägt, soll auf rund 1 400 Quadratmetern ein Hindu-Tempel entstehen, der dem Glücksgott Ganesha geweiht ist. Um dieses Bauvorhaben des Vereins „Bremen Sri Varasiththivinayakar Tempel“ erfolgreich in die Wege zu leiten, stattete bereits im Januar eine schwarzbunte Milchkuh namens „Madel“ der Gemeinde wie dem Stiftungsdorf einen außergewöhnlichen Besuch ab und befand den für den Tempel vorgesehen Baugrund im Rahmen einer religiösen Zeremonie als geeignet. Jetzt folgen weitere heilige Handlungen.

Damit bereiten hinduistische Priester das Stück Boden vor, auf dem später der Hauptaltar des Tempels errichtet werden soll: ein Altar für Glücksgott Ganesha. Ganesha – auf Bildnissen an seinem Elefantenkopf zu erkennen – ist Sohn der Göttin Parvati und des Gottes Shiva. Hindus sehen in ihm nicht nur einen Glücksboten, sondern auch einen Vertreiber von Hindernissen sowie einen Gott der Weisheit. 

Grube in die Erde eingelassen

„Um den Ort zu reinigen und zu weihen, auf dem sein Altar entstehen wird, haben wir eine etwa sechs Meter mal acht Meter große Grube in die Erde eingelassen. Darin finden eine kleine Kupferplatte mit einem Bild Ganeshas, eine Muschel, verschiedene Lebensmittel, Blumen, Steine und auch Erde von einem Stück Land, auf dem Elefanten leben und weitere Gegenstände Platz“, sagt Pathmakaran Pathmanathan, Schatzmeister des Vereins, einer der Initiatoren des Tempelbau-Projektes und Mitglied der Bremer Hindu-Gemeinde. 

Viele der für die Zeremonie wichtigen Utensilien brachte der 45-jährige Tamile eigens von einer Reise in sein Heimatland mit, darunter die genannte Erde und auch Wasser aus dem Fluss Ganges, der für Hindus heilig ist.

Neben der Reinigung und Weihe des Bodens für den Ganesha-Altar erbaten die Priester zugleich den Beistand der Gottheit für das Gelingen des Tempelbaus. „Für uns als Gemeinde ist das ein wirklich großes Vorhaben, und es war nicht einfach, einen geeigneten Ort dafür zu finden. 

Neues Zentrum für den Glauben

Wir freuen uns sehr, nun ein neues Zentrum für uns und unseren Glauben schaffen zu können – mitten in und mit den Menschen hier in Osterholz“, sagt Pathmanathan. Für viele Mitglieder seiner Gemeinde liege dieser Tempel künftig gleich in der Nachbarschaft. Sie leben vor allem in Blockdiek und Tenever, einige in Gröpelingen, Arsten und Huchting sowie im Bremer Umland.

Sabine Schöbel, Hausleiterin des Stiftungsdorfes Ellener Hof, freut sich auf die neuen Nachbarn: „Wir sind durchaus offen für andere Religionen. Deshalb sind wir auch schon sehr gespannt auf das, was hier entsteht und darauf, wen wir alles kennenlernen werden.“ Alexander Künzel, Seniorvorstand der Bremer Heimstiftung, ergänzt: „Die Mitglieder der Bremer Hindu-Gemeinde werden das Leben im Stiftungsdorf sicher bereichern und bunter machen.“

sw

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