Im Mai sollen die ersten Patienten in den Neubau am Klinikum Mitte ziehen

Alles auf Umzug

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Der Neubau mit dunkelroten Klinkern und seinen vier „Gesundheits-Zähnen“ an der Bismarckstraße. 

Bremen - Von Jörg Esser. Es geht los. Acht Jahre nach dem ersten Spatenstich wird der Teilersatzneubau am Klinikum Bremen-Mitte (KBM) zum Leben erweckt. Mit „Tagen der offenen Tür“ – für Mitarbeiter der kommunalen Klinikholding Gesundheit Nord am Sonnabend und für die Öffentlichkeit am Sonntag. Mehrere tausend Besucher werden im Viertelstundentakt durch die zukünftige Klinik geschleust – durch Zimmer, OP-Säle, Intensivstationen, Ambulanzen und so weiter. Eine logistische Meisterleistung.

Auf rund 400 Millionen Euro werden die Baukosten für „Bremens größtes und modernstes Krankenhaus“ (so Klinik-Sprecher Timo Sczuplinski) mittlerweile beziffert – inklusive Medizintechnik. 230 Millionen Euro sind bei Baubeginn veranschlagt worden. Es ist viel schiefgelaufen bei dem Großprojekt. Gravierende Probleme gab es, weil das Wasser knöcheltief im Keller stand, die Lüftung ausgebessert werden musste, ein Kabelbrand zu Zeitverzögerungen führte. Und es gab immer wieder Ärger mit den Planern. Jetzt soll das Projekt endlich positive Schlagzeilen machen. Der „Schichtwechsel“ wird propagiert – Ärzte, Schwestern und Pfleger wollen die Handwerker ablösen.

Die Belegschaft ist motiviert. Die 2 700 Mitarbeiterwollen umziehen. Das jedenfalls ist am „Tag der offenen Tür“ überall zu spüren. Sie wollen einziehen in den Neubau entlang der Bismarckstraße – vier Gebäude mit „vier hervorstehenden Gesundheits-Zähnen“, heißt es im Flyer. Der weitläufige Klinik-Campus zwischen St.-Jürgen-Straße, Bismarckstraße und Friedrich-Karl-Straße mit ganz vielen verstreuten Gebäuden schrumpft von 20   Hektar auf sechs Hektar Fläche zusammen – das sind umgerechnet immer noch acht Fußballfelder. Von außen präsentiert sich der sechsgeschossige Bau aus dunkelroten Klinkern und mit tief heruntergezogenen Glasfronten schon seit Jahren bezugsfertig.

Die Betten sind gemacht, die Monitore angeschlossen: Die Patienten können kommen. 

Doch das Herz der Klinik schlägt im Inneren. Der Empfangsbereich im Erdgeschoss ist eine lange Magistrale. Es gibt überall lange Gänge. Und es gibt 4 500 Räume, davon gut 400 Patientenzimmer. Mit je zwei Betten, 22  Quadratmeter groß. Jedes Zimmer ist mit eigenem Bad, tiefen Fenstern, „Cockpits“ an den Betten, von dem aus etwa der eigene Fernseher gesteuert wird, sowie einem Safe für jeden Patienten ausgestattet. Zweckmäßig eben.

Die Stationen haben Lokalkolorit. Sie tragen bremische Namen – Werder, Humboldt, Marktplatz, Hanse, Kogge, Blockland, Bürgerpark. „Das Klinikpersonal muss sich in der Kommunikation umstellen“, sagt eine Chefärztin. Begriffe statt Ziffern. Aber für Patienten und Besucher erhöhe sich der Wiedererkennungseffekt. Man vergesse schon mal, ob man auf der „12“ oder der „14“ liege. Bei Werder und Rathaus sei die Verwechslungsgefahr ungleich kleiner.

Das Operationsbesteck liegt bereit.

818 Betten wird es auf den 16 Stationen im Neubau geben. Und: 10 000 medizinische Geräte, bis hin zum modernen Linearbeschleuniger in der Strahlentherapie. 22 OP-Säle, 25 Fachkliniken, sieben Institute, eine Intensivstation mit 36 Plätzen, davon zwölf in Einzelzimmern, ein zentraler Aufwachraum mit 30 Betten, Operationstische, die für Patienten mit einem Gewicht von bis zu 380 Kilo geeignet sind. Eine Rohrpostanlage schleust das Blut blitzschnell übers Klinikgelände – von der Blutdatenbank an der Friedrich-Karl-Straße bis hinein in die Fachkliniken im Neubau.

Lokalkolorit: bremische Stationsnamen. 

Mitte Mai soll der Umzug beginnen. Im neuen Gebäude muss der Betrieb reibungslos laufen, bevor die ersten Patienten ankommen. Deshalb werden die neuen Stationen rechtzeitig mit Medikamenten und allem bestückt, was dort sonst noch gebraucht wird. Zunächst ziehen die Internisten in den Neubau, ist zu erfahren. Die Urologie folgt zum Schluss. Die Urologie zieht übrigens in den Bürgerpark. Auf die Station Bürgerpark, versteht sich.

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