Neue Bühnentechnik

Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company

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Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company

Bremen - Sabine Komm. Es wird wieder gekämpft, gehurt und gestorben. Die Bremer Shakespeare Company, vor 30 Jahren als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet, startet am alten Ort mit neuer Bühnentechnik durch. Beim Theaterumbau griffen die Schauspieler auch selbst zum Pinsel.

Die Queen höchstpersönlich mit Halskrause und schockroten Handschuhen und ihr Liebhaber pfeifen wie Vögel, bevor sie sich der verbotenen Lust hingeben. Intrigen und derb-komische Anmache nehmen im Theater am Leibnizplatz mitten in Bremen wieder ihren Lauf. Nach 16-monatiger Umbauphase ist die Bremer Shakespeare Company in ihr Stammhaus zurückgekehrt. Die Wiedereröffnung wird am Freitag (1. März) mit der dreistündigen Premiere des Königsdramas „Richard III“ gefeiert. Am Samstag (2. März) ist Tag der offenen Tür.

Durch Umbau und Sanierung wurde aus der alten Schulaula ein neues Haus mit feinster Bühnentechnik. Die Kosten in Höhe von 4,2 Millionen Euro schulterten überwiegend die Stadt und das Bundesland Bremen, die Company warb rund 200 000 Euro Spenden ein. Theaterleiterin Renate Heitmann führt kurz vor der Premiere durchs Haus. Fertig ist das noch nicht. Überall herrscht noch Baulärm. Bohrer surren, Schreiner fertigen Leisten für die Herrentoiletten. Stromkabel hängen aus der Decke. Es riecht nach Farben und frischem Holz. „Zum Schluss sind die Handwerker sogar noch nach den Proben ins Haus gekommen, um bis zum Morgengrauen durchzuarbeiten“, sagt Heitmann.

Nach Aufführungen auf anderen Bremer Bühnen soll die Zeit des Exils jetzt endlich vorbei sein. Die neue Technik bezeichnet das Team als Quantensprung. Heitmann zeigt die begehbaren Beleuchterbrücken und eine fahrbare Portalbrücke, die schnelle Umbauten ermöglicht: „Wir müssen die Bühne nicht mehr mit der Hand hoch kurbeln. Das ist eine richtige Wundermaschine.“ Schauspieler Peter Lüchinger ist fasziniert von der Höhe des Bühnenraums: „Für die Shakespeare-Welt ist das nur gut, weil die sehr archaisch und sehr groß ist.“

Das Bühnenhaus ist ein Drittel höher als zuvor, auch Schauspieler Michael Meyer inspirieren die acht Meter bis zum Schnürboden: „In einem niedrigen Raum fühlt man sich klein, hier kann ich jetzt so richtig das königliche Gefühl ausleben. Der Raum gibt mir Kraft.“ Meyer spielt in „Richard III“ einen der grausamsten englischen Herrscher der Geschichte. In diesem Königsdrama von 1597 hat William Shakespeare den mordenden Mann als körperlich und seelisch verkrüppelten Menschen und großen Verführer porträtiert. In der Inszenierung von Ricarda Beilharz verkörpert Meyer diese Figur eindrucksvoll zwischen Moorlandschaft und angedeutetem Kronleuchter.

Seit 30 Jahren gibt es die Bremer Shakespeare Company, sie wurde als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet. Mit volksnahen Liebesdramen, Mordgeschichten, Verwechslungskomödien und Herrschertragödien geht man hier seitdem auf Distanz zum klassischen Bildungsbürgertheater. Noch heute ist die bundesweit tourende Company stolz, kein perfekt durchorganisiertes Stadttheater zu sein. „Vor den Aufführungen helfen wir uns gegenseitig in die Kostüme. Das schweißt zusammen“, sagt Gast-Schauspielerin Ulrike Knospe. Auch beim Umbau hätten die Schauspieler selbst die Pinsel in die Hand genommen und ihre Umkleiden gestrichen. Hier seien eben alle für alles zuständig, von den künstlerischen Ideen bis zu den Glühbirnen.

Alles neu bei der Bremer Shakespeare Company

Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company: Es wird wieder gekämpft, gehurt und gestorben. Die Bremer Shakespeare Company, vor 30 Jahren als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet, startet am alten Ort mit neuer Bühnentechnik durch. Beim Theaterumbau griffen die Schauspieler auch selbst zum Pinsel. © dpa / Bahlo
Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company: Es wird wieder gekämpft, gehurt und gestorben. Die Bremer Shakespeare Company, vor 30 Jahren als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet, startet am alten Ort mit neuer Bühnentechnik durch. Beim Theaterumbau griffen die Schauspieler auch selbst zum Pinsel. © dpa / Bahlo
Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company: Es wird wieder gekämpft, gehurt und gestorben. Die Bremer Shakespeare Company, vor 30 Jahren als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet, startet am alten Ort mit neuer Bühnentechnik durch. Beim Theaterumbau griffen die Schauspieler auch selbst zum Pinsel. © dpa / Bahlo
Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company: Es wird wieder gekämpft, gehurt und gestorben. Die Bremer Shakespeare Company, vor 30 Jahren als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet, startet am alten Ort mit neuer Bühnentechnik durch. Beim Theaterumbau griffen die Schauspieler auch selbst zum Pinsel. © dpa / Bahlo
Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company: Es wird wieder gekämpft, gehurt und gestorben. Die Bremer Shakespeare Company, vor 30 Jahren als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet, startet am alten Ort mit neuer Bühnentechnik durch. Beim Theaterumbau griffen die Schauspieler auch selbst zum Pinsel. © dpa / Bahlo
Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company: Es wird wieder gekämpft, gehurt und gestorben. Die Bremer Shakespeare Company, vor 30 Jahren als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet, startet am alten Ort mit neuer Bühnentechnik durch. Beim Theaterumbau griffen die Schauspieler auch selbst zum Pinsel. © dpa / Bahlo
Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company: Es wird wieder gekämpft, gehurt und gestorben. Die Bremer Shakespeare Company, vor 30 Jahren als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet, startet am alten Ort mit neuer Bühnentechnik durch. Beim Theaterumbau griffen die Schauspieler auch selbst zum Pinsel. © dpa / Bahlo
Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company: Es wird wieder gekämpft, gehurt und gestorben. Die Bremer Shakespeare Company, vor 30 Jahren als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet, startet am alten Ort mit neuer Bühnentechnik durch. Beim Theaterumbau griffen die Schauspieler auch selbst zum Pinsel. © dpa / Bahlo
Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company: Es wird wieder gekämpft, gehurt und gestorben. Die Bremer Shakespeare Company, vor 30 Jahren als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet, startet am alten Ort mit neuer Bühnentechnik durch. Beim Theaterumbau griffen die Schauspieler auch selbst zum Pinsel. © dpa / Bahlo
Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company: Es wird wieder gekämpft, gehurt und gestorben. Die Bremer Shakespeare Company, vor 30 Jahren als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet, startet am alten Ort mit neuer Bühnentechnik durch. Beim Theaterumbau griffen die Schauspieler auch selbst zum Pinsel. © dpa / Bahlo
Alles nagelneu bei der Bremer Shakespeare Company: Es wird wieder gekämpft, gehurt und gestorben. Die Bremer Shakespeare Company, vor 30 Jahren als selbst verwaltetes Künstlerkollektiv gegründet, startet am alten Ort mit neuer Bühnentechnik durch. Beim Theaterumbau griffen die Schauspieler auch selbst zum Pinsel. © dpa / Bahlo

Langweilig ist die Konzentration auf Shakespeare für Schauspieler Lüchinger auch nach 20 Jahren nicht: „Ich bin immer wieder erstaunt, welche Welten sich da auftun. Man denkt, man versteht alles, und doch hat man nichts verstanden.“ Shakespeare sei ein Katalysator, der bis heute funktioniere. „Der schlimmste Tod ist, am Leben zu bleiben“, heißt es in „Richard III“, in diesem Porträt eines abgrundtief bösen und radikal einsamen Menschen. dpa

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