Was „Turbo!“ für ihn bedeutet

Atze Schröder vor seinem Bremen-Auftritt: „Alle stehen unter Druck“

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Ein Mann der klaren Gesten – Atze Schröder auf der Terrasse des Park Hotels. Im Hintergrund der Hollersee.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Turbo!“ Damit ist der Comedian Atze Schröder unterwegs. „Turbo!“ – so nämlich heißt sein neues Programm, mit dem er am Sonnabend, 3. März 2018, in der Bremer Stadthalle (ÖVB-Arena) auftritt.

Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 20 Uhr (Karten ab etwa 37 Euro). Am Freitag war Schröder schon mal ganz in der Nähe der Halle. Er saß im Dorint Park Hotel, um über seine Arbeit zu sprechen.

Ganz genau sitzt der Comedian, Jahrgang 1965, in der Kuppelhalle und trinkt einen Cappuccino. Was hat er zu bedeuten, der Titel „Turbo!“? Nun, es steckt eine ganze Menge dahinter. Vor Jahren sei ihm der Titel schon eingefallen, erzählt Schröder. Denn: „Der Begriff ,Turbo‘ drückt die Atze-Welt mit einem Wort aus.“

Alles wird immer schneller

Vor allem aber geht es ihm um das, was die Gesellschaft gegenwärtig bewegt. „Turbokommunikation, Turbo-Abi – alle stehen unfassbar unter Druck. Das ist der Zeitgeist, das ist das Thema der Stunde, dass allen so langsam der Druck zu viel wird. Wenn Du eine E-Mail eine Stunde nicht beantwortest, giltst Du schon als klinisch tot.“

Also wirbt der „Turbo!“-Macher auf seine Weise für Entschleunigung: „Es geht darum, den Leuten zu sagen, geht doch mal vom Gas. Bleib als Mutter morgens mal liegen, das Kind muss ja zur Schule, nicht Du.“

Dass Smartphone, soziale Netzwerke & Co. viel zur Beschleunigung in der Gesellschaft beitragen, ist auch dem Comedian aufgefallen – mit dem Comedy-typischen Blick fürs Detail und fürs Absurde: „Frikadellen werden gepostet und mit Filter bearbeitet.“ Beworben wird „Turbo!“ aber auch als Atze Schröders „persönlichstes Programm“. Wie ist das zu verstehen?

Offenbar ganz persönlich, folgt man dem Künstler. „Jetzt mit über 50 erzähle ich auch vom Besuch beim Urologen – als Eröffnung. Und das funktioniert, die Leute lachen.“

Die letzte große Hallentour

Schröder ist viel unterwegs, sehr viel. Seine Tournee führt ihn quer durch Deutschland und rauf und runter – von Konstanz bis Kiel und buchstäblich von A bis Z, von Aschaffenburg bis Zwickau. Gibt es da einen Ort, wo er noch nicht war – oder einen, wo er unbedingt noch hin möchte? „In Deutschland war ich überall“, antwortet Schröder. Dann kommt ihm ein Gedanke: „In Bremerhaven habe ich mal gesagt, ich spiele noch mal in Fickmühlen.“ (Das liegt im Landkreis Cuxhaven, d. Red.)

Aber ob es da eine Halle gibt? Oder einen Club? Eines steht für Schröder jedenfalls fest: „Es ist jetzt die letzte große Hallentour. Danach möchte ich mal wieder in Clubs. Ich nehme mir mehr Freiheiten raus.“ Ein weiterer Gedanke ist der Wunsch, mal wieder als Musiker aufzutreten – denn: „Ich bin eigentlich Schlagzeuger.“ Und zu reizen scheint es ihn schon: „Mal ab und zu in der zweiten Reihe stehen, nicht reden.“

Wer mal nicht reden möchte, der kann ja auch etwas schreiben. Es gibt ja schon die Schröder-Romane „Und dann kam Ute“ (2013) und „Der Turbo von Marrakesch“ (2016). Kommt da vielleicht noch was? Auf jeden Fall kommt eine Antwort: „Eventuell eine Atze-Biografie.“

www.atzeschroeder.de

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