Ungewöhnlich starke Belastung

Algen-Alarm am Bremer Unisee

Algen-Warntafel am Bremer Unisee.
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Algen-Warntafel am Bremer Unisee.

Bremen – Die Badesaison hat noch gar nicht wirklich begonnen, da kommt schon der erste Algen-Alarm. Im Unisee (Stadtwaldsee) werde gegenwärtig eine „ungewöhnlich starke“ Algenblüte beobachtet, so ein Sprecher des Umweltressorts. Gegenmaßnahmen sollen nun zu einer Verbesserung beitragen.

Der Unisee zeige gegenwärtig „eine intensive Blüte der sogenannten Burgunderblutalge, einer fädigen Cyanobakterienart“. Die Burgunderblutalge enthält das rote Pigment Phycoerythrin, was sie rötlich färbt – und auch das Gewässer, in dem sie lebt, mehr oder weniger deutlich rot färben kann. Die Algenblüte führt zu einer stark verringerten Sichttiefe, einem hohen pH-Wert und hohen Sauerstoffwerten im Unisee.

Cyanobakterien, die auch als Blaualgen bezeichnet werden, gelten als „typischer Bestandteil des natürlichen Ökosystems See“. Aber eben nicht in dieser Menge. Nährstoffreichtum, insbesondere hohe Phosphorgehalte, begünstigen ein intensives Algenwachstum, heißt es im Ressort weiter.

Der Klimawandel tut den Bremer Algen gut

Und: „Die Burgunderblutalge wächst im Gegensatz zu anderen Algenarten bevorzugt auch bei niedrigen Temperaturen. Durch diese Tatsache kann sie sich konkurrenzlos im Winter entwickeln und das gesamte Nährstoffspektrum nutzen.“ Da die Temperaturen in diesem Winter in Bremen vergleichsweise niedrig gewesen sind, hat sich die Burgunderblutalge geradezu sprunghaft vermehrt.

Steigen die Temperaturen, können andere Algen aufholen. Und, so der Sprecher weiter: „Hohe Nährstoffkonzentrationen im Zusammenspiel mit hoher Sonneneinstrahlung begünstigen Blaualgenblüten.“ Nach neueren Erkenntnissen seien Cyanobakterien „Profiteure des Klimawandels“.

Verschiedene Blaualgenarten können Gifte ausstoßen, darunter auch die Burgunderblutalge. Bei Kontakt mit belastetem Wasser kann es zu Haut- und Schleimhautreizungen, Bindehautentzündungen, Ohrenschmerzen, Durchfall, Fieber und allergischen Reaktionen kommen. Besonders für Kleinkinder ist es gefährlich, wenn sie dieses Wasser verschlucken – aber auch für Hunde.

Ordnungsamt verstärkt Kontrollen am Bremer Unisee

Nicht zuletzt mit Blick darauf kontrolliert das Ordnungsamt jetzt verstärkt, ob die Anleinpflicht für Hunde eingehalten wird. Sie gilt ohnehin während der Brutzeit (bis 15. Juli). Während der Badesaison (bis 15. September) gilt zudem ein Verbot für Hunde im Bereich des Badestrands.

Im Kampf gegen die Algenbelastung bemüht sich das Umweltressort gegenwärtig darum, den Nährstoffgehalt des Unisees zu reduzieren. Deshalb ist das Anfüttern von Fischen verboten. „Dies gilt für alle Angler“, hieß es. Auch Enten dürfen jetzt nicht gefüttert werden. Der Ressortsprecher: „Geprüft wird darüber hinaus mittelfristig eine Vergrößerung des Schilfbestandes um den See herum und ein Schließen des durch Trampelpfade durchzogenen bestehenden Schilfgürtels, da höhere Pflanzenarten ein Konkurrent um Nährstoffe für die ansonsten dominierenden Algenarten sind.“

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