Panik prägt die Stimmung in der Event-Branche

Alarmstufe Rot

Drei, die sich einig sind: Für die Veranstaltungsbranche muss was getan werden – Christian Seidenstücker (v.l.), Kristina Vogt und Andreas Beer. 
Foto: KOWALEWSKI
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Drei, die sich einig sind: Für die Veranstaltungsbranche muss was getan werden – Christian Seidenstücker (v.l.), Kristina Vogt und Andreas Beer. Foto: KOWALEWSKI
  • Martin Kowalewski
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Bremen – Am Dienstag will der Bremer Senat eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen beschließen. Dann sollen mehr als zwei Haushalte zusammenkommen können. Das sagte Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) am Montag auf einer Pressekonferenz im „Modernes“ zur bundesweiten Aktion „Night of Light“, bei der in der Nacht zu Dienstag in Deutschland 7 000 Veranstaltungsstätten mit rotem Licht angestrahlt werden sollen.

In Bremen dabei: etwa 60 Häuser, darunter der Fernseh- und der Fallturm, die Glocke und auch das Pier 2. Die Botschaft lautet: In der Veranstaltungsbranche herrscht die Alarmstufe Rot. „Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht“, heißt es in einem Appell der Veranstalter an die Politik. Die Corona-Lockerung mag Gastronomen freuen, der Veranstaltungsbranche nützt das nichts, heißt es.

Mit Christian Seidenstücker aus dem Vorstand von Joke Event und Andreas Beer, Geschäftsführer des Veranstaltungstechnikunternehmens „Active Blue“ traf Vogt auf zwei Betroffene an vorderster Stelle. Wichtig ist ihnen die Frage, wann es wieder weitergehen kann. Ein Stichtag sei nötig, um etwa bei der Bank Hilfskredite bewilligt zu bekommen.

Schwierige Lage

Doch eine solche Ansage seitens der Politik ist wohl nicht so bald zu erwarten. „Bei der Öffnung der Gastronomie habe ich fünf Wochen lang Anläufe gebraucht“, so Vogt. Bei Veranstaltungen sei die Lage schwieriger, da Lockerungen vom Infektionsgeschehen abhängig seien. Die öffentliche Meinung sei eher auf dem Standpunkt, nicht zu viel zu lockern – was sich an den Feier-Hotspots allerdings anders darstellt. Auch die Zeit nach Corona werde große Herausforderungen bringen. Sie wolle alles ihr Mögliche für die Branche tun, sagte Vogt.

Personalproblem

Ein mögliches Personalproblem der Zukunft kündige sich bereits jetzt an. „Die Mitarbeiter werden aus der Branche gedrängt“, sagte Beer. „Wenn uns diese Leute ausgehen, haben wir ein Riesenproblem.“ Seidenstücker wies auf die „enorme wirtschaftliche Bedeutung“ der Veranstaltungsbranche hin. Sie sei die sechstgrößte Branche in Deutschland, zusammen mit Kultur- und Kreativwirtschaft käme sie auf Platz zwei. Es gebe eine Million Beschäftigte. Die Branche stehe für 130 Milliarden Euro Umsatz, in ihrer gesamtwirtschaftlichen Auswirkung sogar für 264 Milliarden. Seidenstücker präsentierte auch Lösungsvorschläge, darunter die Möglichkeit, dass Mitarbeiter bei 100 Prozent Kurzarbeitergeld 30 Prozent im Unternehmen arbeiten könnten.

Von Martin Kowalewski

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