Straßenkunst vom 14. bis 17. Juni

La Strada in Bremen: Akrobatik und Klimawandel

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Doris Friedmann steht in den Wallanlagen, greift in die Akkordeontasten – und singt schon mal das „La-Strada“-Programm.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Wallanlagen, die Wiese hinter der Kunsthalle, kurz nach 11 Uhr. „Ja, was gibt´s in Bremen denn nun zu sehen?“ Diese Frage stellt Doris Friedmann im gleißenden Sonnenlicht unter blauem Himmel – laut und kräftig singend.

Die Künstlerin greift in die Tasten ihres Akkordeons und schmettert auch gleich die Antwort – lauter Namen. Was ist hier los? Das Programm des Straßentheaterfestivals „La Strada“ wird vorgestellt.

Die wortgewaltige Sängerin Doris Friedmann aus Alsenz (Rheinland-Pfalz) ist auch dabei. Sie moderiert die „La-Strada“-Gala bei der Bremer Shakespeare-Company im Theater am Leibnizplatz – am Sonnabend und Sonntag, 16. und 17. Juni, jeweils um 20.30 Uhr. Die Gala kostet Eintritt (28 Euro, Restkarten soll es noch geben). Der Rest von „La Strada“ ist, wie es immer so schön heißt, „umsonst und draußen“. Spenden sind höchst willkommen. Und das Publikum in Bremen gilt als spendierfreudig.

Straßenkunst auch in Bremen-Nord

Auch die Künstler geben gern – und so gibt es „La Strada“ in diesem Jahr gleich doppelt (aber in teils unterschiedlicher Besetzung). Nachdem ein Ein-Tages-Versuch dort im vergangenen Jahr großen Anklang gefunden hatte, bekommt Bremen-Nord dieses Mal zwei Tage „La Strada“. Das Festival „entdeckt den Bremer Norden“, sagen die Organisatoren um Festivalleiterin Gabriele Koch, die hier mit Lutz Hößelbarth („Weserevents“) zusammenarbeiten.

Auf dem früheren Areal der Bremer Wollkämmerei in Blumenthal gibt es am Sonnabend, 9. Juni, in der Zeit von 15 bis 24 Uhr Programm. Am Sonntag, 10. Juni, treten die Künstler ab 11 und bis 20 Uhr auf. In Bremen-Nord sind unter anderem der belgische Musiker Bernard Massuir, der Schweizer Straßentheaterkünstler „Oskar“ und die deutschen Tonnen-Akrobaten „Tonnection“ mit von der Partie. Das „Parkour-Bremen-Showteam“ will Zuschauer zum Mitmachen animieren.

Start mit einem Spektakel

Leben auf dem Dach – die Gruppe „Vloeistof“ zeigt im Wallgraben ein „Haus unter Wasser“. Wegen des Klimawandels müssen die Menschen aufs Dach flüchten.

In Bremen-Stadt beginnt „La Strada“ (Ausgabe 24) dann am Donnerstag, 14. Juni – und zwar, wie es sich gehört, mit einem Spektakel. In den Wallanlagen hinter der Kunsthalle, wo Doris Friedmann so schön gesungen hat, präsentiert die französisch-spanisch-kanadische Compagnie „Cirque Rouages“ das Programm „Sodade“ – angekündigt als „poetischer Drahtseilakt“.

Eine geradezu „wahnsinnig poetische Show“ sei es, sagt Festivalleiterin Koch. „Ein Seil wird um eine Radkonstruktion herumgespannt. Das Seil bewegt sich, während darauf getanzt wird. Das Thema ist: Erinnerung.“ Die „bildstarke und akrobatische“ Show brauche ein gewisses Maß an Dunkelheit. Deshalb geht‘s am 14. Juni auch erst spät los – um 22.45 Uhr nämlich.

Humor und Poesie vereint

Erinnerung ist nicht das einzige Thema, das bei „La Strada“ künstlerisch bearbeitet wird. Andere Auftritte drehen sich um Arbeitslosigkeit, Klimawandel und Umweltverschmutzung. Humor und Poesie sollen gleichwohl nicht zu kurz kommen.

Straßenkünstler aus der ganzen Welt treten am Freitag, 15. Juni, in der Zeit von 17.30 bis 23 Uhr auf – Hauptspielorte sind die Innenstadt (Marktplatz, Domshof) und die Wallanlagen. Am Sonnabend, 16. Juni, gibt‘s in der Zeit von 14 bis 22 Uhr Programm; am Sonntag, 17. Juni, von 12 bis 18.15 Uhr. Mit dem früheren Beginn am Sonntag wolle man vor allem Familien entgegenkommen, hieß es.

La Strada ist Teil eines EU-Projekts

„La Strada“ ist nicht allein Teil des Bremer Raumfahrtjahrs („Sternstunden 2018“), sondern auch Teil des EU-Projekts „Poetic Invasion of the Cities“ (neben Festivals aus Italien und Rumänien). Beteiligungen, die auch dazu beitragen, die Finanzierung zu sichern – etwa über EU-Förderung. Denn so ein Festival, das kostet.

Koch beziffert den „La-Strada“-Etat für Bremen-Stadt auf 223.000 Euro und für Bremen-Nord auf 38.000 Euro. Hinzu kommen Sachspenden und das Engagement von gut 80 freiwilligen Helfern. Der Förderverein hat 500 Mitglieder. Alle zusammen sorgen dafür, dass es in Bremen etwas zu sehen gibt.

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