46. Auflage der „Musikschau der Nationen“ begeistert die Premierenbesucher in der Bremen-Arena

Aida, Wilhelm Tell und echte Hingucker

Der farbenfrohe Auftritt des niederländischen Zöllner-Orchesters „Douane Harmonie“ war ein echter Hingucker zum Auftakt der „Musikschau“ in der Bremen-Arena.

Bremen - Von Boris HellmersBREMEN · Als die Musiker der Mongolischen Streitkräfte am Montag ins minus zwölf Grad kalte Bremen kamen, fanden sie es „etwas frisch“ – bis minus 40 Grad sind die Asiaten von daheim gewohnt. Sie wissen also umso besser, wie man sich ordentlich einheizt – und waren mithin die perfekten Mitspieler der 46. Auflage der „Musikschau der Nationen“.

Die Gäste, die ausweislich der Autokennzeichen auf der Bürgerweide wieder aus der ganzen Republik und fast ganz Europa anreisten, freuten sich über die Mongolen und acht weitere Ensembles, die mit buntem Multikulti-Sambagetöse gemeinsam in die Bremen-Arena einzogen – so sieht man die Militärs und Autoritäten verschiedener Länder gern aufeinander prallen. Das Motto des Veranstalters, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, stimmt jedenfalls selten so wie bei der „Musikschau“: „Versöhnung, Verständigung, Freundschaft“.

Der Volksbund-Präsident Reinhard Führer begrüßte die Premierenzuschauer und unterstrich, wie wichtig die Musikschau für seinen Verband sei. „Musik verbindet“, sagte er, „der Kammerton A gilt überall.“ Moderator Norbert Kuntze bat dann die Nachbarn aus den Niederlanden in den Saal: Die „Douane Harmonie“, ein großes Orchester aus Zöllnern und Finanzbeamten, kam mit geradezu sinfonischem Aufgebot und ließ sich von zwölf wendigen Tänzerinnen und lauter Fahnenträgern begleiten – ein echter Hingucker als Auftakt.

Es folgten die Malteser mit Evergreens wie „YMCA“ und Rossinis „Wilhelm Tell“, dann die frostgestählten Mongolen, die nicht nur Eins-A-Musik ablieferten, sondern auch artistischen Volkstanz voll mitreißender Springmaus-Energie: Riesenapplaus für die fernöstlichen Künstler.

Filmmusiken („Der Pate“) und Opernbelcanto (Verdis „Aida“) brachte die „Banda Musicale dell'Arma de Caribinieri“ aus Rom mit, später sorgte die „Kenya Navy Band“ für sonnig-afrikanische Tonkunst, aus Frankreich kam die rot-weiße „Musique de la Région Terre Sud-Ouest“.

Ein Höhepunkt, wie in jedem Jahr, war die amerikanische „US Army Europe Band“ aus Heidelberg. Die Truppe, ausgestattet mit großem Bläsercorps, kleiner Pop-Kombo und zehn Sängern, verkörpert den „American Spirit“ auch in ihrem Programm, das mit Militätmusik nicht mehr viel zu tun hat. Bestens aufgelegt, in professioneller Show-Manier und musikalisch auf höchstem Stand, brachten die Amerikaner unter anderem einen Tribut an den verstorbenen „King of Pop“ Michael Jackson. Zwischen den Darbietungen zeigte die Jugendabteilung des Volksbundes, welche Vorhaben aus den Erlöse der „Musikschau“ unterstützt werden. Exemplarisch dokumentierte ein Video aus Cannock Chase in Großbritannien, wie die Jugendlichen vor Ort Erinnerungsarbeit leisten: mit der Pflege von Gräbern gefallener Soldaten, mit Gedenkveranstaltungen im Ausland und immer wieder mit dem Dialog mit Menschen anderer Nationen. 20  000 Jugendliche nehmen pro Jahr teil.

Heute, am Sonnabend, gibt es um 14.30 und um 19.30 Uhr sowie morgen, am Sonntag, um 14.30 Uhr weitere Vorstellungen der „Musikschau“.

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