Das Buch „Focke Museum“ führt durch die Sammlung des Hauses

Ein ästhetischer Streifzug

Zwei Augenpaare riskieren einen Blick in das neue Buch mit dem Titel „Focke Museum“: Dr. Uta Bernsmeier und Museumsgründer Dr. Johann Focke. ·
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Zwei Augenpaare riskieren einen Blick in das neue Buch mit dem Titel „Focke Museum“: Dr. Uta Bernsmeier und Museumsgründer Dr. Johann Focke. ·

Bremen - Von Ulf KaackEine informative Augenfreude sollte der neue Führer durch die Sammlung des Focke-Museums werden. Schon beim ersten Durchblättern stellt der Leser fest, dass dieses hochgesteckte Ziel erreicht wurde: Das druckfrische Buch mit dem schlichten Titel „Focke Museum“ ist ein ästhetischer Streifzug quer durch die Sammlung.

Viele Jahre gab es einen Museumsführer klassischer Machart, der aber bereits seit längerem überholt war. Zwischenzeitlich bereicherten der Kubus mit dem Schaumagazin, das neugestaltete Haus Riensberg mit seinem Kindermuseum sowie die Wissenswerkstatt Archäologie im Eichenhof das Ensemble.

„Als die letzten Exemplare vergriffen waren, machten wir uns im Hause über ein neues repräsentatives Printprodukt Gedanken, ohne uns dabei an dem alten Museumsführer orientieren zu müssen“, sagt Dr. Uta Bernsmeier, verantwortlich für das redaktionelle Projektmanagement. „Dessen Funktion hatte zwischenzeitlich der moderne Multimediaguide übernommen, der die Besucher interaktiv durch die verschiedenen Ausstellungen führt. Damit konnten wir konzeptionell ganz neu ansetzen.“

So erfüllt das Museumsbuch in den Augen seiner Macher vor allem zwei Funktionen: Es wird gelesen, um sich an den vergangenen Besuch im Focke-Museum zurückzubesinnen. Oder als Appetithappen, um Lust zu machen, sich mit der bremischen Kunst- und Kulturgeschichte auseinanderzusetzen. „Eine Begegnung mit den Originalen ersetzt das Buch natürlich nicht“, so Bernsmeier.

Aus 208 Seiten porträtiert das gebunden Druckwerk von hochwertiger Haptik die verschiedenen Ausstellungsbereiche anhand ausgewählter Exponate. Wie das Focke-Museum selbst, folgt das Buch klaren Strukturen: Der Leser absolviert eine Reise durch den gesamten Gebäudekomplex. Im Haupthaus erlebt er, beginnend im Mittelalter, chronologisch die verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte bis in die 60er Jahre. Weiter geht’s im Schaumagazin, wo sich die Thematiken an den Objekten selbst festmachen.

Bäuerliche Kultur gibt es in der Tarmstedter Scheune zu erleben, Frühgeschichte und Archäologie im Eichenhof. Angewandte Kunst, Wohnkultur sowie Spielzeug findet in all seiner Vielfalt Raum im Haus Riensberg. Den inhaltlichen Schlusspunkt markiert die Oberneulander Mühle.

„Die dargestellten Exponate bilden einen repräsentativen Querschnitt durch die facettenreiche Sammlung des Focke-Museums“, sagt Bernsmeier, übrigens mit über 25 Jahren die dienstälteste Mitarbeiterin des Landesmuseums. „Sie erzählen Episoden der Stadthistorie, aus Politik und gern auch mal die bremische Mentalität.“

Letztgenannte lässt sich gut an einem ihrer Lieblingsexponate ablesen, süffisanter Weise dem Schwert des Scharfrichters: „Die Todesstrafe wurde in Bremen nur selten vollstreckt, denn die härteste aller Strafen bedurfte der Bestätigung des hannoverschen Stadtvogtes“, weiß die Kunsthistorikerin. „Da man den aber möglichst aus der Stadt fernhalten wollte, sah der Rat oft von einem Todesurteil ab.“

Die vorgestellten Objekte sind in klarer Bildsprache in Szene gesetzt, die Texte dazu informativ und kurzweilig auf den Punkt formuliert. Hier blieb das Autorenteam um Dr. Uta Bernsmeier dem Stil des Hauses treu. Das Buch kostet 12,90 Euro und ist im Museumsshop erhältlich.

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