Adwen und Fraunhofer IWES testen Acht-Megawatt-Windkraftanlagen

Die nächste Generation

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35 Millionen Euro hat das Institut Fraunhofer IWES in einen großtechnischen Prüfstand in Bremerhaven investiert. Dort sollen unter anderem die neuen Acht-Megawatt-Windturbinen von Adwen getestet werden.

Bremerhaven - Von Jörg Esser. Die Windernte auf hoher See wird immer ertragreicher. Derzeit drehen sich in deutschen Off-shore-Parks Windräder mit einer Gesamtleistung von rund drei Gigawatt installierter Leistung. Zwei Drittel davon sind in diesem Jahr ans Netz gegangen, was der Leistung von zwei Kernkraftwerken entspricht. Und die Offshore-Anlagen der nächsten Generation werden immer stärker.

Das Unternehmen Adwen, das in seinem Bremerhavener Werk derzeit Turbinen mit einer Leistung von fünf Megawatt (MW) fertigt und rund 500 Mitarbeiter beschäftigt, hat bereits eine Acht-Megawatt-Windkraftanlage entwickelt. Der Antriebsstrang der Acht-MW-Turbine soll ebenfalls in Bremerhaven getestet werden – in dem vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (kurz: Fraunhofer IWES) neu eingerichteten „Dynamic Nacelle Testing Labaratory“ (Dynalab). Ein entsprechender Kooperationsvertrag ist jetzt von beiden Partnern unterzeichnet worden. Der großtechnische Prüfstand wird am 20.Oktober eingeweiht.

Das Dynalab zählt zu den weltweit größten und vielseitigsten Prüfständen zur Erprobung von Windenergieanlagen-Gondeln. Fraunhofer IWES hat eigenen Angaben zufolge rund 35 Millionen Euro in die Planung und in den Bau der Anlage investiert. Man wolle der Windkraftbranche eine wertvolle Unterstützung unter anderem bei der schnellen und sicheren Einführung neuer Windturbinen anbieten, sagte Prof. Jan Wenske, stellvertretender Institutsleiter von Fraunhofer IWES in Bremerhaven.

Der Prüfprozess, der im Dezember anlaufen soll, werde zusätzlich die mechanische Erprobung sämtlicher Antriebskomponenten abdecken. Dabei werden reale Betriebsbedingungen und Belastungssituationen sowie Offshore-Bedingungen für Extrem- und Ermüdungslasten bei der Prüfung von Getrieben, Lagern, Kupplungen, Wellen, Generatoren und Umrichtern nachgestellt. Letzteres sei im Rahmen der „De-Risking-Strategie“ vor der Errichtung des Prototyps von größter Bedeutung. „Der Prüfstand ist für die Windkraftbranche von unschätzbarem Wert“, sagt Maite Basurto, Technischer Geschäftsführer bei Adwen.

Das Unternehmen, an dem der französischen Energiekonzern Areva und der spanischen Windanlagenhersteller Gamesa jeweils 50 Prozent besitzen, hat nach eigenen Angaben für die Acht-MW-Turbinen Aufträge von 1,5 Gigawatt in der Projektpipeline. Die Serienproduktion soll 2018 an den Industriestandorten von Adwen in Deutschland (Bremerhaven und Stade) sowie Frankreich starten. Adwen visiert bis 2020 in Europa einen Marktanteil von 20 Prozent bei Off-

shore-Windanlagen an.

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