Wohninvest plant urbanes Stadtviertel

Bremen: 900 neue Wohnungen

Auf dem ehemaligen Coca-Cola-Gelände in Hemelingen stehen noch letzte Gebäudereste.
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Abrissarbeiten laufen auf Hochtouren: Auf dem ehemaligen Coca-Cola-Gelände in Hemelingen stehen noch letzte Gebäudereste.

Hemelingen wird umgebaut. Auf den alten Industriebrachen der Fleischwarenfabrik Könecke und von Coca-Cola soll ein urbanes Zentrum entstehen. Mit 900 Wohnungen.

Bremen – Das Immobilienunternehmen Wohninvest hat jetzt auch die Industriebrache der ehemaligen Wurstfabrik Könecke gekauft. Das ebenfalls freigewordene, benachbarte Coca-Cola-Gelände hatten die Schwaben, die im Sommer 2019 für zehn Jahre die Namensrechte am Weserstadion erworben haben, bereits vor anderthalb Jahren gekauft. Damit wächst in Hemelingen zusammen, was irgendwann mal zusammengehören soll.

Auf einem insgesamt rund acht Hektar großen Areal soll ein neues Stadtviertel entstehen. Die Planungen sehen unter anderem 900  Wohnungen vor. Hemelingens Ortsamtsleiter Jörn Hermening ist froh, dass es auf der Brache vorangeht. Es sei schließlich einige Jahre fast nichts passiert. Leerstand sei auf Dauer nicht gut für einen Stadttteil. Die Bebauung der ehemaligen Industrieflächen im Dreieck zwischen den Bahnlinien Bremen-Hannover und Bremen-Osnabrück sowie Hastedter Heerstraße, Sebaldsbrücker Heerstraße und Hemelinger Bahnhofstraße werde Hemelingen „stärker verändern als alle Maßnahmen der vergangenen Jahrzehnte“, sagt Hermening.

Wohninvest plant ein „urbanes Quartier mit hoher Wohn- und Lebensqualität“, das nicht nur die unmittelbare Umgebung, sondern ganz Bremen prägen soll. Projektentwickler Jan Leis sagt: „Auf rund 80 000 Quadratmetern werden wir ein neues urbanes Zentrum für Hemelingen schaffen. Im Fokus steht ein durchmischtes Quartier, das neben ausreichend neuem Wohnraum für unterschiedlichste Bewohnergruppen auch gewerbliche Nutzungs- und Nahversorgungsmöglichkeiten bietet.“

„Neue Sichtbarkeit“

„Urbane Nutzungsdurchmischung“, „attraktives Preisniveau“, „bestmögliche Mieten“ sind weitere Schlagworte, die Wohnivest ins Spiel bringt. „Wir entwickeln ein neues modernes Stadtviertel mit dem Anspruch, die Kriterien des zeitgemäßen heutigen Städtebaus zu erfüllen“, sagt Constantin Hägele, Architekt und verantwortlich für den Bereich Bau und Entwicklung bei Wohninvest. Er lobt zudem die „professionelle Zusammenarbeit mit der Stadt“. Ortsamtsleiter Hermening verweist auf das „große Potenzial“ und setzt darauf, dass viele Ideen, die durch die Bürgerbeteiligung entstehen, auch umgesetzt werden.

Mit im Boot beim Deal ist das Bremer Immobilienberatungshaus Robert C. Spies, das den Kauf flankiert hat und zukünftig Teile der Vermarktung übernimmt. Jens Lütjen, geschäftsführender Gesellschafter der Spies-Unternehmensgruppe, geht davon aus, dass Hemelingen und Sebaldsbrück durch die geplante Neugestaltung der Industriebrachen „eine stärkere Identität und ein neues Selbstverständnis“ gegeben werde. Er spricht von einer „neuen Sichtbarkeit“ der Stadt- und Ortsteile.

Eingezäunt: Noch erinnern Firmenschilder an alte Fleischfabrik-Zeiten.

Baubeginn für 2023 geplant

Die Abrissarbeiten auf dem Coca-Cola-Gelände laufen auf Hochtouren, von den alten Gebäuden stehen nur noch letzte Mauern. „Das ist ein gutes Zeichen, dass so schnell losgelegt wird“, sagt Hermening. Der Baubeginn ist für 2023 avisiert. Im Rahmen der „ganzheitlichen Planung“ soll später der Start des zweiten Bauabschnitts auf dem Könecke-Areal erfolgen. Wohninvest will die Bestandsflächen während der Zeit der Erschließung nicht leerstehen lassen, sondern plant, Zwischennutzungen zu ermöglichen.

Dass temporäre Nutzungen gut funktionieren, habe das von der auf dem alten Könecke-Areal angesiedelte Zwischenzeitzentrale (ZZZ) initiierte Projekt „Kunst bis zum Ende“ von Oktober 2020 bis März 2021 bewiesen.

Temporäre Nutzungen

Coca-Cola hat im Juli 2016 seine letzte Flasche Brause in Hemelingen abgefüllt. Im Februar 2017 verließen auch Vertrieb und Logistik den Standort und siedelten nach Achim um. Könecke produziert bereits seit Anfang 2012 keine Fleischwaren mehr in Sebaldsbrück. Die Verwaltung zog Anfang 2014 zum Flughafen. Könecke gehört mittlerweile zur Zur-Mühlen-Gruppe und hat unter anderem noch einen Produktionsstandort in Delmenhorst (850 Mitarbeiter).

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