Bauernhof umgebaut: „Sirius“ ist das dritte Hospiz in Bremen

Abschied nehmen

Der Raum der Stille für Angehörige im neuen Hospiz „Sirius“ in Arsten. Auf dem Sofa: Johannes Foppe, Geschäftsführer bei der Zentrale für Private Fürsorge, die das Hospiz betreibt.
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Der Raum der Stille für Angehörige im neuen Hospiz „Sirius“ in Arsten. Auf dem Sofa: Johannes Foppe, Geschäftsführer bei der Zentrale für Private Fürsorge, die das Hospiz betreibt.

Bremen – Die Fassade des alten Hofes steht noch. Hinter der großen Dielentür befindet sich das großzügige Atrium. An der Wand fallen farbige Bilder mit viel Grün ins Auge. Im jetzt fertiggestellten Hospiz „Sirius“ in Arsten kommt keinerlei sterile Krankenhaus-Atmosphäre auf. Die ersten Gäste haben ihre Räume bezogen, um hier ihren letzten Lebensabschnitt zu verbringen.

„Hospize müssen schön sein“, sagt Ludwig Evertz, Schirmherr des neuen Hospizes, das von der Zentrale für Private Fürsorge errichtet wurde und betrieben wird. Evertz weiß um die Bedeutung eines Hospizes aus eigner Erfahrung. Sein sterbenskranker Sohn verbrachte seine letzte Zeit im Hospiz „Brücke“, einer umgebauten Villa in Walle, ebenfalls von der Zentrale für Private Fürsorge betrieben. Und es ist schön hier im Hospiz „Sirius“. Der Umbau des alten Bauernhofes hat eineinhalb Jahre gedauert und ein beeindruckendes Ergebnis hervorgebracht. Über das Wohnzimmer geht es in den Garten. In der Küche kann man zusammensitzen. Die Gäste können in ihren Betten auf eine Terrasse gefahren werden und draußen vor ihren Zimmern die Natur genießen. Alle Räume haben eine angenehme Atmosphäre.

Es habe lange gedauert, einen Ort zu finden, der sich eignet, sagt Johannes Foppe, Geschäftsführer bei der Zentrale für Private Fürsorge. Die Fassade des alten Hofes ist stehengeblieben. Im hell und modern wirkenden Atrium sind noch alte, hölzerne Stützbalken zu sehen, aus der Zeit, als hier noch ein Stall war. Für Angehörige ist ein Raum der Stille eingerichtet. Kerzen stehen in einem Regal.

Zwei Köche sprechen mit den Gästen ihre Essenswünsche ab. Die ärztliche Versorgung erfolgt über den Ambulanten Palliativdienst Bremen. Acht Plätze gibt es im Hospiz – und schon eine Warteliste. Acht Pflegekräfte arbeiten momentan in Teilzeit hier, sechs weitere Teilzeitkräfte sollen hinzukommen. Bis Mitte Juli bleiben nur vier Plätze belegt, so Foppe. Ab August gehört eine Psychologin zum Team. Einmal pro Woche kommt ein Seelsorger. Hospizleiterin Karola Rumpf sagt, täglich kämen zahlreiche Anfragen nach einem Platz. Sie freut sich, dass das Hospiz von den Nachbarn angenommen wird.

Das Hospiz „Sirius“ von außen. Die Fassade des einstigen Hofes ist erhalten geblieben.

Da die Krankenkassen nur 95 Prozent der Betriebskosten von Hospizen finanzieren, müssen fünf Prozent durch den Verein mittels Spenden aufgebracht werden, etwa 70 000 Euro im Jahr, heißt es. Insgesamt kostete der Bau des Hospizes „Sirius“ 3,8 Millionen Euro. 119 000 Euro steuerte die Fernsehlotterie bei. Hinzukamen 60 000 Euro weitere Spenden. Den Rest finanziert der Verein aus Eigenkapital und über Kredite.

Mit „Sirius“ hat Bremen ein drittes stationäres Hospiz bekommen. Neben „Sirius“ und „Brücke“ gibt es das Hospiz Lilge-Simon-Stift, eröffnet 2014. Es befindet sich im Bremer Norden, in Schönebeck, und wird von den evangelischen Johannitern betrieben. Mit der „Mission Lebenshaus“ entsteht in Horn ein viertes Hospiz im Gemeindehaus der evangelischen Andreas-Kirchengemeinde. Das Andreas-Hospiz soll von der „Mission Lebenshaus“ betrieben werden, einer hundertprozentigen Tochter des Vereins für Innere Mission.

Das Hospiz „Sirius“ befindet sich In der Laake 14 in Arsten. Mehr unter „www.hospiz-sirius.de“.

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