Galoppsport

Abschied vom „Irrweg“

Und tschüss: Bremen kauft sich aus der öffentlichen Finanzierung des Galoppsports frei. ·
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Und tschüss: Bremen kauft sich aus der öffentlichen Finanzierung des Galoppsports frei. ·

Bremen - Von Jörg Esser. Der „Kraftakt“ ist beendet. Fünf Jahre lang haben die Experten aus dem Wirtschaftsressort daran gebastelt, das komplizierte Kapitel der öffentlichen Finanzierung des Galoppsports in Bremen abzuschließen. „Wir verabschieden uns aus einem Irrweg“, sagte Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) gestern auf der Sitzung der Wirtschaftssdeputation.

Die Deputation jedenfalls hat der Beschlussvorlage zugestimmt. Und damit nochmal einige Weichen gestellt. Unter anderem ist Bremen aus „Jahrhundertverträgen“ ausgestiegen.

Bis ins Jahr 2077 beispielsweise datierte ein Vertragswerk mit den Betreibern des Atlantic-Hotels an der Galopprennbahn, den Bremer Bauunternehmern Kurt Zech und Joachim Linnemann. Ihnen zahlt die Stadt jedes Jahr 114 000 Euro an Miete. Sie darf dafür Räume nutzen, macht es aber nicht. Die Mietzahlung wird laut Vertrag bis 2030 garantiert. Danach immerhin darf die Stadt die Zahlungen einstellen. Mit dem aktuellen Beschluss wird der Mietvertrag aufgehoben – gegen Zahlung von 1,2 Millionen Euro. Dafür verkauft die Stadt das rund 10 000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem das Hotel steht, und einige Nebenflächen an Zech und Linnemann – und erlöst 1,045 Millionen Euro.

Weiter geht’s im „dschungelähnlichen Geflecht“, wie es Klaus-Rainer Rupp von den Linken formulierte. Für die städtische Trainingsanlage für Galopper in Mahndorf berappt die Stadt bislang pro Jahr 170 000 Euro für die Grünpflege. Ein entsprechender Vertrag wurde 1979 unterzeichnet und läuft bis 2077. Auch daraus kauft sich Bremen frei – für knapp 1,4 Millionen Euro.

Bereits 2009 kündigte die Stadt den Nutzungsvertrag mit dem Rennverein – zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach 30 Jahren. Auch dafür wurden als „Schlusszahlung“ noch einmal 1,4  Millionen Euro auf den tisch geblättert. In den zehn Jahren zuvor hatte Bremen pro Jahr jeweils 800 000 Euro an Zuschüssen bezahlt. „Das war ein dickes Brett, das zu bohren war“, sagte Günthner. Und es werden keine zusätzlichen Haushaltsmittel erforderlich, weil die Stadt ein über 27 000 Quadratmeter großes Grundstück westlich der Galopprennbahn für 3,1  Millionen Euro veräußert hat. In nicht-öffentlicher Sitzung wurden gestern Abend entsprechende Verträge unterzeichnet.

Die Abgeordneten jedenfalls zeigten sich erleichtert, dass „ein Schlusspunkt unter eine Bremensie“ (Dieter Reinken, SPD) gesetzt worden sei, die die Vorvorgänger aus dem Hohen Haus den Parlamentariern von heute hinterlassen haben, beziehungsweise „endlich ein Ende in Sicht ist“ (Maike Schaefer, Grüne).

Der Beschluss wurde weitgehend einstimmig gefasst. Nur die Linken lehnten den Verkauf eines „Filetstücks“ an Privatinvestoren ab.

Übrigens: Der Rennverein plant auch für 2014 sieben Renntage in der Vahr und will dabei eine „schwarze Null“ schreiben. Der Saisonauftakt ist für Karfreitag, 18. April, geplant.

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