Abriss beginnt im Februar 

Bis 2023 entsteht in Gröpelingen ein neues Straßenbahndepot

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Ein Bagger hat schon ein paar Steine aus der Erde gerissen: BSAG-Pressesprecher Andreas Holling steht vor der verlassenen Wagenhalle des Straßenbahndepots Gröpelingen.

Bremen - Am frühen Montagmorgen ist die letzte Straßenbahn aus dem Depot der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) in Gröpelingen gefahren. Das Depot wird jetzt leergeräumt. Im Februar beginnt der Abriss. Werkhallen, der Umsteigebereich und auch ein Haus mit Verwaltung und Aufenthaltsräumen für Fahrer kommen weg. 2023 soll ein neues Straßenbahndepot fertig sein. Für die Fahrgäste soll es keine nennenswerten Beeinträchtigungen geben.

Während die Hallen abgerissen werden, läuft der Betrieb davor zunächst normal weiter. Täglich benutzen rund 24 000 Fahrgäste den größten Umsteigeknotenpunkt zwischen Bremen-Stadt und Bremen-Nord.

Von Anfang März bis Ende April werden dann neue Gleise in der Gröpelinger Heerstraße verlegt, die es den neuen breiteren Straßenbahnen erlauben, sich auf der Strecke zu begegnen. Zudem wird eine provisorische Wendemöglichkeit an der Havemannstraße errichtet. Das wird etwa acht Wochen zu Beeinträchtigungen führen, sagt BSAG-Sprecher Andreas Holling.

Am Depot Gröpelingen befinde sich der letzte Bereich in Bremen, wo noch Straßenbahngleise ausgetauscht werden müssten. Ab Mai wird an der Debstedter Straße ein Provisorium gebaut, an dem Busse und Bahnen halten können. Dies geht Mitte August in Betrieb bis zum Herbst 2021, dann soll die neue Umsteigeanlage direkt an der Gröpelinger Heerstraße fertig sein. Holling sagt: „Der neue Umsteigebereich wird kurze Wege beim Umstieg von Bus auf Bahn haben.“ Und er ist überdacht.

Ab Frühjahr 2021 wird ein neues Gebäude mit Werkstattanlagen und Sozialräumen errichtet, in das zudem die Polizei mit einem neuen Kommissariat und 140 Mitarbeitern einzieht. Geplant sind auch Abstellflächen für Straßenbahnen. Im Frühjahr 2023 soll der Neubau fertiggestellt sein.

Die bisherigen Hallen, 1926 in Betrieb genommen, erfüllen die heutigen Anforderungen nicht mehr. Die kommende Bahngeneration ist zum Beispiel zu breit für sie. „Früher waren Bahnen schmaler“, sagt Holling. Der Umsteigebereich sei unübersichtlich und im Dunkeln mitunter unbehaglich. Da das Gelände neu aufgeteilt wird, gewinnt die BSAG etwas Platz. Das alles kostet einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Das Geld kommt aus verschiedenen Töpfen – von der BSAG, den Ressorts für Bau und Verkehr sowie Inneres, weil ja auch die Polizei einzieht, aus Mitteln des Bremer ÖPNV-Gesetzes sowie des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre).

Logistisch bedeuten der Abriss und der Neubau für die BSAG eine große Herausforderung, über die schon Jahre diskutiert werde und zu der es viele Berechnungen gegeben habe, so Holling. „Die Linien 2 und 10 starten hier. Jetzt müssen die erst vom Flughafen oder aus Sebaldsbrück kommen.“ Das koste Zeit und es muss auch in den Schienenbetrieb passen.

Die Werkstatt zieht zum Betriebshof Sebaldsbrück. Die Straßenbahnen werden auf die anderen Betriebshöfe verteilt. Erstmal weg ist auch eine Radsatzdrehmaschine, die verschlissene Straßenbahnräder wieder in Form bringt.

An dieser bringt Helge Hocke (58) von der Firma Hegenscheidt-MFD Haken an. Der Kran für die Verladung auf einen Lkw steht schon in der Halle bereit. Die nach Schätzung von Hocke 16 bis 18 Tonnen schwere Maschine wird in Nordrhein-Westfalen überholt und kommt zur Eröffnung des neuen Depots nach Gröpelingen zurück. Die BSAG hat eine weitere solche Anlagen im Standort am Flughafen. „Für einen Radsatz braucht die Maschine etwa eine dreiviertel Stunde“, sagt Hocke.

Die große Wagenhalle und die Werkstadthalle nebenan wirken verlassen, wie Relikte aus alten Zeiten. Draußen auf dem BSAG-Areal sind einige Gebiete um die Hallen abgesperrt. Ein Bagger hat schon einige Steine aus der Pflasterung gerissen.

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