OHB schickt zwei Galileos ins All

Abflug mit Bremer Satelliten im Doppelpack

OHB-Mitarbeiter arbeiten an Galileo-Satelliten.
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Endspurt: Die Galileo-Mission nähert sich für den Bremer Raumfahrtkonzern OHB dem Ende. Noch allerdings warten zwölf Navigationssatelliten aus Bremer Produktion auf den Flug ins All. Zwei sollen an Bord einer Sojus noch in diesem Jahr von Kourou aus starten.

Zwei Galileo-Satelliten des Bremer Raumfahrtkonzerns OHB warten im europäischen Weltraumbnahnhof Kouros auf den Flug ins All. Der Start ist noch in diesem Jahr geplant.

Bremen – Es geht wieder los. Ende des Jahres werden die ersten beiden europäischen Galileo-Navigationssatelliten seit Beginn der Corona-Pandemie von Kourou aus ins All geschickt. Mit einer Sojus-Rakete. Entwickelt und gebaut wurden die Satelliten vom Bremer Raumfahrtkonzern OHB. Zuletzt waren am 25. Juli 2018 vier Galileos an Bord einer Ariane 5 vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana aus in den Orbit geflogen.

Im Kourou läuft derzeit die mittlerweile neunte Launch-Kampagne (Startkampagne) für die Galileo-FOC-Satelliten. FOC steht für „Full Operational Capability“, was so viel wie „volle Einsatzfähigkeit“ bedeutet. Die Satelliten Nummer 23 und 24 aus dem Hause OHB durchlaufen in Kourou den Fitcheck und letzte Soft- und Hardwaretests, heißt es. Die Bremer Zentrale im Technologiepark an der Uni hat für die Launch-Vorbereitungen „ein bewährtes Team“ an die Atlantikküste geschickt. Zum Aufgebot zählt der OHB-Launch-Campaign-Manager Alain Pajonk. Er sagt: „Von 2014 bis 2018 haben wir 22 FOC-Satelliten für den Start mit Sojus- oder Ariane-5-Trägerraketen vorbereitet. Man könnte meinen, dass es sich mittlerweile um eine Art Routinearbeit handelt, aber in Wahrheit ist jede Startkampagne einzigartig, und wir setzen die Learnings aus früheren Kampagnen kontinuierlich um.“

Die beiden Galileos haben übrigens nach dem Verlassen des Bremer Werksgeländes viele Stationen und mehrere Ländergrenzen passiert, sagt eine OHB-Sprecherin. Das Logistik-Team des Raumfahrtkonzerns hat dafür einige organisatorische Herausforderungen gemeistert. So ging es für die Satelliten von Bremen aus zunächst zum Testzentrum der europäischen Luftfahrtagentur Esa in Noordwijk und später zum Flughafen Lüttich in Belgien. Über Portugal ist die Bremer Fracht dann nach Französisch-Guayana geflogen. „Aufgrund der Corona-Pandemie und der verschiedenen Auflagen der Länder war es schon eine Herausforderung, das alles unter einen Hut zu bekommen“, sagt Henning Schall, Verantwortlicher für die Galileo-Projektlogistik bei OHB.

Nächster Start im April 2022

Nach dem Start ist vor dem Start, nach dem Launch ist vor dem Launch. Die nächsten beiden Satelliten – Nummer 25 und 26 – haben ihre Abnahmeprüfung („Acceptance Review“) durchlaufen und damit ihre Funktionalität unter Beweis gestellt. Das Duo wartet jetzt darauf, auf die Reise gehen zu können. Der Start ist für April 2022 geplant. Die Satelliten fliegen wieder an Bord einer Sojus ins All. Und danach sollen noch acht weitere Galileo-Satelliten aus Bremer Produktion in den Weltraum geflogen werden – im Halbjahresrhythmus. Die Satelliten sind quasi fertig gebaut. „Sind alle im All, ist die Galileo-Mission für uns beendet“, sagt die OHB-Sprecherin.

Bei der Vergabe der Aufträge für die zweiten Generation der Galileo-Navigationssatelliten ist OHB leer ausgegangen. Die Esa hat im Januar dieses Jahres Thales Alenia Space (Italien) und Airbus Defence & Space (Deutschland) den Zuschlag für die Entwicklung und den Bau von zwei unabhängigen Satellitenfamilien mit insgesamt zwölf Galileo-Satelliten der zweiten Generation erteilt. Der Gesamtwert liegt bei 1,47 Milliarden Euro.

Gerichtshof weist OHB-Klage ab

Die OHB System AG hatte nach der Entscheidung geklagt, da Airbus einen ihrer Manager abgeworben hatte, der dann entscheidend bei der Angebotserstellung mitgewirkt habe. Nach fünf Monaten Verhandlung wies der Europäische Gerichtshof in Luxemburg die Einwände im Mai zurück.

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