swb nimmt Mittelkalorik-Kraftwerk in Betrieb / Energieproduktion für 90 000 Bremer Haushalte

Aus Abfall wird Strom erzeugt

Aus Mittelkalorik wird im neuen Kraftwerk an der Weser wertvoller Strom für Bremer Haushalte erzeugt. Rainer Große-Lindemann hat die Joysticks im Griff.

Bremen - Von Corinna Laubach. Zweieinhalb Jahre nach Baubeginn ist gestern Nachmittag das neue Mittelkalorik-Kraftwerk (MKK) des Energieversorgers swb AG offiziell ans Netz gegangen. Aus Abfall soll in der Anlage ab sofort Strom für 90 000 Haushalte erzeugt werden.

Mit der Inbetriebnahme durch einen symbolischen Knopfdruck wollen Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne) und der swb-Vorstandsvorsitzende Willem Schoeber ein neues Kapitel in der Bremer Energieerzeugungsgeschichte schreiben. „Mit dem MKK liefert die swb einen weiteren Baustein seiner 20-20-20 Strategie ab“, so Schoeber.

Seit 1956 wird im Kraftwerk Hafen in den Industriehäfen am rechten Weserufer ein Kohlekraftwerk betrieben, in dem derzeit in zwei Blöcken Strom wie Fernwärme erzeugt werden. Das fortschrittliche Mittelkalorik-Kraftwerk ist laut Unternehmensangaben eines der größten und modernsten Abfallverwertungsanlagen in Deutschland und ergänzt das bisherige Kraftwerk in seinem Leistungsspektrum. Im MKK wird kein gewöhnlicher Hausmüll verbrannt, sondern so genannter Mittelkalorik: Ein Ersatzbrennstoff, der aus nicht recycelbaren Papier, Kunststoff, Holz und Verpackungsresten hergestellt wird. Die Energieerzeugung mit Mittelkalorik ist ein noch junges Feld – bis Mitte 2005 wurde der Abfall größtenteils ungenutzt auf Deponien gelagert.

Der Einsatz von Mittelkalorik in der Energiegewinnung ist zukunftsträchtig und zudem ökonomisch wie ökologisch gleichermaßen sinnvoll. Die swb kann nach eigenen Angaben gut 90 000 Tonnen Kohle in den Kraftwerken bei gleicher Stromproduktion einsparen. Darüber hinaus werden gut 223 000 Tonnen klimaschädliches CO2 eingespart. „Das schont die Ressourcen“, betonte Schoeber.

Rund 110 Millionen Euro hat die swb in das neue Kraftwerk investiert. Im Januar diesen Jahres hatte es den Probebetrieb aufgenommen, im vergangenen Monat ist die Turbine zur Stromgewinnung eingebaut worden. Sicher und umweltgerecht sollen die Sortierreste zu Strom aufbereitet werden – vor dem regulären Betrieb standen so eine Vielzahl an Messungen zu Kontroll- und Justierzwecken an. Und, nichtsdestotrotz lief die offizielle Premiere nicht ohne kleine Panne ab: Die Turbine läuft noch nicht reibungslos, so dass trotz Startschuss die reale Stromerzeugung noch in der Warteschleife hängt. Voraussichtlich in der kommenden Woche wird dann nach swb-Angaben das Mittelkalorik-Kraftwerk tatsächlich zur bremischen Stromgewinnung beitragen. Künftig sollen im neuen MKK 235  000 Megawattstunden an Strom pro Jahr erzeugt werden. Gut ein Drittel der Bremer Haushalte kann somit via MKK mit Energie versorgt werden. Betrieben wird das Kraftwerk von der swb Erzeugung GmbH.

WWW.

swb-gruppe.de/mkk

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