8.000 Zuschauer bei „Night of the Proms“

Oerding serviert Erfrischung

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Der Gewinner des Abends: Singer-Song-Writer Johannes Oerding.

Bremen - Von Nina Seegers. Rund 8.000 Zuschauer halten inne, als am Sonntagabend in der Stadthalle (ÖVB-Arena) das Licht erlischt und das Sinfonieorchester „Il Novecento“ zu spielen beginnt.

8.000 Zuschauer feierten die „Night of the Proms“.

In den Gängen zwischen den Zuschauerreihen stehen in der gesamten Halle verteilt schwarzgekleidete Sängerinnen des Chores „Scala & Kolacny Brothers“ und singen stoisch geradeaus blickend ein Lied aus einem bekannten Filmsoundtrack. „The hanging tree“, heißt der Song aus dem Film „Die Tribute von Panem“, der eine geheimnisvolle Atmosphäre entstehen lässt und etwas Großes anzukündigen scheint. Auch die bekannte Sängerin Maria Mena aus Norwegen unterstützt anfangs den Chor im Publikum, bevor sie die große Bühne besteigt und mit ihrem Hit „All this Time“ die 22. Ausgabe der „Night of the Proms“ eröffnet. Viele kleine, blaue Lichter setzen Orchester und Sängerin eindrucksvoll in Szene.

„Ich freue mich wahnsinnig, hier zu sein und von diesem grandiosen Orchester begleitet zu werden“, sagt Maria Mena, als sie das Publikum begrüßt. Sie möge das deutsche Publikum sehr, sagt sie weiter. Die 29-Jährige beeindruckt die Zuschauer mit ihrer offenen Art und vor allem mit ihrer bezaubernden Stimme.

Gänsehaut kommt einmal mehr auf, als der Tenor Fernando Varela aus Puerto Rico „Nessun dorma“ von Puccini singt. Für eine gehörige Portion Pathos sorgt mal wieder John Miles. Zunächst gibt er „Wrecking Ball“ von Miley Cyrus zum Besten. Etwas später am Abend spielt er – wie jedes Jahr – natürlich seinen großen Hit „Music“ aus dem Jahr 1976. Mehr Pathos geht eigentlich nicht, aber seiner Performance ist deutlich anzumerken, dass sie längst Routine ist.

„Night of the Proms“ in der Stadthalle Bremen

Einer der Höhepunkte des Abends ist der Auftritt der Synthie-Pop-Pioniere „Orchestral Manoeuvres in the Dark“, kurz OMD. Paul Humphreys und Andy McCluskey spielen zuerst ihren Hit „Maid of Orleans“. Dieser Song avancierte damals weltweit zur meistverkauften und am häufigsten gespielten Single des Jahres 1982 und verschaffte der Band ihren internationalen Durchbruch. Das Publikum ist begeistert. Zu „Walking in the Milky Way“ oder „Sailing on the Seven Seas“ haben sich die Zuschauer längst von ihren Sitzplätzen erhoben, tanzen und jubeln mit.

Der Gewinner des Abends aber ist eindeutig Johannes Oerding. Der deutsche Sänger legt einen fulminanten Auftritt hin und hat alle Sympathien auf seiner Seite. Er überzeugt nicht nur mit seiner Stimme und seinen Songs, sondern auch durch seine lockere und offene Art. Zwischen all den routinierten Weltstars ist seine Power und sein Enthusiasmus wirklich erfrischend. Man merkt es ihm an, dass er seinen Auftritt genießt. „Danke, für die Gänsehaut vorhin“, sagt er zu den Zuschauern, bevor er von der Bühne geht.

Headliner bei dieser Ausgabe von „Night of the Proms“ sind zweifellos die „Beach Boys“. Ja, die gibt‘s es noch, wenn auch nicht mehr in der vollständigen Originalbesetzung. Seit mehr als 50 Jahren steht die Band mit Unterbrechungen auf der Bühne und hat mit Hits wie „Good Vibrations“, „Wouldn‘t it be nice“ und „I get around“ Musikgeschichte geschrieben. Der Auftritt der „Strandjungen“ ist aber eher ernüchternd, zu groß waren die Erwartungen. Den zum Teil über 70-Jährigen Bandmitgliedern fehlt leider die nötige Dynamik. Größte Enttäuschung aber ist, dass Brian Wilson, der kreative Kopf der Band, nicht dabei ist.

Alles in allem aber endet der Abend mit „Good Vibrations“. Diesen Welthit singen zum Schluss der Show alle Musiker gemeinsam.

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