Junge Pianistin ist Publikumsliebling

7.500 Zuschauer feiern „Night of the Proms“ in Bremen

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Rund 7 500 Menschen in der nahezu ausverkauften Bremer Stadthalle sahen am Sonntagabend eine fulminante Show bei der „Night of the Proms“. Unser Foto zeigt Peter Cetera (v.l.), Roger Hodgson, Emily Bear, Melanie C. und John Miles.

Bremen - Von Nina Seegers. Sonntagabend, 18 Uhr: Es wird dunkel in der fast ausverkauften Stadthalle (ÖVB-Arena). Rund 7 500 Zuschauer erwarten gespannt den Beginn der „Night of the Proms“. Die riesige Bühne ist in rotes Licht gehüllt, und das „Antwerp Philharmonic Orchestra“ heißt sein Publikum mit der Titelmelodie des Musicals „La La Land” willkommen.

„Mein Gott, 20 Jahre kennen wir uns jetzt schon!”, scherzt der Moderator Uwe Bahn, als er die Zuschauer begrüßt. Tatsächlich ist die opulente Musikshow, die auf einen Mix aus Pop und Klassik setzt, für viele Buten- und Binnen-Bremer längst zu einer liebgewonnen Tradition der Vorweihnachtszeit geworden.

Dirigiert von der Brasilianerin Alexandra Arrieche, die in ihrem langen schwarzen Kleid und wegen ihrer sympathischen Art eine starke Bühnenpräsenz hat, spielt das Orchester zunächst Beethoven und Tschaikowsky.

„Culcha Candela“ bringen das Eis zum schmelzen

Leider wird die großartige Atmosphäre sogleich ein Stück weit durch den Auftritt von „Culcha Candela“ zerstört. Mit ihren Songs „Hamma!” oder „Monsta” bringt die Hip-Hop-Band das Eis zwar zum Schmelzen, schnell ist aber klar, dass es hier nicht um Musik geht, sondern darum, dem Publikum in Ballermann-Manier ordentlich einzuheizen. Was soll’s, es funktioniert: Sämtliche Leute stehen, befolgen die einfache Tanz-Choreographie und schwenken die Arme.

Eine ganz andere Wirkung auf das Publikum hat hingegen die 16-jährige US-Amerikanerin Emily Bear. Man möchte fast den Atem anhalten, als dieses Ausnahmetalent, diese einfach großartige Pianistin in einem Würfel zunächst über der Bühne und dann über den Köpfen der Zuschauer schwebt. In Begleitung des Orchesters und des Chors „Fine Fleur“ spielt sie unter anderem „Skyfall” von Adele und „Crazy” von Gnarls Barkley, bevor sie die persönliche Geschichte einer Frau im Publikum spontan zu einem Piano-Song vertont.

Emily Bear ist die jüngste Solistin, die je bei den „Proms“ dabei war. Schon als Sechsjährige spielte das Wunderkind im Weißen Haus. Das Mädchen mit dem schwarzen Pferdeschwanz ist definitiv der absolute Publikumsliebling an diesem Abend. Besonders groß auch der Moment, als die 16-Jährige John Miles bei dem Song „All by myself” auf dem Klavier begleitet. Ein starkes Duett, das vielen Zuschauern eine Gänsehaut verschafft. Auch Miles' Hit „Music”, der ja zum festen Programmpunkt der „Proms“ gehört, leitet Emily ein, bevor sie von der Bühne geht.

Publikumsliebling des Abends in Bremen: die 16-jährige Pianistin Emily Bear spielte sich in die Herzen der Zuschauer.

Weitere Stars an diesem Abend sind der Ex-„Chicago”-Frontmann Peter Cetera, Melanie C., ehemaliges Mitglied der „Spice Girls”, und Roger Hodgson, einst Sänger bei „Supertramp”. Cetera entzückt das Publikum mit den gefühlvollen Balladen wie „If you leave me know” und „Hard to say I’m sorry”. Melanie C. legt einen soliden, aber wenig nachhaltigen Auftritt hin. Sie singt die bekanntesten Hits aus ihrer Solokarriere wie „Never be the same again” oder „I turn to you”.

Zum krönenden Abschluss erntet Roger Hodgson tosenden Applaus. Der Brite ist nicht nur der Sänger vieler „Supertramp”-Hits wie „Dreamer”, „Give a Little Bit” und „The Logical Song”, sondern zeichnet sich auch für Komposition und Texte verantwortlich. Eben letztgenannte Songs spielt der 67-Jährige mit der herzlichen Ausstrahlung an diesem Abend und macht sein Publikum ganz selig. Nach gut dreieinhalb Stunden ist die fulminante Show zu Ende, die Erinnerung an einen unvergesslichen Abend aber bleibt.

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