Bremer Touristik-Zentrale präsentiert die Bilanz für 2009: Übernachtungszahlen trotz des Kirchentags leicht gesunken

57 868 Anrufer und ganz viele Finnen

Fremde Sprachen, bekannte Ziele: Bremen-Werbung im Ausland.Montage: BTZ

Bremen - Von Thomas Kuzaj· Das Telefon klingelte oft, sehr oft. 57 868 Anrufe zählten die Mitarbeiter im Service-Center der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) im vergangenen Jahr. Was sind das für Leute, die da dauernd anrufen?

Nun, es sind 44-Jährige mit Interesse an der Bremer Altstadt sowie am Bürgerpark, am Universum und an Werder Bremen. Das jedenfalls ist – rein statistisch betrachtet – der typische Bremen-Tourist. Der 44-jährige Fußballliebhaber bleibt für zwei bis drei Nächte in der Stadt und gibt hier – ohne Übernachtungskosten – 45 Euro aus. Gern macht er auch mal eine Hafenrundfahrt, und in der Regel reist er mit der Bahn an.

Diese Durchschnittswerte ermittelte die BTZ-Strategen, die gestern im Rathaus ihre Bilanz für das Krisenjahr 2009 präsentierten. Trotz des Kirchentags war die Zahl der Übernachtungen in der Stadt Bremen gesunken. Mit etwa 1,3 Millionen Übernachtungen gab es ein Minus von 1,8 Prozent. Im Land Bremen lagen die Übernachtungszahlen mit 1 639 093 fast auf Vorjahresniveau – für das Land gilt ein Rückgang um 0,7 Prozent. Dieses leichte Minus sei „absolut überschaubar“, kommentierte Bremens neuer Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). „Ein leichter Rückschritt auf Basis eines sehr kräftigen Vorjahres“ – so umschrieb es Dr. Andreas Cors vom Statistischen Landesamt.

Einen starken Rückgang verbuchten Bremens Hoteliers bei den Geschäftsreisen. Sie machen etwa 70 Prozent der Übernachtungen aus. Besonders Anfang 2009 sah es nicht gut aus. Ab März aber zogen die Übernachtungszahlen dann wieder an. Gut, denn schließlich gilt der Tourismus als – so Günthner – „wichtiges strukturpolitisches Handlungsfeld“. Er ist zudem ein starker Beschäftigungsfaktor. Im Land Bremen leben 33 400 Menschen direkt vom Tourismus, rechnen die Statistiker vor. Bei der vorherigen Erhebung des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr im Jahr 2004 waren es noch 30 000. Durch den Tourismus erwirtschaftet das Land Bremen einen Bruttoumsatz von 1,72 Milliarden Euro – davon fließen allein 690 Millionen Euro in die Kassen des Einzelhandels. Von den 1,72 Milliarden Euro landen 21 Millionen Euro als Steuereinkommen in Bremens Schatullen.

Viele ausländische Gäste sind es, die dem armen Bremen auf diese Weise helfen. Bei den Übernachtungen aus dem Ausland legte die Stadt Bremen im vergangenen Jahr tüchtig zu – um 6,5 Prozent. Auf den ersten beiden Plätzen liegen nach wie vor die Übernachtungen aus Großbritannien (34 596) und Holland (27 405). Einen großen Sprung nach vorne machten die Finnen. Mit 27 205 Übernachtungen (ein Plus von 60,7 Prozent) rangieren sie nun auf dem dritten Rang. Liegt es an Werders finnischem Spieler Petri Pasanen, dass die Finnen buchstäblich auf Bremen fliegen? Nun, es liegt auf jeden Fall an der Ryanair-Verbindung, die die BTZ-Strategen zum Anlass für begleitende Marketingaktivitäten nehmen. BTZ-Chef Peter Siemering: „Bremen ist für die Finnen so weit weg wie für uns das Mittelmeer.“ Und durch die Flugverbindungen plötzlich ganz nah.

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