Heiß begehrte Kupferstücke

5200 Gäste: Rekordbesuch beim „Tag der offenen Tür im Rathaus“

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Das Warten hat sich gelohnt: Ute und Michael Schlüter-Zielke sind jetzt Besitzer von je zwei Kupferdachstücken und den dazugehörigen Urkunden.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Altes Kupfer als Publikumsmagnet: Die Warteschlange vor dem Rathauseingang ist beeindruckend. Vor dem Dom macht sie zwei Kurven – und erstreckt sich dann am Rathaus vorbei bis hinter die Haltestelle Obernstraße vor den Toren des Karstadt-Kaufhauses.

Insgesamt ist sie etwa 500 Meter lang. Etliche Bremer und Butenbremer standen hier am Pfingstsonntag an, um ein Originalstück des alten Rathausdachs zu ergattern – beim „Tag der offenen Tür“ anlässlich des Welterbetags. Wer einfach nur das Rathaus besichtigen oder an einer Führung teilnehmen wollte, konnte an der Schlange vorbeigehen undkam rein. Viele wussten das aber nicht. Insgesamt 5 200 Menschen waren da – Rekord.

Dachstücke gehen in alle Welt

Ute und Michael Schlüter-Zielke freuen sich. Sie haben jeweils noch zwei Stücke vom alten Rathausdach am Verkaufsstand direkt neben dem Eingang ergattert. Sie standen zwei Stunden dafür an. „Es hat sich gelohnt. Zwei Stücke behalten wir und zwei gehen an unseren Sohn in München“, sagt Ute Schlüter-Zielke.

Beide gehen nun noch das Rathaus angucken. Auch Renate Taddei ist nach zwei Stunden Wartezeit zufrieden. „Ich bin waschechte Bremerin und interessiere mich sehr für das Rathaus. Ein Dachstück behalte ich, eins gebe ich meinem Sohn“, sagt sie.

Die Unesco-Flagge flattert am Rathaus im Wind – und unter den Arkaden warten Besucher auf Einlass: Andrang beim „Tag der offenen Tür“ anlässlich des Welterbetags.

Ein geradezu professionelles Interesse an den verschlissenen Metallstücken hat eine Gruppe aus drei jungen Architektinnen. Sie haben während des Studiums an der Hochschule Bremen einiges von der Sanierung des Rathausdaches mitbekommen. „Wir haben das Dach von innen gesehen“, sagt Tanya Heitmann. Sie und ihre Kollegin Christin Funke wollen die Metallstücke vielleicht sogar weiterverarbeiten und Schlüsselbretter daraus bauen. „Vielleicht löte ich da sogar noch was dran“, sagt Heitmann. Die Kupferdachstücke sind auf einer Seite grün mit Rostflecken. Auf der anderen Seite haben sie noch ihre rötliche Kupferfarbe. Funke betont, wie spannend das Rathausdach aus architektonischer Sicht ist. „Das Dach hat Bremen geprägt. Es wurde von den Passanten immer direkt wahrgenommen.“

Das Dach wurde 2016 ausgetauscht. Zwei Tranchen mit je 1 000 Stücken in Postkartengröße für acht Euro sowie im Format 15 Zentimeter mal 15 Zentimeter für zehn Euro wurden nun im Rathaus verkauft.

Nachfrage übertrifft alle Erwartungen

Der große Ansturm hat Peter Lohmann von Senatskanzlei überrascht. „Damit haben wir nicht gerechnet. Das ist eine sehr gute Nachfrage“, sagte er. Er ging davon aus, dass nahezu alle in der Warteschlange an die Dachstücke wollen. „Als wir die Tür aufgemacht haben, gingen alle nach oben. Als wir gesagt haben, die Dachteile gibt es unten, kamen fast alle zurück.“ Die Nachfrage war so groß, dass die Abgabemenge von zwei Stück auf ein Stück pro Person weiter limitiert werden musste.

Auch an einem Stand der Bremer Touristik-Zentrale gab es was vom Dach: 900 kleinere Stücke, verziert mit einem Bild des Rathauses als Gravur. Nach einer Stunde waren sie vergriffen. BTZ-Sprecherin Maike Lucas: „Die Dachstücke werden auch in die Welt gehen. Das haben wir immer wieder gehört. Ein Stück soll an einen Freund in New York gehen, eins wird als Gastgeschenk mit nach England genommen, ein anderes geht nach Japan.“

Die BTZ plant in den nächsten Tagen den Verkauf von Schlüsselanhängern mit eingebautem USB-Stick aus dem historischen Kupferblech.

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