Nach Brandanschlag: Polizei fahndet mit Flugblättern

3.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Mit diesem Flugblatt sucht die Bremer Polizei nach den Tätern, die Brandsätze in das Containerdorf geworfen haben. - Foto: Kuzaj

Bremen - Im Fall des Brandanschlags auf das Huchtinger Containerdorf hat die Staatsanwaltschaft am Freitag eine Belohnung von 3.000 Euro ausgesetzt – „für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen“, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Ermittler fahnden zudem jetzt mit Flugblättern.

Wie berichtet, waren am Dienstag in der Zeit zwischen 0.30 Uhr und 2 Uhr „Molotowcocktails“ in die noch unbewohnte Flüchtlingsunterkunft an der Obervielander Straße (in Sichtweite der B 75) geworfen worden. Für die Brandsätze benutzten die Täter Getränkeflaschen aus Glas. So eine Flasche ist jetzt auf dem Flugblatt abgebildet, das die Polizei am Freitag in den angrenzenden Straßen verteilt. Vor den Flaschenwürfen hatten die Täter mit Pflastersteinen Fensterscheiben zerstört.

Bei dem Feuer brannten mehrere Wohncontainer vollständig aus, weitere wurden beschädigt. Zu der Anlage gehören insgesamt 80 Container. Das Containerdorf mit Platz für 135 Flüchtlinge sollte Anfang November an die Sozialbehörde übergeben werden. Im Dezember sollten die ersten Bewohner einziehen. Ob sich das nun verzögert, war zunächst noch nicht klar. Politiker von SPD, Grünen, CDU, FDP und Linken verurteilten den Anschlag mit scharfen Worten. Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) sprach von einem „feigen Anschlag“. Renke Brahms, Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK), bezeichnete die Tat als „abscheulich“.

Zahlreiche Spuren am Tatort

Am Tatort hat die Polizei „zahlreiche Spuren gesichert“, so der Sprecher. Und: „Sie werden jetzt auf DNA und Fingerabdrücke untersucht. Besonders wertvoll hierbei sind am Tatort gefundene Brandsätze, die nicht gezündet haben.“

Zudem suchen die Ermittler nach wie vor Zeugen – deshalb auch die Flugblatt-Aktion. Die Polizei fragt: „Wer hat in der Nacht von Montag auf Dienstag im Bereich der Obervielander Straße Beobachtungen über ungewöhnliche Ereignisse gemacht? Wem sind verdächtige Personen oder Fahrzeuge aufgefallen?“ Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Nummer 0421/362-38 88 entgegen. 

kuz

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