Für viele Gastrobetriebe geht es ums Überleben

2G-plus in Bremen - Wirte verärgert: „Neue Regeln kosten Gäste“

Aufeinander gestapelte Gastro-Stühle an der Schlachte.
+
Viele Stühle bleiben leer: Die Gastrobetriebe empfinden die Verschärfung der Corona-Regeln als Lockdown. Und auch die Aussichten für die Kohlfahrtsaison sind mehr als trüb.

Die angekündigten 2G-plus-Regelungen mit einer zusätzlichen Warnstufe verärgern die Gastronomen. Aus ihrer Sicht soll der Kneipen-Besuch als „Boosteranreiz“ benutzt werden.

Bremen – Der Bremer Senat will die Corona-Regeln erneut verschärfen. Eine neue Warnstufe 4 ab einer Hospitalisierungsinzidenz von über 9 soll eingeführt werden. Deren Kernpunkt ist eine 2G-plus-Regelung in Gastronomie und Kultur. Zutritt zu Restaurants, Kneipen, Museen und Theater haben dann nur noch Geimpfte/Genesene mit zusätzlichem negativen Corona-Test. Ausnahmen gibt es für frisch Geimpfte (bis drei Monate nach der zweiten Spritze) und geboosterte Menschen.

Noch sind die neuen Regeln nicht endgültig beschlossen. Am Donnerstag will der Senat entscheiden, am Freitag tagt der Verfassungs- und Geschäftsordnungsausschuss der Bremischen Bürgerschaft. Da die Hospitalisierungsinzidenz seit Tagen im zweistelligen Bereich liegt, tritt die siebte Veränderungsverordnung zur 29. Corona-Verordnung mit besagten Neuregelungen womöglich schon zum Wochenende in Kraft.

Die Bremer Gastro-Gemeinschaft (BGG) jedenfalls schlägt Alarm. „Die Resonanz ist weit weg von Beifall“, sagt Oliver Trey, Vorsitzender der BGG. „Die angedachten Maßnahmen werden uns weitere Gäste kosten und die Wirtschaftlichkeit unserer Betriebe minimieren“, formuliert es BGG-Geschäftsführer Thorsten Lieder. Die 2G-plus-Regelung werde als Lockdown empfunden. Starke Umsatzeinbußen werden befürchtet. Ein Blick nach Niedersachsen forciert die Sorgen. Dort werden die Umsatzeinbußen seit Einführung der 2G-plus-Regelung auf rund 90  Prozent geschätzt.

Bremer Gastronomie: Gefühlter Lockdown

Die BGG kritisiert, dass die Verschärfungen der Corona-Maßnahmen vor allem die Gastronomie treffen. Es werde immer wieder suggeriert, dass der Restaurantbesuch oder der Gang in die Kneipe „besonders gefährlich“ seien, obwohl es weiterhin keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass die Gastronomie einer der Pandemietreiber sei.

Die Betriebe hätten „Kontrollaufgaben übernommen und immer ein waches Auge auf unsere Gäste“, sich unter anderem mit der Ausgabe der Bremen-Bänder an Sicherheitsmaßnahmen beteiligt. Trotzdem würden jetzt die Gastronomiebetriebe sanktioniert, um „Boosteranreize zu schaffen“. „Das ist ein Trauerspiel“, sagt Lieder. Und weiter: „Wir verstehen, dass aufgrund der steigenden Infektionszahlen politische Handlungsfähigkeit und Tatkraft präsentiert werden muss, aber für uns ist ein Ende der Fahnenstange erreicht.“

Todesstoß für Kohlfahrt-Saison

Für viele (vor allem kleine) Betriebe geht es in den nächsten Wochen ums Überleben. In „normalen Zeiten“ fressen sich Restaurants und Kneipen im Dezember Speck an, um über die umsatzschwachen Wintermonate Januar und Februar zu kommen. „Doch es gab wenig Speck“, sagt Lieder. Schließlich sei bereits das Geschäft mit den Weihnachtsfeiern wegen Corona weggebrochen.

Entspannung ist nicht in Sicht. Laut Corona-Verordnung sind „Tanzlustbarkeiten“ und andere Vergnügungsveranstaltungen verboten. Das kommt quasi einem Todesstoß für die Kohlfahrt-Saison gleich. Und gerade die ist für viele Betriebe normalerweise eine umsatzstarke Zeit.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Lastwagen brennt auf der A1 in Bremen: Feuerwehr warnt Anwohner

Lastwagen brennt auf der A1 in Bremen: Feuerwehr warnt Anwohner

Lastwagen brennt auf der A1 in Bremen: Feuerwehr warnt Anwohner
Brandanschlag auf Bremer Süßwarengeschäft

Brandanschlag auf Bremer Süßwarengeschäft

Brandanschlag auf Bremer Süßwarengeschäft
Frau singt auf Balkon – Polizeieinsatz

Frau singt auf Balkon – Polizeieinsatz

Frau singt auf Balkon – Polizeieinsatz
Bremer CDU: „Aktionsplan Hauptbahnhof“ ist „blauäugig“

Bremer CDU: „Aktionsplan Hauptbahnhof“ ist „blauäugig“

Bremer CDU: „Aktionsplan Hauptbahnhof“ ist „blauäugig“

Kommentare