Achtung Pendler

A 281: Vier Jahre Großbaustelle

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Das Bild zeigt die zeitweise Streckenführung während der Baustelle am Verkehrsknotenpunkt in Kattenturm: Die blaue Linie weist den Weg Richtung Autobahnzubringer Arsten vorbei am Tunnel, die rote die Route durch den Tunnel auf der „falschen“ Straßenseite. Währenddessen werden spezielle Wände (gelbe Linie) in die Erde gesetzt, um die Baustelle vor Wassereinbruch zu schützen. Erst danach wird der gesamte Verkehr oberirdisch über die Kreuzung geführt – der Abriss des Tunnels beginnt.

Bremen - Von Viviane Reineking. Läuft es im Sinne der Autobahnplaner, wird die Kreuzung, an der die Neuenlander Straße, Kattenturmer Heerstraße, Kornstraße und der Autobahnzubringer Arsten zusammenlaufen, im Zuge des Bauabschnitts 2.2 für die neue A 281 für vier bis viereinhalb Jahre zur Dauerbaustelle. Betroffen sind vor allem Pendler aus dem Umland.

Mit dem neuen Verbindungsstück soll das heutige Ende der Autobahn am Neuenlander Ring an den Zubringer zur A 1 angeschlossen werden. Dazu wird der 126 Meter lange Tunnel samt Trog komplett abgerissen und aus stadtauswärtiger Sicht leicht rechts von der ursprünglichen Lage neu gebaut. Hier wird das neue Autobahnteilstück einmünden. Der ursprüngliche Trog wird verfüllt, die Neuenlander Straße schrumpft zur zweispurigen Straße, soll je Seite einen Grünstreifen mit Bäumen, Rad- und Gehweg sowie Parkplätzen erhalten. Allerdings erst einmal auf einem Abschnitt, der von der Maßnahme direkt betroffen ist.

Etwa 50000 Fahrzeuge rollen heute täglich über die Neuenlander Straße, nach der Umgestaltung sollen es nur noch 10000 sein. „Wir rechnen mit 45000 Fahrzeugen, die später die Autobahn befahren“, sagt Jörn Kück von der Gesellschaft Deges, die die Autobahn plant. „Es werden damit etwa 5000 mehr sein, die die neue Qualität der Streckenführung nutzen.“ Ab Mitte 2017 könnte der vielbefahrene Verkehrsknotenpunkt zur Großbaustelle werden. Das bringt starke Behinderungen mit sich. „Der Bereich bleibt trotzdem leistungsfähig“, ist sich Kück sicher.

Bislang sieht das Konzept fünf Bauphasen vor. Rund drei Jahre lang werde der Verkehr nur oberirdisch laufen, sagt Kück. So wird der Geradeausverkehr von und zum Autobahnzubringer jeweils auf bereits heute bestehenden Rampen an dem Bauwerk vorbeigeführt. Der Tunnel wiederum werde stückweise abgerissen, so dass immer ein Teil befahrbar bleibe. Später weiche der stadtauswärtige Verkehr von der Neuenlander Straße noch weiter über ehemals bebaute Grundstücke aus, um Platz für die neue Tunnelführung zu machen.

Nach Fertigstellung wird der Tunnel 162 Meter lang sein. Die Autobahn werde die wesentliche Verkehrsführung der Neuenlander Straße übernehmen, so Kück. Die bleibe insgesamt weitgehend erhalten: So können Autofahrer nach wie vor auf der Neuenlander Straße rechts und links abbiegen und geradeaus über die Kreuzung fahren.

Das Wichtigste ist den Planern nach eigenem Bekunden, dass die Achse während der Bauphase von und zur Autobahn funktioniert. Rechtsabbiegen werde zudem weiter möglich sein. Probleme gäbe es beim Linksabbiegen, weil das viele Rotphasen für andere Richtungen nach sich ziehen würde. Geplant sind deshalb erhebliche Einschränkungen, das Abbiegen von der Kattenturmer Heerstraße (B 6) aus Brinkum-Nord kommend auf die Neuenlander Straße soll eventuell gar nicht möglich sein. Das hat vor allem Auswirkungen auf die Pendler, die diesen Weg wählen, um in die Innenstadt zu gelangen.

Die Baukosten sind mit 143 Millionen Euro angesetzt. Den Großteil trägt der Bund. Bremen hat sich verpflichtet, 30,7 Millionen beizusteuern. Dazu kommen noch einmal etwa acht Millionen Euro, weil der Bund statt eines Teilabrisses des Tunnels den gesamten Neubau favorisiert.

Doch erst einmal liegen die Unterlagen aus, haben Träger öffentlicher Belange und Bürger sechs Wochen Zeit, Unmut und Anregungen schriftlich zu äußern. Nach weiteren Stellungnahmen der Deges und Diskussionen könnte laut Kück bis Ende 2016 Baurecht geschaffen sein. Dann wird begonnen – falls keine Klagen eingehen. Falls doch, liegt die Entscheidung bei der Politik, trotzdem schon einmal loszulegen.

Für die Bauzeit der A 281 haben die Planer für Pendler aus Brinkum schon eine Alternativroute parat: Die führt auf der A 1 bis Arsten und dann über den Zubringer als Geradeausverkehr über den Kreuzungsbereich. Die Strecke sei zwar doppelt so lang, aber der Zeitverlust werde in dieser Zeit gegenüber anderen Routen gegen Null gehen, heißt es. Den Weg von der Kattenturmer Heerstraße geradeaus über die Kornstraße durch die Neustadt wollen die Planer dagegen „nicht zu attraktiv machen“. Soll heißen: Eine besonders kurze Grünphase könnte den Pendlern die Lust auf den Weg über die Kornstraße verderben. Ansonsten wollen die Planer den Verkehr großflächig verlagern: Von der A 1 aus Richtung Osnabrück kommend, könnten die Autofahrer über Delmenhorst und über die B 75 nach Bremen fahren. Aus Hamburg oder Hannover könnte der Weg in die Stadt zum Beispiel über die A 27, Abfahrt Überseestadt und weiter über den (jetzt schon überlasteten) Fly Over in Utbremen führen.

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