Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania

Ganz anders als Urlaub

+
Tobias Köller tanzt mit Jenitha und anderen Kindern in Tansania.

Bremen - Von Pascal Faltermann. Der Flieger senkt sich zum Landeanflug. Es ist dunkel. Durch die kleinen Fenster des Flugzeuges ist nichts zu erkennen. Die Turbinen dröhnen, das Fahrgestell wird ausgefahren. Es ist anders. Ganz anders als in den Urlaub zu fliegen.

Die Landung wird holprig. Tobias Köller ist angespannt. Überwältigt von den Gedanken, die ihm durch den Kopf gehen. In Arusha, im Nordosten Tansanias, wird der in Bremen lebende Köller als Volunteer in einem Waisenhaus arbeiten.

Später wird er einen Förderverein mit aufbauen. Seine Geschichte beginnt allerdings viel früher: Nach seinem Abitur in Solingen und einem Jahr Zivildienst an einer Ganztagsschule beginnt Köller eine Ausbildung zum Fluglotsen in Frankfurt. Mit einem Teil seines Ausbildungsgehaltes will er Sinnvolles tun, Bedürftigen etwas abgeben. Er informiert sich und stößt auf „World Vision“, ein Hilfswerk für Kinderpatenschaften und Bekämpfung von Hunger, Not und Elend in benachteiligten Ländern. Mit 50 Euro im Monat unterstützt er seitdem das Mädchen Jenitha aus Tansania am Victoriasee. Das Kind ist damals vier Jahre alt. Köller überweist Geld und schreibt ihm Briefe. Jahrelang. Das macht er auch, nachdem er seine Ausbildung beendet hat und in Bremen arbeitet.

Doch damit nicht genug: Bei einer weiteren Recherche entdeckt Köller die indisch-amerikanische Organisation „Volunteering Solutions“. Er reist das erste Mal nach Tansania, um für einen Monat in dem Waisenhaus „Living Waters“ zu arbeiten. Zu einem Besuch bei seinem Patenkind Jenitha kommt es nicht. Stattdessen unterrichtet er die Kinder in Mathematik, Naturwissenschaften und Geschichte, er betreut sie bei den Hausaufgaben, hilft beim Essenkochen und der Freizeitgestaltung.

2013 geht es für den Fluglotsen erneut nach Tansania: dieses Mal privat, um auf einer Rundreise das Land besser kennenzulernen. Dabei lernt er auch Jenitha und ihre Familie kennen. Als er Jenitha das erste Mal sieht, ist ihr ganzes Heimatdorf auf den Beinen. Für ihn ist es surreal zu sehen, wie in einer Steinhütte kurz vor den Tropen in Tansania sein Foto an der Wand hängt. „Das ganze Dorf dort wird mit der Hilfe von ,World Vision‘ dabei unterstützt, sich selbst zu versorgen – Mais, Bananen und Reis anzubauen. Es ist Hilfe zur Selbsthilfe“, so Köller. Strom und fließendes Wasser gibt es bei Jenitha nicht.

Unterricht in der Yakini-Schule.

Auf seinem Trip durch das Land besucht Köller in Arusha zum zweiten Mal David Kimaro, den Leiter des Waisenhauses. „Wir sind mittlerweile Freunde“, sagt Köller. In seinen Gedanken reift die Idee, einen Förderverein für das „Living Waters“ zu gründen, und er erfährt von zwei deutschen Frauen, Esther Nestle und Sabine Vøsand, die genau diese Sache schon in Angriff genommen haben. Der mittlerweile 25-jährige Bremer schließt sich dem Verein „Time2Help“ an und arbeitet an Projekten mit. Mit 13 Mitgliedern hat der Verein mittlerweile etwa 25 Patenschaften für Kinder vermittelt und zwei größere Projekte verwirklicht. Das erste ist, eine Wasserleitung für das Waisenhaus in Arusha zu bauen. Im Februar 2014 musste genau diese Wasserleitung erneuert werden. Eine Überschwemmung in dem Gebiet hat das Wasser-Transportsystem zerstört.

Tobias Köller engagiert sich für Tansania

Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller
Der 25-jährige Tobias Köller engagiert sich für Kinder in Tansania. © Köller

Nach einer Inspektion der Yakini-Schule außerhalb Arushas, die zum Waisenhaus gehört, bekam die Familie Kimaros das schockierende Ergebnis: Die insgesamt drei Vorschulklassen, welche bisher ohne Probleme mit in den Grundschulgebäuden untergebracht waren, müssen ein eigenes Gebäude bekommen. Ein Kindergarten muss gebaut werden, da die tansanische Regierung die Vorschule sonst schließen würde. Für Privatschulen gibt es in Tansania besonders hohe Auflagen. Deswegen muss schnellstmöglich mit dem Bau begonnen und somit erneut Spendengeld besorgt werden. Mit dieser Nachricht hatte sich Anza Kimaro, Vater der Familie Kimaro und „Baba“ von fast 100 Waisenkindern des „Living Water Children Centre“, an den Verein gewandt.

Dafür wird eine Summe von 19 000 Euro benötigt. Zudem werden im Center des Waisenhauses derzeit neue Kinder aufgenommen, für die Paten gesucht werden. All das bedeutet Arbeit für Tobias Köller, der sich schon auf die nächste Tansania-Reise vorbereitet. Dann etwas routinierter und ruhiger im Landeanflug.

Hintergrund und Informationen

www.volunteeringsolutions.com

www.time2help.net

www.worldvision.de

Spenden und Freiwillige gesucht

Wer Kindern in Tansania helfen und unterstützen möchte, kann sich unter der Internetseite www.time2help.net informieren. Das Spendenkonto lautet: Kreditinstitut: Volksbank Herrenberg-Rottenburg, Konto-Nr.: 0370331001, BLZ: 60391310, BIC: GENODES1VBH, IBAN: DE21 6039 1310 0370331001

Das World Vision Spendenkonto:

Evangelische Kreditgenossenschaft, Konto: 4000781, BLZ: 520 604 10 IBAN: DE91 5206 0410 0004 0007 81 BIC: GENODEF1EK1 Gläubiger-Identifikationsnummer: DE19ZZZ00000150171

Volunteering ist ab 18 Jahren möglich. Freiwillige können sich ab einer Dauer von zwei Wochen melden. Es gibt Projekte auf der ganzen Welt in verschiedenen Bereichen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Israel tötet Dschihad-Militärchef - Beschuss aus Gaza

Israel tötet Dschihad-Militärchef - Beschuss aus Gaza

„Eine Legende besagt: Hätte Herrmann nicht abgeschlossen, würde Friedl immer noch rückwärts laufen“

„Eine Legende besagt: Hätte Herrmann nicht abgeschlossen, würde Friedl immer noch rückwärts laufen“

Wer hat wie benotet? Die Werder-Noten gegen Gladbach im Vergleich

Wer hat wie benotet? Die Werder-Noten gegen Gladbach im Vergleich

Australiens Feuerwehr warnt vor "katastrophaler Feuergefahr"

Australiens Feuerwehr warnt vor "katastrophaler Feuergefahr"

Meistgelesene Artikel

Immobilienfirmen im Visier: Mäurer kritisiert Anschläge scharf

Immobilienfirmen im Visier: Mäurer kritisiert Anschläge scharf

Da ist noch was zu retten: Lesumbrücke auf der A27 wird saniert

Da ist noch was zu retten: Lesumbrücke auf der A27 wird saniert

Atze Schröder kommt nach Bremen - und verrät Details über seine neue Show

Atze Schröder kommt nach Bremen - und verrät Details über seine neue Show

Brennende Autos und Farbschmierereien im Viertel

Brennende Autos und Farbschmierereien im Viertel

Kommentare