Bewährungsstrafe für jüngeren Bruder

23-Jähriger muss ins Gefängnis

Bremen - Von Judith Christiansen· Wegen gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht Bremen gestern zwei 23 und 22 alte Brüder verurteilt. Der 23-Jährige bekam eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, sein Bruder eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Die beiden gehören einem polizei-bekannten Familienclan mit Migrationshintergrund an.

Der 23-Jährige wurde verurteilt, weil er einem ebenfalls 23-Jährigen in einer Disco in der City mindestens einmal gegen den Kopf getreten hatte. Der Mann war zuvor bereits von jemand anderem geschlagen worden und war wehrlos. Seit diesen Geschehnissen ist das Opfer auf einem Auge blind.

Der 22-jährige angeklagte Bruder hatte einem Discobesucher, der einem Türsteher zur Hilfe eilen wollte, einen Schirmständer „mit voller Wucht“ hinterhergeworfen, wie die Vorsitzende Richterin Monika Schaefer sagte. Das Opfer trug einen bleibenden Wirbelschaden davon, hat Schmerzen und musste sogar seinen Beruf aufgeben. Die Taten hätten nur wegen der Videoüberwachung in der Disco aufgeklärt werden können, betonte Schaefer in ihrer Urteilsbegründung.

Der 22-Jährige war ursprünglich außerdem wegen eines Messerangriffs und eines versuchten Messerangriffs angeklagt. Von diesen beiden Vorwürfen wurde er freigesprochen.

Der 23-Jährige wurde härter bestraft als sein Bruder, weil er zum Zeitpunkt der Tat unter Bewährung stand. Er ist wegen Beihilfe zum versuchten Totschlag vorbestraft. Zudem hatte sich der 22-Jährige schon vor der Verhandlung um einen Täter-Opfer-Ausgleich bemüht, 1 000 Euro an sein Opfer gezahlt und weitere 1 000 Euro in Raten in Aussicht gestellt. Der Vertreter der Nebenklage hatte eine Bewährungsstrafe beantragt, damit der Mann arbeiten kann, um eben diese 1 000 Euro an seinen Mandanten bezahlen zu können.

Carsten Scheuchzer, Verteidiger des 23-Jährigen, kündigte Revision an. „Freiheit erbitte ich für meinen Mandanten“, mit diesen Worten beendete er gestern sein Plädoyer. „Man kann Familien gar nicht über einen Kamm scheren“, gab er zu bedenken. „Sie werden nicht verfolgt, weil Sie M. heißen“, konterte die Vorsitzende in ihrem Plädoyer. Jeder andere Angeklagte hätte genau dieselbe Strafe bekommen, meinte sie. Auch der 23-Jährige selbst bat um eine Chance und sagte in seinem letzten Wort, dass ihm die Tat leid tue. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe für den 23-Jährigen und zweieinhalb Jahre für den 22-Jährigen gefordert.

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