Motto: Alles für die (Zirkus-)Kunst

2022 in Bremen: Roncalli-Direktor Bernhard Paul über das neue Programm

Kein Zirkus ohne Clowns – bei Roncalli bringen gleich mehrere und sehr unterschiedliche Clown-Charaktere das Publikum zum Lachen. Und Poesie in die Manege. Hier zwei Roncalli-Stars: Weißclown Gensi (l.) und der freche (und höchst bewegliche) Chistirrin.
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Kein Zirkus ohne Clowns – bei Roncalli bringen gleich mehrere und sehr unterschiedliche Clown-Charaktere das Publikum zum Lachen. Und Poesie in die Manege. Hier zwei Roncalli-Stars: Weißclown Gensi (l.) und der freche (und höchst bewegliche) Chistirrin.

Roncalli kommt nach Bremen – vom 18. November bis zum 3. Dezember. 2022, wohlgemerkt. Doch die Vorbereitungen für das Gastspiel auf der Bürgerweide laufen, der Vorverkauf läuft ebenfalls (Kartengrundpreise: 15 bis 76 Euro plus Gebühren).

Bremen – Das neue Roncalli-Programm mit dem Titel „All for Art for All“ dreht sich um die Kunst, das Circus-Theater lässt sich von Künstlern wie Frida Kahlo und Piet Mondrian inspirieren. Und von Musikern wie den Beatles und David Bowie. Zugleich feiert das Programm 45 Jahre Roncalli. 120 Artisten und Musiker, Künstler und Mitarbeiter reisen in 80 historischen Wagen. Was sie vorbereitet haben, wie sie die Corona-Zwangspause überstanden haben, was sie mitbringen werden – darüber spricht Roncalli-Gründer und -Direktor Bernhard Paul am Telefon.

Herr Paul, wie geht es Ihnen?

Ich bin traurig: Denke ich an Bremen, bin ich traurig, denn es gibt das Bistro Grashoff am Hillmannplatz nicht mehr. Dort bin ich jedes Mal gewesen, wenn wir in Bremen waren. Wir sind immer in Kontakt, seit vielen, vielen Jahren. Barbara und Jürgen Dewet Schmidt, ich mag die beiden so sehr! Das sind sensible Leute, die Ahnung haben von dem, was sie tun. Dass so etwas in der heutigen Zeit nicht mehr funktioniert, das macht mich unendlich traurig…

Was macht so etwas wie die durch Corona erzwungene Pause mit dem Zirkusleben – wenn man nicht reisen und nicht auftreten kann?

Direktor und Gründer Bernhard Paul.

Vor allem gibt es Zeit zum Nachdenken und Überlegen. Sich informieren, neue Projekte vorbereiten und in die Wege leiten – so hat diese Pause auch eine positive Seite gehabt. Gerade in unserer hektomatischen Zeit mit Junk Food, Coffee to go, dauernd am Handy… Roncalli ist ein Zirkus zum Entschleunigen. Und die Corona-Zeit bedeutet auch Entschleunigung.

Wie hat sich das auf den Zirkus ausgewirkt?

Früher waren wir unterwegs vom 1. Mai bis in den November, dann wurde es immer länger, von März bis hinein ins neue Jahr. Die Winterpause wurde immer kürzer. Ich habe immer gedacht, wir müssten einmal Zeit haben, alles picobello zu machen, alles auf den Stand zu bringen, wie man sich‘s wünscht. Diese Zeit hatten wir jetzt. Wagen für Wagen haben wir in die Werkstatt gebracht: Technik, Leitungen, alles neu! Anschließend gestrichen und blattvergoldet, dann stehen die Wagen da wie ein Traum aus Tausendundeiner Nacht!

Was gab den Anstoß für das Kunst-Motto des neuen Programms?

Mondrian-Look: Artistin Maria Sarach.

Ich habe als Künstler angefangen – Grafik, Malerei, Design. Ich war jahrelang Art Director eines politischen Magazins in Österreich („Profil“, d. Red.) und habe bei einer internationalen Werbeagentur gearbeitet. – Die Kunst, sie sollte für alle Menschen zugänglich sein. Die Zirkuskunst war stets nah bei den Menschen.

Meine Kinder wollen wissen: Sind die Clowns wieder dabei, auch Chistirrin?

Natürlich! Sie sind alle dabei!

2018 gab es bei Roncalli als erstem Zirkus der Welt Holographie in der Manege – zum Beispiel, um Tiere darzustellen. Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Pferde auf Knopfdruck: Roncalli bringt Tiere per Holographie in die Manege – Illusion aus Licht.

Roncalli ist seit einigen Jahren tierfrei und in der Folge auch plastikfrei, schon vor Greta, wie ich immer sage. Die Hologramme waren ein Anfang, und die Sache ist ausbaufähig: Diese Technik ist ein zusätzliches Element in der Vorstellung, das einem viele dreidimensionale Möglichkeiten eröffnet. Zirkus ist ja ein dreidimensionales Kunstwerk. Mit Holographie kann ich Sachen wie ein Zauberer erscheinen lassen. Ich drücke einen Knopf – schon erscheint ein Elefant in der Manege. Die Holographie gab es schon zur vorigen Jahrhundertwende, sie ist eine Erfindung für die Bühne. Zauberer haben den Effekt mit Spiegeln erzeugt, ohne Laser natürlich. Wir haben die Holographie-Technologie für den Zirkus neu erfunden, für das Rund der Manege. Eigentlich kehrt sie damit in die Zirkus- und Varieté-Welt zurück, aus der sie kommt.

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