Wohnen, Büros und Handel

Großprojekt „Europaquartier“: Platz für 1000 Menschen

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Andreas Heyer (v.l.), Jens Lütjen, Iris Reuther und Ingo Damaschke präsentieren das Modell für das „Europaquartier“: Links auf dem Modell ist freier und geförderter Wohnraum zu sehen, daneben ein Hochhaus und ein Rundgebäude, in das auch eine Kita kommt. Ein Teil des „Schuppen 3“ bleibt stehen. Davor soll ein Platz zum Verweilen entstehen.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Ein neues Großprojekt in der Überseestadt nimmt Gestalt an. Zwei der vier geplanten Architekturwettbewerbe sind entschieden. Und jetzt gibt es auch einen Namen für den Bereich: „Europaquartier“. 175 Millionen Euro werden in das Projekt mit seiner Bruttogeschossfläche von rund 65 000 Quadratmetern investiert. Neben Büros, Handel und Dienstleistungen wird Platz für 1 000 neue Bewohner geschaffen. Der Baubeginn ist für Anfang 2019 geplant.

Ein lautes Krachen. Die Kralle eines Baggers reißt ein großes Tor des „Schuppen 3“ ein. Den Kran bedient Ingo Damaschke, geschäftsführender Gesellschafter der Asset-Firmengruppe und Investor des Riesenprojekts auf dem Areal. Mit dem Abriss haben am Donnerstagmittag die Rückbauarbeiten am „Schuppen 3“, der von 400 Metern auf 115 Meter gekürzt wird, begonnen.

Der neue Name „Europaquartier“ soll ein Symbol für die Überseestadt sein. „Europa ist wichtiger denn je. Europa soll verbinden, verschiedene Talente einbinden“, sagt Jens Lütjen, geschäftsführender Gesellschafter der Robert C. Spies Gruppe. 1 000 neue Bewohner soll das Projekt nach Walle bringen, das bundesweit Beachtung finde. „Da guckt die ganze Immobilienwirtschaft drauf. Die Überseestadt ist in aller Munde“, sagt Lütjen.

49.000 der 65.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche entfallen auf 520 Wohnungen: 360 Eigentumswohnungen direkt am Europahafen, dahinter 160 öffentlich geförderte Mietwohnungen. Auch diese können sich sehen lassen. Sie haben Balkons in Richtung Süden. Der Blick fällt durch die erste Reihe hindurch aufs Wasser. Das Frankfurter Planungsbüro Stefan Forster Architekten gewann den Wettbewerb zur Gestaltung des geförderten Wohnraums. Der Entwurf beeindruckte die Jury durch seine Materialität und Wertigkeit, heißt es. Die Wände sind aus rotem Klinker. „Das ist bei gefördertem Wohnraum keineswegs selbstverständlich“, sagt die Senatsbaudirektorin Iris Reuther.

Gewoba für den Wohnraum zuständig

Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Gewoba ist für den kompletten geförderten Wohnraum zuständig. Auch Wohnungen für Familien mit Kindern sind geplant. „Die haben wir in der Überseestadt bisher noch nicht“, sagt Lütjen. Den Architektenwettbewerb für den verbleibenden Teil des „Schuppen 3“ an der Grenze zum „Schuppen 1“ gewann die Hamburger Agentur Störmer, Murphy und Partner. Der Teil wird gewerblich genutzt. 

Die durch den Rückbau des „Schuppen 3“ verdrängten Kreativunternehmen bekommen den Angaben zufolge ein Vormietrecht. Die Planer haben Wert darauf gelegt, die architektonische Grundstruktur des Schuppens zu erhalten, findet die Jury. Sogar 150 Meter der Kranbahn bleiben erhalten. Am Schuppen soll, wo heute Autos parken, ein Platz mit „hoher Verweilqualität“ entstehen. In ein Rundgebäude aus der Planung der Hamburger Agentur sollen unter anderem eine Kita mit 100 Plätzen und weitere Gewerbetreibende einziehen.

Bis Dezember laufen zwei weitere Architekturwettbewerbe für die Eigentumswohnungen an der Promenade und auch für den sogenannten Hochpunkt, ein 13-geschossiges Gebäude mit einer Höhe von 56 Metern. Der Löwenanteil des Hauses ist für Wohnungen vorgesehen.

Für das neue „Europaquartier“ wird ein Verkehrskonzept entwickelt. 600 Parkplätze soll das Quartier bekommen. Vier neue Straßen entstehen. Andreas Heyer, Chef der Wirtschaftsförderung (WFB), betont, dass mit dem „Europaquartier“ der Lückenschluss bei der Bebauung der Wasserseite erfolge.

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