Kostenlose Schnelltests in Bremen

Nicht nur für Bremer: Corona-Schnelltests dauern 15 Minuten

Corona-Test bei der Kassenärztliche Vereinigung in Bremen: Er dauert zehn Sekunden. Der Mediziner Jörg Hermann entnimmt mit dem Teststäbchen eine Probe aus der Nase einer Frau.
+
Corona-Test bei der Kassenärztliche Vereinigung in Bremen: Er dauert zehn Sekunden. Der Mediziner Jörg Hermann entnimmt mit dem Teststäbchen eine Probe aus der Nase einer Frau.

Ab sofort sind in Bremen kostenlose Schnelltest auf eine Corona-Infektion möglich. Derzeit kann sich hier jeder testen lassen. Bis zum Ergebnis braucht es nur eine Viertelstunde.

Bremen – Der Mediziner Jörg Hermann führt vorsichtig ein Stäbchen in die Nase ein. Erst ist ein Reiz in der Nase, dann ein weiterer in der Tiefe des Kopfes zu spüren. Die Augen tränen, auch das sei typisch, sagt Herrmann bei einem Corona-Schnelltest in der Corona-Ambulanz Bremen-Stadt der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen (KVHB) in der Vahr.

Nur etwa 15 Minuten dauert es bis zum Ergebnis. Seit Mittwoch sind diese kostenlosen Corona-Schnelltests auch in Bremen möglich, für alle, jedenfalls zur Zeit.

Schnelltests auf Corona: Ein bisschen tränen die Augen

Beate (46) aus Bremen, die ihren Nachnamen nicht nennen möchte, hat gerade einen Test hinter sich. „Ich habe es mir schlimmer vorgestellt“, sagt sie. Ein bisschen habe ihr Auge getränt, sie habe leichte Schmerzen wahrgenommen. Warum sie einen Schnelltest machen wollte? „Ich habe morgen einen Zahnarzttermin, und meine Zahnärztin ist schwanger. Ich dachte, ich nutze die Chance, um sie zu schützen.“

Schnelltests: Der Befund wird aus dem Fenster gereicht

Etwa zehn Sekunden dauert der Test für Patienten. Medizinisch geschultes Personal übernimmt das Stäbchen, das soeben etwa zehn Zentimeter weit im Kopf steckte, und überträgt den Abstrich in eine Lösungsflüssigkeit, um diese kurz darauf mit einer Pipette in eine kleine Test-Kassette zu träufeln. Derweil warten die Testkunden draußen vor der Station, bis sie ihren Befund durch ein Fenster auf Papier überreicht bekommen. Die Test-Kassette zeigt das Ergebnis an. Erscheint ein Strich, hat der Test funktioniert, erklärt Hermann. Zwei Striche bedeuten einen Positivbefund, also eine Infektion. In diesem Fall schließt sich sofort ein sicherer PCR-Test an, der ins Labor geschickt wird. Der Positiv-Getestete sollte sich danach auf dem schnellstmöglichen Wege in die häusliche Isolation begeben, sagt Christoph Fox, Pressesprecher der KVHB. Fällt auch der PCR-Test positiv aus, muss der Getestete 14 Tage in Quarantäne, so Fox weiter.

Nach zweieinviertel Stunden, sind etwa 60 Schnelltests gemacht, wie eine Angestellte sagt. Bis hierhin habe es noch keinen Positivbefund gegeben. Man sei bereits am ersten Tag auf 250 Tests vorbereitet gewesen, sagt Hermann. Die Schnelltests in der Ambulanz seien sicherer als die Selbsttests. „Wir sind geübt, und wir gehen in den hinteren Rachenraum“, sagt Hermann.

Die medizinische Fachangestellte Nicol Kaletka überreicht das Ergebnis des Schnelltests auf Papier durch ein Fenster der Corona-Ambulanz der Kassenärztlichen Vereinigung. Negativ – eine gute Nachricht.

Zwei Personen können gleichzeitig getestet werden. Das ließe sich auf drei erhöhen, sagt Fox. Schon seit Monaten führe man hier PCR-Tests durch, was neben den aktuellen Schnelltests auch weitergehe. Es sei aufgrund der kurzfristigen Beschlüsse wenig Zeit geblieben, sich auf die Durchführung der Schnelltests vorzubereiten. Doch die Kassenärztliche Vereinigung hatte bereits vergangene Woche vorausschauend Schnelltests in großer Menge bestellt.

Run aufs Wochenende: 280 gebuchte Termine

Viele wollen sich offenbar zum Wochenende hin testen lassen, Freitag werde es richtig voll, sagt Hermann mit Blick auf mehr als 280 gebuchte Termine. Eine Anmeldung unter www.kvhb.de/corona-schnelltests ist notwendig. Am Donnerstag (11. März) soll das Testzentrum in der Messehalle 3 öffnen, so das Gesundheitsressort. Eine Auflistung aller Teststationen findet sich auf der Seite des Ressorts www.gesundheit.bremen.de. Arztpraxen und Apotheken werden künftig einbezogen. Es gebe bereits 20 Zusagen, hieß es.

Bürger haben Anspruch auf Test

Das Test-Angebot sei kein bremisches, sagt Ressortsprecher Lukas Fuhrmann. Alle Bundesbürger hätten darauf Anspruch. Soll heißen: „Aktuell ist ein Test an allen Stellen auch für Menschen aus Niedersachsen möglich.“ So sei zumindest die aktuelle Regelung. Finanziert würden die Tests aus dem Gesundheitsfonds des Bundes. Das Ressort koordiniere die Angebote und beauftrage private Anbieter. In allen Einrichtungen, die das Ressort nenne, seien die Tests kostenlos, so Fuhrmann.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Tipps für Erdbeeren auf dem Balkon und im Beet

Tipps für Erdbeeren auf dem Balkon und im Beet

Meistgelesene Artikel

Brand in Mahndorf: Vier Tote bei Familiendrama am Deich

Brand in Mahndorf: Vier Tote bei Familiendrama am Deich

Brand in Mahndorf: Vier Tote bei Familiendrama am Deich
Bremen: Angeklagter sieht sich als Opfer

Bremen: Angeklagter sieht sich als Opfer

Bremen: Angeklagter sieht sich als Opfer
Mercedes-Werk in Bremen: Daimler schickt Tausende von Mitarbeitern in Kurzarbeit

Mercedes-Werk in Bremen: Daimler schickt Tausende von Mitarbeitern in Kurzarbeit

Mercedes-Werk in Bremen: Daimler schickt Tausende von Mitarbeitern in Kurzarbeit
Intensivbetten in Bremen: Angespannte Lage, aber beherrschbar

Intensivbetten in Bremen: Angespannte Lage, aber beherrschbar

Intensivbetten in Bremen: Angespannte Lage, aber beherrschbar

Kommentare