Onshore- und Offshoredienstleister Reetec

1299 Jahre Winderfahrung

Reetec-Monteure warten Rotorblätter in Offshore-Anlagen. Die Firma wurde bislang für 14 Windparks auf hoher See engagiert und baut das Offshore-Engagement weiter aus. - Foto: Reetec

Bremen - Von Jörg Esser. „Der Wind inspiriert uns.“ So lautet der Leitspruch des Bremer Windenergiedienstleisters Reetec. Das Unternehmen ist 20 Jahre alt und längst fest in der Branche verankert. Firmengründer Detlef Lindenau hat bislang alle Klippen umschifft. Die Auftragsbücher sind voll. Derzeit beschäftigt Reetec 165 Mitarbeiter im Onshore- und Offshoreservice, in Fertigung, Montage und Verwaltung. „Die Mitarbeiter repräsentieren 1 299 Jahre Winderfahrung“, sagt Firmensprecherin Heike Winkler.

Vor 20 Jahren, als er sein Unternehmen gründete, galt Lindenau als Visionär. Der gelernte Elektroinstallateur und studierte Elektoringenieur setzte früh auf die Windenergiebranche, baute den Service für Windkraftanlagen auf. Die Rechnung ging auf. Zwei Jahre nach der Gründung zog Reetec 1998 in den Speicher 17 an der Cuxhavener Straße. Also in die Überseestadt, die damals noch im Planungsstadium war.

Reetec entwickelte Hinderniskennzeichnungen für Windräder – „etwas, was die Branche braucht“. Schaltschränke kamen zum Serviceangebot dazu sowie „kreative und kundengerechte Lösungen“. Für die Innenrevision von Rotorblättern. Für Leuchtfeuer. Und so weiter. Außenstandorte wurden eingerichtet, Reetec gründete Tochterfirmen in Portugal und Frankreich. 2006 beschäftigte die Firma 61 Mitarbeiter.

Elisabeth Sczekalla ist Fertigungsleiterin in der Reetec-Zentrale in der Überseestadt. - Foto: Reetec

Ein Jahr später wurde der unabhängige Windenergiedienstleister Teil der französischen EDF Energies-Nouvelles-Gruppe mit dem Hauptanteilseigner EDF-EN Services. „Das ist ein stabiles Fundament in einer kapitalintensiven Branche“, sagt Winkler. Im März 2013 zog Reetec an die Konsul-Smidt-Straße, wo alle Firmensparten gebündelt sind. Das Grundstück neben Großmarkt und Hafenkante umfasst 10 800 Quadratmeter, bebaut mit einem dreistöckigen Verwaltungsgebäude und einer 2 000 Quadratmeter großen Fertigungs- und Lagerhalle. Hier ist Reetecs Fuhrpark für die Servicemonteure und hier werden unter anderem Schaltkästen und Hinderniskennzeichnungen gebaut. Rot blinkende Lichter, die jedes Windrad mit mehr als 100 Metern tragen muss – Onshore und Offshore. An Land und auf hoher See. Die Anlagen werden auf Kundenwunsch nach Sichtweite gesteuert, sagt Fertigungsleiterin Elisabeth Sczekalla. Bei klarer Luft werden die LED-Lampen auf zehn Prozent gedimmt. Nachts und bei trübem Wetter leuchten sie mit voller Kraft.

Reetec wirbt längst mit einem facettenreiches Dienstleistungsspektrum in den Bereichen Elektrotechnische Planungen, Netzanbindungen, Elektrische und Mechanische Montagen, Rotorblatt- und Turmservice und Wartungen, Hinderniskennzeichnungen gemäß den Richtlinien für Flugsicherheit sowie Spezialentwicklungen und Sonderlösungen.

Die Firma hat sich auf dem Onshore- und Offshore-Markt etabliert. 2003 erfolgte der Offshore-Einstieg mit Aufträgen für den Windpark „Arklow-Bank“ in der Irischen See. Bis heute sind die Bremern in 14 Offshore-Projekte involviert – den ersten Nordsee-Park „alpha ventus“ sowie diversen anderen Offshore-Parks. Erst jüngst erhielt Reetec den Auftrag für die Befeuerung der 70 Adwen-Fünf-Megawatt-Anlagen im Offshore-Park „Wikinger“ vor Rügen. Baubeginn war im März dieses Jahres, der spanische Energiekonzern Iberdrola investiert 1,4 Milliarden Euro in das Projekt.

Zurück an Land: Der Onshore-Service und auch das „Repowering“, also die Aufrüstung alter Windräder, sollen für viele Aufträge sorgen. Reetec will weiterhin für „viel Wind im täglichen Geschäft“ sorgen.

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