Winterfester Garten unter Naturschutzaspekten

Garten im Winter: Paradies für Insekten

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In Christa Dorn-Welges Garten finden Insekten und andere Tiere auch im Winter Futter und allerlei Verstecke.

Kirchlinteln - von Wiebke Bruns. Es gibt viele Möglichkeiten, einen Garten zu gestalten. Christa Dorn-Welge aus Lehringen in der Gemeinde Kirchlinteln hat vor neun Jahren einen „Garten der Sinne“ angelegt.

Ein Paradies für Spinnen, Schmetterlinge, Hummeln, Igel und Co. Mit ein paar kleinen Handgriffen im Herbst kann jeder in seinem Garten den nützlichen Insekten und Tieren gut durch den Winter helfen, weiß die begeisterte Hobbygärtnerin und engagierte Naturschützerin.

Christa Dorn-Welge mit Kater Findus.

„Die Wespenspinne brachte mich auf die Idee, den Garten der Sinne anzulegen“, sagt sie und braucht gar nicht lange zu suchen, um eine dieser Schönheiten zu entdecken. Eine Raupe schiebt sich über ein Blatt und die Expertin erkennt sofort, dass sich daraus ein „kleines Waldvögelchen“ entpuppen wird. Ein paar Schritte weiter entdeckt sie einen „Kaisermantel“. Auch die vielen Hummeln sorgen für Freude bei der Naturfreundin, an deren Fersen sich während des Gartenrundgangs schnell Kater Findus geheftet hat.

„Abgeblühtes sollte man erst im Frühjahr abschneiden. Dann können sich die Vögel dort noch im Winter den Samen herauspicken“, erklärt sie. Außerdem sei es schön anzusehen, wenn alles von Raureif überzogen ist.

Vom Rasen muss das Laub runter, aber in den Beeten sollte man es liegen lassen. Bienenköniginnen, Schmetterlinge und Marienkäfer können darin überwintern. Vögel suchen im Laub Futter und es diene als Frostschutz für die Pflanzen. „Mikroorganismen zersetzen das Laub, dann haben wir wieder Humus.“

Auch Brennesseln haben einen Platz in ihrem Garten, dort tummeln sich Schmetterlinge wie Tagpfauenauge und Admira, erklärt die 68-Jährige. „Wenn man die Stiele bündelt und aufhängt, können darin nützliche Insekten überwintern. Alles, was unseren Pflanzen schadet, wird von ihnen vertilgt und die Insekten sind wiederum Futter für die Vögel“, weiß sie. Wer, so wie Christa Dorn-Welge, einen Igel im Garten hat, kann sich glücklich schätzen. Ihr stacheliger Mitbewohner habe sie sehr bei der Schneckenplage in diesem Jahr unterstützt.

Auch dieses Tagpfauenauge fühlt sich in dem naturbelassenen Garten zu Hause.

Wenn die Lehringerin Stauden kauft, bevorzugt sie solche mit einfachen und nicht gefüllten Blüten, da kommen die Insekten besser an den Nektar. Die Nachtkerze empfiehlt sie Fledermaus-Freunden, diese fliegen auf die gelben Blüten, was sie von einem ihrer Lieblingsplätze auf dem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück gerne beobachtet.

Bei der Ernte der Holunderbeeren habe das Rotkehlchen einen Frühstart hingelegt. Christa Dorn-Welge teilt aber gerne: „Das Gezwitscher ist doch toll und ein Dankeschön an uns.“ Vielleicht erklingt es in diesem grünen Paradies deshalb besonders laut und auch wenn der Garten verdammt viel Arbeit macht, habe sie die Entscheidung noch nie bereut. Wer ein paar Ratschläge beherzigt, tut der Natur etwas Gutes und profitiert auf vielfältige Weise selbst davon.

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