Weiße Fliegen und Erdflöhe: Diese Schädlinge plagen den Kohl

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Damit Weißkohl im eigenen Garten so schön heranwächst, müssen Hobbygärtner die Augen nach Schädlingen offen halten. Foto: Andrea Warnecke

Grünkohl, Rosenkohl, Kohlrabi, Wirsing, Weiß- und Rotkohl - es gibt unzählige Kohlarten, die derzeit im Garten heranwachsen. Aber sie alle haben etwas gemeinsam: Eine Vielzahl an Schädlingen macht sich über sie her.

Bonn (dpa/tmn) - Der Kohl ist ein beliebtes Herbst- und Wintergemüse. Derzeit reift es in den Beeten heran - und ist Ziel gleich einiger Schädlinge und Pilze. Ein Überblick und die Bekämpfungsmöglichkeiten für den Hobbygärtner:

Erdflöhe: Die schwarzen oder gelbgestreiften Käfer springen von den Blättern auf, wenn man die Pflanzen berührt. Erkennen können Hobbygärtner den Befall auch an den Fraßlöchern in den Blättern. Und die Schädlinge können bereits Keimlinge des Kohls im Boden vernichten.

Was hilft? Häufiges Gießen und gründliches Harken, erklärt das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe. Und im Frühjahr nach der Ernte sollten die Pflanzen mit einem Netz abgedeckt werden.

Mehlige Kohlblattlaus: Die Blattränder kräuseln sich und vergilben. Die Pflanze wirkt schmutzig, da sie von Honigtau überzogen ist. Daran sind ganze Kolonien des kleinen Schädlings schuld, erläutert das LTZ.

Was hilft? Blätter mit den Lauskolonien entfernen. Und die Überwinterung durch eine frühzeitige Ernte verhindern. Auch Spritzmittel können helfen.

Mottenschildläuse: Die weißen, fliegenähnlichen Tierchen sitzen an der Blattunterseite. Erkennen lassen sie sich gut daran, dass sie bei Berührung der Pflanze auffliegen. Bei starkem Befall wächst der Kohl deformiert heran und ist besetzt mit schwarzen Rußtaupilzen. Diese wachsen auf den Ausscheidungen der Schädlinge - und der Pilz ist es auch, der hauptsächlich den Schaden an der Pflanze anrichtet.

Was hilft? Bekämpfen lässt sich die Mottenschildlaus mit Spritzmitteln auf Basis von Rapsöl oder Kali-Seife. Der Hobbygärtner muss die Unterseiten der Blätter damit benetzen, erklärt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Doch die Bekämpfung sei eigentlich nur in Ausnahmefällen nötig. Während trockener, warmer Witterung kommen die Kohlmottenschildläuse verstärkt vor, insbesondere befallen sie Grün-, Rosen- und Blumenkohl, Kohlrabi und Wirsing.

Kohlweißling: Er legt seine erst grünlichen, später gelben Eier an den Blattunterseiten ab. Die Raupen fressen dann die Blätter ab. Genauso gehen die Nachkommen der Kohleule und der Kohlmotte vor.

Was hilft? Das LTZ rät Hobbygärtnern, früh nach den Eiern der drei Schädlinge zu suchen und diese zu zerdrücken sowie die Raupen abzusammeln. Auch Pflanzenschutzmittel gibt es.

Schnecken: Vor allem bei feuchter, kühlerer Witterung machen sie sich über die Köpfe her.

Was hilft? Der Hobbygärtner kann die Tiere absammeln. Legt er zum Beispiel große Blätter am Boden aus, suchen die Tiere diese als Unterschlupf auf - das erleichtert das Entsorgen. Daneben helfen die üblichen Tricks gegen Schnecken, etwa Bierfallen und Schneckenzäune.

Kohlfliege: Ihre weißen Larven fressen die Wurzeln an, die Pflanzen bleiben daher oft im Wachstum zurück und werden bleigrau. Ist der Kohl stark befallen, kann man den Kopf auch leicht aus dem Boden ziehen. Beim Rosenkohl fressen die Larven außerdem die Röschen an.

Was hilft? Wenig. Bereits beim Setzen der Jungpflanzen sollte man Netze über sie legen. So können die Tiere nicht an die Pflanzen gelangen. Und Stärkungsmittel machen die Pflanzen widerstandsfähiger.

Kohlhernie: Der Kohl bleibt zu klein? Sind seine Blätter eher blaugrün und welken die Pflanzen an heißen Tagen? Sind die Wurzeln stellenweise verdickt? Dann leidet die Pflanze an der Kohlhernie. Ein Schleimpilz löst diese Krankheit aus.

Was hilft? Vorbeugen: So sollte Kohl nur alle vier Jahre an der gleichen Stelle im Beet gesetzt werden, erklärt das LTZ. Vor dem Neubestellen sollte auf einen mittleren bis schweren Boden etwa ein Kilogramm Branntkalk und auf einen leichten Boden rund zwei Kilogramm kohlensaurer Kalk je zehn Quadratmeter gegeben werden. Und ganz wichtig: Befallene Kohlstrünke müssen im Hausmüll entsorgt oder gar verbrannt werden. Denn die Sporen des Pilzes können bis zu zehn Jahre lebensfähig bleiben und sich verbreiten.

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