Effizienzklassen für Gebäude

Die neue Energieeinsparverordnung kommt

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Gut zu wissen: Der Energieausweis enthält in Zukunft auch farbige Balkendiagramme. Diese stehen für die Energieeffizienzklasse des Gebäudes.

dpa · Katja Fischer - Am 1. Mai tritt die neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) in Kraft. Damit kommen auf Hausbesitzer und Bauherren einige Veränderungen zu. Vor allem für Neubauten wurden die energetischen Standards erhöht, die jetzt schon umgesetzt werden können. Aber auch Besitzer älterer Immobilien müssen bald aktiv werden.

Grundsätzlich soll die neue Verordnung für Verbraucher, Mieter und Käufer mehr Klarheit über ihren Energieverbrauch bringen. Die erste Veränderung betrifft den Energieausweis. „Dieses Instrument wird gestärkt“, sagt Achim Fischer von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Bislang enthielt das Dokument nur die Kennwerte zum Energiebedarf oder -verbrauch. Künftig werden die Gebäude auf Basis dieser Werte in Energieeffizienzklassen zwischen A+ und H eingeteilt. Das kennt man von Haushaltsgeräten. Diese Klassen werden in alle Ausweise eingetragen, die ab Mai ausgestellt werden. Und Immobilienanzeigen müssen dann Angaben zur Energieeffizienz enthalten. „Das macht Mietern und Kauf­interessenten den Vergleich verschiedener Wohnungen leichter“, erklärt Fischer.

Wie aussagekräftig sind die Ausweise?

Durch die Einteilung in Effizienzklassen werden die Energieausweise für Mieter und Käufer etwas genauer, so Ulrich Löhlein vom Immobilienverband Deutschland. „Aber insgesamt sind Energieausweise auch dann noch weit davon entfernt, wirklich aussagekräftig zu sein.“ Denn 40 Prozent des Energieverbrauchs hänge vom Nutzungsverhalten der Bewohner ab – und das sei bei jedem anders. Der Experte ist sich aber dennoch sicher, dass die Effizienzklassen das Bewusstsein für den Verbrauch auf lange Sicht schärfen werden.

Andere Neuregelungen gelten erst ab 2015 oder 2016. Trotzdem sollten Hausbesitzer sie schon jetzt im Auge haben und mit Sanierungen rechnen. So wird ab kommenden Jahr der Austausch aller Konstanttemperaturheizkessel Pflicht, die älter als 30 Jahre sind. Wer einen Neubau in Angriff nimmt, muss sich entscheiden, ob er schon die neuen Standards der EnEV 2014 zugrunde legt oder noch etwas preiswerter nach den alten Richtlinien baut. Denn die energetischen Anforderungen an Neubauten verschärfen sich erst ab dem 1. Januar 2016. Der bislang zulässige Primärenergiebedarf pro Jahr muss dann im Schnitt 25 Prozent niedriger und die Wärmedämmung der Gebäudehülle um durchschnitlich 20 Prozent besser sein.

„Wir raten Bauherren, unbedingt jetzt schon nach den neuen Standards zu bauen“, sagt Jürgen Friedrichs vom Bauherren-Schutzbund. Das sei nur unwesentlich teurer, aber eine Investition in die Zukunft. Es steigere auch den Wert der Immobilie. Daher findet Jürgen Friedrichs: „Wer heute noch nach der ­alten Energieeinsparverordnung baut, errichtet einen energetischen Altbau.“

Für die Sanierung von Altbauten sieht die EnEV keine verschärften Anforderungen vor. „Die bisherigen Vorgaben sind bereits anspruchsvoll“, sagt Fischer. Trotzdem besteht für viele Hausbesitzer Handlungsbedarf. Denn es wurde präzisiert, wie die obersten Geschossdecken zu dämmen sind.

Pflicht besteht schon seit dem Jahr 2011

 

Die Pflicht dazu besteht schon seit 2011. „Aber da gab es bisher eine große Verun­sicherung, welche Decken betroffen sind“, weiß Fischer. Jetzt gilt: Alle Decken, die nicht den mit DIN-Norm festgelegten Mindestanforderungen an den Wärmeschutz ­genügen, müssen bis Ende des Jahres 2015 extra gedämmt werden.

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