Siegel geplant

Nachhaltige Geldanlagen legen zu

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Nachhaltig Investieren ist gar nicht so leicht. Eine Orientierung soll ein Siegel geben. Das Forum Nachhaltige Geldanlagen wird es im Juli vorstellen.

Viele Anleger setzen nicht nur auf Rendite. Auch ethische, soziale oder Umweltstandards spielen eine immer größere Rolle. Ein Siegel soll Verbrauchern bei der Auswahl nachhaltiger Fonds künftig helfen.

Berlin - Immer mehr Anleger wollen mit ihrem Geld auch Gutes tun. Nach Angaben des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) ist das Marktvolumen in Deutschland von 2013 bis 2014 um 59 Prozent gewachsen.

Die Summe entsprechender nachhaltiger Fonds, Kunden- und Eigenanlagen in Deutschland lag demnach Ende 2014 bei 127,3 Milliarden Euro. Ende 2013 betrug das Marktvolumen noch 79,9 Milliarden Euro.

Deutlich zeigt sich die Marktentwicklung bei den nachhaltigen Investmentfonds und Mandaten, also Spezialfonds von Versicherungen oder Pensionskassen. Laut Marktbericht des FNG hat das Volumen dieses Segments im vergangenen Jahr um 70 Prozent zugelegt und liegt jetzt bei insgesamt 52,7 Milliarden Euro. Sein Anteil am Gesamtmarkt stieg damit von 1,5 Prozent auf 2,2 Prozent. Sieben nachhaltige Fonds wurden in Deutschland demnach neu aufgelegt, ein Fonds wurde auf Nachhaltigkeit umgestellt.

"Zwar spielt der nachhaltige Anlagemarkt quantitativ immer noch eine vergleichsweise untergeordnete Rolle", sagte der FNG-Vorstandsvorsitzende Volker Weber bei der Vorstellung der Studie in Berlin. "Der anhaltende Aufwärtskurs lässt aber einen allmählichen Eintritt in den Mainstream erkennen." So arbeiten auch immer mehr Asset Manager mit Ausschlusskriterien. Mittlerweile werden bei einem verwalteten Vermögen von 1,96 Billionen Euro Streumunition und Antipersonenminen ausgeschlossen. Bei 291 Milliarden Euro gilt darüber hinaus das Ausschlusskriterium ABC-Waffen.

Für Anleger sind nachhaltige Produkte aber oft nur schwer zu erkennen. "Der Markt Nachhaltiger Geldanlagen gewinnt nicht nur an Volumen hinzu, sondern zugleich auch an Vielfalt und Komplexität", erklärte FNG-Geschäftsführerin Claudia Tober. Denn neben Ausschlusskriterien gibt es eine Reihe anderer nachhaltiger Anlagestrategien. Dazu gehören etwa der Best-in-Class-Ansatz, bei dem nur in die besten Werte einer Branche investiert wird. Oder der Integrationsansatz, bei dem soziale, ethische und ökologische Aspekte sowie eine verantwortungsvolle Unternehmensführung in die Finanzanalyse einbezogen werden.

Daher wird das FNG Anfang Juli ein Siegel vorstellen, mit dem nachhaltige Publikumsfonds ausgezeichnet werden können. Fonds müssen dazu unter anderem die Transparenzregeln des European Sustainable and Responsible Investment Forum (Eurosif) anerkennen. Hinzu kommen Ausschlusskriterien Atomkraft, Menschenrechtsverletzungen und Streumunition. Auch die Bereiche Menschen- und Arbeitsrechte, Umwelt und Korruptionsbekämpfung zählen zu den Kriterien. Vergeben werden soll das Siegel zum ersten Mal im November.

dpa

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