Gefährlicher Befall

Misteln zum Winterende aus Obstbäumen schneiden

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Misteln in Obstbäumen zapfen deren Leitungsbahnen an und entziehen Wasser und Nährsalze. Im späten Winter sollten sie daher großzügig aus den Gehölzen herausgeschnitten werden. Foto: Helge May/NABU/dpa-tmn

In einigen Teilen Deutschlands sind Misteln auf Obstbäumen inzwischen so verbreitet, dass Experten darin eine Gefahr für Streuobst-Bestände sehen. Um ihre Bäume zu retten, sollten Hobbygärtner nun zum Ende des Winters zur Schere greifen und betroffene Äste stark stutzen.

Berlin (dpa/tmn) - Misteln haftet zwar etwas Romantisches an - schließlich soll man sich in der Zeit um Weihnachten darunter küssen. Doch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) nennt sie eine Gefahr für manche Obstbäume.

Wenn Misteln auf ihnen wachsen, entziehen sie den Bäumen Wasser und Nährstoffe. Hobbygärtner sollten daher auf einen Befall reagieren. Laubholz-Misteln sind in ganz Deutschland verbreitet. In Teilen Süd- und Mitteldeutschlands ist der Befall nach Nabu-Angaben aber bereits so massiv, dass Misteln dort ein Risiko für die Streuobst-Bestände sind. Besonders betroffen seien Apfelbäume und Ebereschen. Keine Sorge müssten sich Hobbygärtner dagegen um Birnen-, Kirschen-, Pflaumen- und Zwetschgenbäume machen.

Hobbygärtner sollten die Misteln im späten Winter und zeitigen Frühjahr aus den Gehölzen herausschneiden. Die Äste werden dabei so stark gestutzt, dass die befallenen Stellen wegfallen ebenso wie mindestens 30 bis 50 Zentimeter gesundes Holz. Ein so tiefer Schnitt kann laut Nabu in der Regel die Ausbreitung der Pflanze stoppen, wenn der Baum noch nicht zu stark befallen ist. Andere Methoden wie das Abschneiden nur der Misteln selbst oder das Abdecken mit schwarzer Folie hätten sich als nicht erfolgreich erwiesen, erklärt der Nabu.

Misteln sind sogenannten Halbschmarotzer und gehen mit ihrem Wirt eine einseitige Partnerschaft ein. Mit wurzelähnlichen Haustorien zapfen sie die Leitungsbahnen in den Ästen an und entziehen ihnen Wasser und Nährsalze. Als reiner Parasit gilt die Mistel aber nicht: Mit ihren länglichen, immergrünen Blättern kann sie Photosynthese betreiben und so die für das Wachstum benötigten Kohlenhydrate eigenständig herstellen.

Vögel lieben die Mistel-Beeren. Reste davon werden im Schnabel über weite Strecke transportiert, auch über ihren Kot scheiden Vögel die Samen aus. Diese landen zum Beispiel in Astgabeln oder Ritzen im Ast. Misteln wachsen dort aber nur langsam heran. In den ersten Monaten bilden sich Haftscheiben und lassen erste Senkwurzeln ins Holz ein. Bis der eigentliche Trieb mit ersten Blättern die Rinde durchbricht, kann es zwei Jahre dauern. Bis sich die ersten Früchte bilden, vergehen sogar fünf Jahre.

Nabu-Hintergrundpapier "Misteln in Streuobstbeständen"

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