Mehr Wohnungseinbrüche - 4 einfache Tipps schützen

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Einbrecher kommen gern im Dunkeln. Bewegungsmelder an Leuchten am Hauseingang oder der Kellertür wirken abschreckend.

München - Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen - im Jahr 2013 waren es bundesweit rund 150 000. Die Polizei macht dafür oft international agierende Banden verantwortlich.

Um ihnen das Handwerk zu legen, haben sich nun Ermittler aus Deutschland, Österreich, Serbien, Bulgarien und Rumänien zusammengetan.

Entwickelt wurde das "Danube Property Crime Project" - ein Projekt zur Eindämmung von Eigentumsdelikten in der Donauregion - von der bayerischen Polizei. Ein gemeinsames Expertennetzwerk und regelmäßiger Datenaustausch soll die Ermittlungsarbeit erleichtern und verbessern, wie Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer in München sagte. Die Reisewege der Täter und der Absatz des Diebesgutes könnten so nachvollzogen werden.

Doch die Polizei will Einbrüche nicht nur aufklären, sondern auch verhindern. Hierbei setzen die Ermittler auf die Unterstützung der Bürger. Mit dem Hinweis eines Zeugen konnte die Polizei im vergangenen Jahr eine Einbrecherbande fassen und ihr mehr als 200 Einbrüche im Raum München und Ingolstadt zuordnen.

Für die Opfer sei der psychische Schaden meist größer als der materielle, sagte der Polizeipräsident. Schließlich wollten Menschen sich in ihren eigenen vier Wänden sicher fühlen. Opfer könnten alle werden - nicht nur Villenbesitzer. In jeder noch so einfachen, kleinen Wohnung fänden Einbrecher etwas, das sie zu Geld machen könnten. Der Satz "Bei uns ist ja nichts zu holen" sei ein Irrglaube.

Doch wie kann man sein Zuhause schützen? Wer mehrere Hundert Euro ausgeben will, kann Sicherheitstüren und Alarmanlagen einbauen lassen und ist damit gut beraten. Aber es gibt auch ein paar Tipps, die sich ohne großen finanziellen und baulichen Aufwand umsetzen lassen: 

1. Anwesenheit vortäuschen: Wer in den Urlaub fährt, sollte den Briefkasten regelmäßig leeren und die Rollläden hoch- und runterziehen lassen. Das Garagentor schließt man am besten, wenn man mit dem Auto unterwegs ist, rät die Initiative "Nicht bei mir!". Sie wird unter anderem von der Polizeilichen Kriminalitätsprävention der Länder und des Bundes getragen.

2. Licht machen: Einbrecher lieben den Schutz der Dunkelheit. Bewegungsmelder an Leuchten am Hauseingang, Gartenweg und Kellerabgang enttarnen die Kriminellen oft. Aber man muss mit allen Tricks rechnen. Die Brancheninitiative Elektro+ rät daher, darauf zu achten, ob Bewegungsmelder im Außenbereich womöglich manipuliert wurden.

3. Fenster schließen:Der Tipp klingt banal. Es ist aber noch immer der wichtigste Hinweis: Wer die Wohnung oder das Haus verlässt, sollte alle Fenster schließen und die Türen nicht nur ins Schloss fallen lassen, sondern sie absperren. Laut den Experten kann sonst auch der Versicherungsschutz erlöschen. Das gilt auch für Fenster und Türen in höheren Geschossen. Herumstehende Leitern, Mülltonnen und sogar Gartenstühle sind eine Kletterhilfe. Auch sollten keine Schlüssel im Freien deponiert werden - Einbrecher suchen danach.

4. Lärm machen: Abschreckend sind Geräusche vermeintlich anwesender Bewohner. Denn Einbrecher sind gerne ungestört. Daher rät die Initiative "Nicht bei mir!", mit Zeitschaltuhren immer wieder Räume zu beleuchten oder das Radio anzumachen.

Tipps der Initiative "Nicht bei mir!"

Infos der Kampagne K-Einbruch

Weitere Ratschläge für ein sicheres Zuhause

Offene Fenster und Balkontüren machen es Einbrechern leicht - darauf achten viele Deutsche aber zu wenig. So behalten gut 84 Prozent der Deutschen geöffnete Fenster nicht im Blick. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Toluna. Immerhin haben 26 Prozent davon Schutzmechanismen wie eine Kippsicherung. Jeder Vierte geht auch länger aus dem Haus, ohne das Fenster zu schließen (27 Prozent). Nur gut die Hälfte hat Sicherheitsvorrichtungen am Fenster (13 Prozent). Und knapp 80 Prozent der Befragten lassen über Nacht mindestens ein Fenster gekippt, 56 Prozent ohne jede Sicherung. Im Auftrag der AachenMünchener Versicherung wurden 1000 Erwachsene befragt.

dpa

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