Kleine Alleskönner - Die neuen Sofas sind wandelbar

Die Sofas der Kollektion Cocoa Island von Bretz sind riesig und es gibt sie in knalligen Tönen. Foto: Bretz
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Die Sofas der Kollektion Cocoa Island von Bretz sind riesig und es gibt sie in knalligen Tönen. Foto: Bretz
Das Polstersofa Bristol von Poliform gibt es in dezenten Naturtönen. Foto: Poliform
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Das Polstersofa Bristol von Poliform gibt es in dezenten Naturtönen. Foto: Poliform
Das Sofa Sandro von Sedda lässt sich im Handumdrehen in ein großes Doppelbett verwandeln. Foto: Sedda
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Das Sofa Sandro von Sedda lässt sich im Handumdrehen in ein großes Doppelbett verwandeln. Foto: Sedda
Das Sofa Modular von Rosenthal ist in dezenten Farben gehalten. So fügt es sich problemlos in bestehende Raumkonzepte ein. Foto: Rosenthal
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Das Sofa Modular von Rosenthal ist in dezenten Farben gehalten. So fügt es sich problemlos in bestehende Raumkonzepte ein. Foto: Rosenthal
Das Sofa Cento-60 von Swiss Plus ist klein. Es lässt sich jedoch zu einem großen Doppelbett ausziehen. Foto: Swiss Plus/ Frank Schwarzbach
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Das Sofa Cento-60 von Swiss Plus ist klein. Es lässt sich jedoch zu einem großen Doppelbett ausziehen. Foto: Swiss Plus/ Frank Schwarzbach

Köln (dpa/tmn) - Multifunktional, klein und zurückhaltend: Das sind die neuen Sofas. Die Zeit großer Liegelandschaften ist vorbei. Die kleinen Sitzmöbel kommen ganz groß raus: sie lassen sich etwa im Handumdrehen in Betten verwandeln.

Müssen Gäste auf dem Sofa übernachten, haben sie meist keine hohen Erwartungen an die bevorstehende Nacht. Wenig Platz und harte Lehnen haben dem ein oder anderen schon einen steifen Nacken oder unruhigen Schlaf beschert. Doch das muss nicht so sein: In diesem Jahr sind Sofas im Trend, die sich schnell in ein Bett verwandeln lassen. Das allein ist noch nichts Neues. Allerdings ist den Polstermöbeln nicht anzusehen, wie flexibel sie sind.

Denn die neuen Sofas sind klein, aber funktional. "Die Menschen haben immer weniger Wohnraum zur Verfügung", erklärt Roland Ragailler, Geschäftsführer der sedda Polstermöbelwerke. "Und der muss so gut wie möglich genutzt werden, denn viele haben gar kein Gästezimmer." Deshalb muss oft die Wohnzimmercouch als Bett herhalten. Sedda hat ein sogenanntes easy-System entwickelt. Die Sofas lassen sich dabei mit wenigen Handbewegungen in ein Bett verwandeln, wirken aber gleichzeitig nicht schwerfällig. Bei der Multifunktionscouch Sandro kann jeder sogar individuell entscheiden, ob er das Sofa in eine Lang- oder Querschläfervariante umbaut - abhängig von Raumgröße und Standort des Sofas.

Wichtig ist aber vor allem: "Man soll den Sofas nicht ansehen, was sie alles können, und gleichzeitig muss es kinderleicht gehen", erklärt Ragailler das Konzept, das jüngst auf der Internationalen Möbelmesse IMM Cologne zu sehen war.

Dieser Trend lässt sich auch bei Swiss Plus beobachten. Das Sofa Cento-60 verwandelt sich ganz einfach in ein Doppelbett. Cento-60 ist 162 Zentimeter breit und 83 Zentimeter tief. Bei dieser Größe passt es selbst in die kleinste Studentenbude. Kommen dann die Eltern zu Besuch, können sie auf einem 150 mal 219 Zentimeter großen Bett übernachten. So wird das Wohnzimmer ganz schnell zum Schlafzimmer, sagt Jörg Keller, Inhaber des Unternehmens. "Und das hat auch nichts mehr von einer Notlösung." Bei der ADA Möbelfabrik gibt es den sogenannten Speedy-Bettenauszug. Das Unternehmen verspricht, dass sich das Sofa in nur drei Sekunden mit drei Handgriffen in ein Doppelbett umwandeln lässt.

ADA-Vorstand Gerhard Vorraber beobachtet außerdem: "Große Wohnlandschaften sind nicht mehr aktuell." Ein Grund dafür sind zum Beispiel immer mehr Singlehaushalte. Alleinstehende brauchen keine riesigen Sofas und haben gar nicht den Platz dafür. Wichtiger ist es, dass die Sofas sich mit anderen Möbelstücken einfach kombinieren lassen. "Die Zeit der schreienden Farben ist vorbei", erklärt Andreas Gerecke vom Porzellanhersteller Rosenthal. Rosenthal hat gemeinsam mit ADA eine Möbelkollektion entwickelt, die von der Porzellanoptik inspiriert ist.

Das Sofa Modular aus dieser Kollektion ist aus Leder und in einem schlichten Rosé oder eleganten Grau erhältlich. "Die Modelle sind Unikate und haben ein Eigenleben", sagt Gerecke. Dennoch seien sie dezent genug, um sich in bestehende Raumkonzepte einzufügen. Auch das Polstersofa Bristol von Poliform, entworfen von Jean-Marie Massaud, gibt es vor allem in Natur- und hellen Brauntönen. Bei den Bezugstoffen der Sofas bleiben nach Angaben des Verbands der Deutschen Möbelindustrie besonders Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Wolle und Wollfilz beliebt. Außerdem gebe es einen hohen Anteil an Kunstfasern und Mischgeweben, die besonders strapazierfähig sind.

Roland Ragailler von Sedda beobachtet, dass bei den Sofas besonders Leder sehr geschätzt wird. "So ein Sofa ist etwas Dauerhaftes, man hat es über viele Jahre hinweg." Viele toben sich dann farblich bei Accessoires wie den Kissen aus und geben dem Wohnzimmer mit wechselnden Modellen einen neuen Touch.

Scheinbar völlig gegen den Trend gerichtet sind die Kollektionen von Bretz. Die Sofas der Kollektion Cocoa Island zum Beispiel sind riesige, kuschelweiche Wohnlandschaften in auffälligen Farben. Es gibt sie sogar mit 163 Zentimeter Sitztiefe - "Day Bed", also Tagesbett, genannt. Darin kann man komplett versinken.

Doch auch bei den Sofas von Bretz steht wieder die Kombinierbarkeit im Mittelpunkt: Die unterschiedlichen Sitztiefen und Farben lassen sich beliebig miteinander verbinden und sorgen für individuelle Gestaltungsmöglichkeiten - in kleinen und großen Räumen. Auch die kleinen Verwandlungskünstler von Swiss Plus gibt es nicht nur in zurückhaltenden Farben. "Wir haben auch schräge Retrofarben", sagt Keller. Da dürfe es ruhig ein bisschen knallen.

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