Tipps von der Expertin

Garten gestalten: Herbst und Winter für Pläne nutzen

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Grünes Paradies: Solch einen Garten im englischen Cottage-Stil wünschen sich viele Menschen. Damit das erste grüne Reich gelingt, brauchen vor allem Anfänger einen guten Plan, damit sie nicht die Lust am Gärtnern verlieren, noch ehe die Lieblingsblume angewurzelt ist. Insbesondere jetzt im Herbst und Winter kann man die Zeit wunderbar nutzen, um sich Pläne für die Gestaltung zu machen.

Langsam wird es trist im Garten, doch wer sein Hobby liebt, der kann Herbst und Winter kreativ nutzen. Jetzt ist die beste Zeit, um sich zu überlegen, wie man den Garten 2019 gestalten will.

Damit aus etwas Erde ein Paradies wird, braucht es einen Plan: Dafür gibt es hier Tipps von Gartendesignerin Gabriella Pape. Es ist wie beim Haus, wer einen schönen Garten will, braucht einen Plan“, weiß die Berliner Expertin Gabriella Pape aus langer Erfahrung.

Der Unterschied zum Haus, das Bad und Küche braucht, sei: Im Garten kann alles und muss nichts sein. Früher ein Vorzeigeobjekt sei der Garten heute Lebensraum, grünes Wohnzimmer: „Man will Rasen haben und Blumen und neuerdings auch ganz viel Gemüse ernten.“ „Dann bastelt man so vor sich hin“, erzählt Pape von den Erfahrungen ihrer Kunden: „Hier das Blumenbeet und da hinten der Kompost und zwei Jahre später stellt man fest: Ach schade, dass da hinten nun der Fahrradschuppen, den der Papa an drei mühseligen Wochenenden aufgebaut hat, samt Fundament unverrückbar am falschen Platz steht. Dort wäre doch ein Sitzplatz viel schöner gewesen wegen der Abendsonne. Und das Gemüsebeet vor der Terrasse (da hatte man nicht so weit zu laufen), sieht eigentlich, außer, wenn der Salat wächst, nicht wirklich hübsch aus. Auch hat man oft Pflanzen gekauft, die dort, wo sie sind, partout nicht sein wollen. Und dann modelt man alles dreimal um.“

Garten planen: Budget und Wunschliste

Zudem erweist sich der verdichtete Baustellengrund als völlig humusfrei und der teuer zugekaufte „Mutterboden“ als minderwertig. Da hätte man sich doch besser gleich hochwertigen Humus aus der nahen Kompostieranlage geholt, sagt die Expertin. „Das ist der Moment, wo dem Gartenbesitzer klar werden sollte, dass es sinnvoll ist, den Garten (ebenso wie das Haus) zu planen und einzurichten. Mit einem Budget und einer Wunschliste, wie jedes grüne Zimmer aussehen soll. Dazu müsse man, so Pape, sein Grundstück aber erst mal selbst genau betrachten und herausfinden:

  • Wo will ich den Sitzplatz haben – in der Morgen- oder Abendsonne, am Haus oder unterm Apfelbaum?
  • Wohin fällt der Blick aus Wohn-, Esszimmer und Küche?
  • Will ich dann den Sandkasten sehen oder die Rosen?
  • Wo sind im Tagesverlauf die sonnigen und wo die schattigen Bereiche?
  • Wie mag ich mein Staudenbeet – buntes Durcheinander oder lieber Ton in Ton?
  • Gemüse oder nur Kräuter?

Wasser im Garten“ werde häufig gewünscht, erzählt Pape, aber oft wissen die Leute gar nicht, was sie wollen: Teich oder Blubberstein, Bachlauf oder Fontäne? Alle Wünsche gehören auf eine Wunschliste, ein „Storyboard“, sagt Pape, damit man sich über seine Bedürfnisse klar wird. „Am besten sammelt man einige Monate lang Ausrisse aus Gartenmagazinen und Katalogen sowie Fotos von allem, was man sich wünscht.“

Garten gestalten: Kleines Budget reicht für Staudenbeete

Gartendesignerin Anhand dieser Infos kann man dann selbst einen Pflanz- und Gestaltungsplan erstellen oder einen Gestalter beauftragen. Gärtner stellen auf Wunsch auch mal einen Quadratmeter Staudenbeet zusammen. Dann sieht man, was gefällt und zusammenpasst. „Wenn das Budget klein ist, sind Staudenbeete ideal, um Freude am Gärtnern zu kriegen“, sagt Pape. Ihr Tipp: Nicht zu sparsam bei der Menge der Pflanzen sein, lieber mit kleineren Beeten anfangen. Neun-Zentimeter-Töpfe sind günstiger und es kommt im Frühling viel dabei heraus. Wichtig ist, dass sich schnell eine geschlossene Vegetationsdecke bildet, damit keine Lücken für Unkraut bleiben.

Garten gestalten: Alte Regeln verschwunden

Mit der modernen Gartenkultur, so Pape, seien auch althergebrachte Regeln wie „Hier die Blumen, dort das Gemüse“ verschwunden. Wer nur drei Buschbohnen, zwei Tomaten und vier Salatköpfe will, braucht kein extra Beet dafür. „Gemüseanfänger können Mangold oder tolle rotblühende Feuerbohnen und Radieschen direkt ins Staudenbeet säen oder pflanzen. Und erst mal mit einer Fleischtomate üben, ehe sie sich an den (oft anspruchsvollen) Must-have-Gewächsen aus den Garten-Onlineblogs versuchen. Zum Gartenglück gehören dann nur noch „viel Mut und Geduld“. Alles Weitere wächst sich zurecht.

Noch ein kleiner Tipp für Fortgeschrittene Hobbygärtner: Skimmien brauchen im Herbst keinen Rückschnitt

Von Gisela Busch (HNA)

*HNA.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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