Frühjahrs-Inspektion fürs Haus

München - Der Winter ist fast vorbei, hat aber möglicherweise Spuren hinterlassen. Hausbesitzer sollten jetzt ihr Eigenheim nach den frostigen Temperaturen ganz genau auf Schäden überprüfen. Wer rechtzeitig reagiert, kann viel Geld sparen.

Die russische Kältepeitsche in diesem Winter hat nicht nur vielen Menschen zugesetzt, sie könnte auch ihre Spuren an Häusern hinterlassen haben. Hausbesitzer sollten ihr Eigenheim deswegen gründlich unter die Lupe nehmen, von außen und von innen. Viele Schäden wie kleine Risse in der Fassade sind nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Sie können aber, wenn sie unbemerkt bleiben, gravierende Folgen haben.

Risse in der Hauswand

Besonders kaltes Wetter kann am Haus Frostschäden hinterlassen. Ob Risse in der Fassade, im Putz oder im Sockel: „Hausbesitzer sollten das gründlich kontrollieren“, warnt Rudolf Stürzer, Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzervereins. Das Problem: Wenn es im Frühjahr und Sommer teils heftige Gewitter mit Regenschauern gibt, kann Wasser in das Mauerwerk eindringen. Auf Dauer führt die Feuchtigkeit zu gravierenden Mängeln in der Bausubstanz. Das zieht dann größere und weitaus kostspieligere Reparaturen nach sich, als die sofortige Korrektur von kleinen Rissen. Stürzer empfiehlt, die Schäden sofort fachmännisch beseitigen zu lassen. Er rät ausdrücklich davon ab, selbst Hand anzulegen. „Die meisten Mittel aus dem Baumarkt sind untauglich und schaden mehr als dass sie nützen“, sagt Stürzer. Als harmlos gelten winzige Haarrisse im Putz. Sie sollten allerdings nicht breiter werden als 0,2 Millimeter.

Heizung überprüfen

Nach dem Dauerbetrieb im Winter sollten Hausbesitzer auch die Heizung gründlich untersuchen. „Gerade bei Öl-Heizungen kann es Ablagerungen geben“, sagt Stürzer. Brenner und Kessel sollten kontrolliert und gegebenenfalls gereinigt werden. Andernfalls kann der Schmutz die Abgaswerte verschlechtern und den Verbrauch erhöhen. Auch das seien unnötige Mehrkosten.

Schimmel an den Wänden

Gerade nach dem langen eisigen Winter besteht erhöhte Schimmel-Gefahr. „Oft wird in der kalten Jahrezeit zu wenig gelüftet“, erklärt Stürzer. Ein weiteres Problem seien „Kältebrücken“, die bei schlechter Isolation der Außenwände entstehen. Auch sie können eine Ursache für Schimmel sein. Die Frühjahrs-Inspektion darf also ruhig gründlich ausfallen. Gerade hinter großen Möbeln kann sich Schimmel verstecken. Stürzer rät Hausbesitzern dringend davon ab, nasse Stellen und Schimmelflecken in Ecken, an Fassaden oder im Keller auf eigene Faust mit Mitteln aus dem Baumarkt zu beheben. Diese könnten gesundheitsschädigend sein. Außerdem müsse der Befall an der Wurzel gepackt werden. Am besten ziehen Hausbesitzer Fachmänner, etwa aus einem Malereibetrieb, zu Rate, um die Ursache ausfindig zu machen. „Schimmel kann sich rasch ausbreiten“, warnt der Immobilien-Experte. Die Sporen in der Luft stellen eine Gefahr für die Gesundheit dar.

Wenn es im Keller muffig riecht, ist dies bereits ein Indiz für Schäden durch Feuchtigkeit. „Bei ungedämmten Kellern sollte in diesem Fall die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer gemessen werden“, erklärt Gisela Pohl von der Initiative Pro Keller. Liege die Temperatur dauerhaft unter 14 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit bei über 60 Prozent, könne eine defekte oder mangelhafte Abdichtung die Ursache sein. Feuchtigkeit dringt von außen in die Räume ein. „Bei höheren Temperaturen kann die hohe Luftfeuchtigkeit aber auch an mangelhaftem Lüften liegen“, sagt Pohl. Ist unklar, woher die Feuchtigkeit stammt, sollten Hausbesitzer einen Fachmann zu Rate ziehen.

Das Dach kontrollieren

Die Schnee-Massen im Winter könnten Spuren auf dem Dach hinterlassen haben. Hausbesitzer sollten überprüfen, ob Schindeln gelockert, Ziegel beschädigt oder Blechabdeckungen kaputt sind. Auch die teils heftigen Sturmböen können das Dach demoliert haben. Wenn die Oberfläche nicht mehr dicht ist, läuft Wasser in das Mauerwerk. Die Bausubstanz kann dauerhaft geschädigt werden.

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