Gärtnern für das Glücksgefühl

Eisseler Ehepaar gestaltet grünes Reich mit viel Herzblut

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Die spätere Größe der Pflanzen sollte beim Anlegen eines Beetes unbedingt berücksichtigt werden.

Wiebke Bruns · Während manche Hausbesitzer die Gartenarbeit als lästige Pflicht ansehen, gibt es andere, für die ist es das pure Glück. So empfinden es auch Marita und Bernd Kamermann, die in der kleinen Ortschaft Eissel bei Verden leben.

Sie übernahmen einst von seinen Großeltern den 2.000 Quadratmeter großen Garten hinter ihrem Haus und gestalteten diesen komplett um. Ihr grünes Reich ist zu einem wichtigen Teil ihres Lebens geworden, sagt die begeisterte Hobbygärtnerin.

„Macht ihr jetzt mal“, hieß es damals von den Groß­eltern, und das ließ sich das Ehepaar nicht zweimal sagen. Der Gemüsegarten wurde weitestgehend aufgelöst und die eigenen, sehr konkreten Vorstellungen von einem Buchs- und Staudengarten umgesetzt. „Wichtig ist die gute Vorbereitung des Bodens“, rät Marita Kamermann allen, die einen Garten anlegen.

Für Marita und Bernd Kamermann ist der große Garten ein Geschenk.

Alles wurde durchgefräst und Kompost zugefügt. Viele quadratische Beete wurden angelegt und anfangs nahezu in jeder freien Minute im Garten geackert. Die schweren Arbeiten habe ihr Mann erledigt, die Ideen für die Bepflanzung kamen von ihr. „Einfach so, aus dem Bauch heraus“, sagt sie. Hecken, Rosen und Stauden wurden gepflanzt. Kletterhilfen für Clematis errichtet, eine Ramblerrose hat das Dach eines Schuppens längst erobert. Gemüse gibt es immer noch und auch einige alte Obstbäume sind geblieben. Das letzte Großprojekt war ein Senkgarten, der auf einer Rasenfläche im hinteren Bereich des Grundstücks entstanden ist.

Es sind immer verschiedene Aspekte zu berücksichtigen, sei es der Lichteinfall oder die spätere Größe der Pflanzen. „Da hat sich auch bei uns der eine oder andere Fehler eingeschlichen. Aber die macht wohl jeder Hobbygärtner“, sagt Marita Kamermann.

Wo vorher nur eine Rasenfläche zu sehen war, entsteht ein Senkgarten.

Wenn sich eine Pflanze an einem Standort nicht wohlfühlt, dann bekommt sie ein anderes Plätzchen oder sie fliegt ganz raus. Da ist die Pflanzenfreundin rigoros. „Manchmal guckt man sich das über Jahre an und dann ist Schluss. Die fühlt sich dann vielleicht einfach nicht wohl in unserem Garten“, glaubt die Eisselerin und zieht einen Vergleich mit Freunden. „Auch die ändern sich im Laufe der Jahre manchmal. Das bringt das Leben eben so mit sich. Pflanzen sind auch lebendig, die passen auch nicht immer zu einem.“

Den fertigen Senkgarten können Interessierte am 29. Juni und 7. September im Garten der Kamermanns besichtigen.

„Der große Garten war für uns ein Geschenk und wir haben versucht, das Beste daraus zu machen“, sagt sie und spricht im Zusammenhang mit dem Gärtnern von einem großen Glücksgefühl. Fertig wird man nie, dessen ist sie sich bewusst, aber das wollen die Kamermanns auch gar nicht. Zeit zum Genießen bleibt trotzdem und jedes Jahr laden sie Gleichgesinnte dazu ein, ihren Garten zu besichtigen.

Vor ein paar Jahren hat sich das Ehepaar einer Gruppe von Gartenbesitzern angeschlossen, die über den Sommer an unterschied­lichen Wochenenden ihre Pforten öffnen. Bei Kamermanns ist eine Garten­besichtigung am 29. Juni und 7. September möglich. Alle weiteren Termine und eine Übersicht der beteiligten Gärten gibt es im Internet.

www.gartentour-niedersachsen.de

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